
Trump verschärft persönlichen Konflikt mit Meloni vor NATO-Gipfel
Italien kündigt an, auf weitere Provokationen des US-Präsidenten nicht mehr zu reagieren, um die transatlantischen Beziehungen nicht zu gefährden.
Unmittelbar vor dem NATO-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump den persönlichen Konflikt mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erneuert. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte er ein manipuliertes Bild Melonis mit der Aufschrift „RESTRAINING ORDER NEEDED“ (einstweilige Verfügung nötig). Die italienische Regierung erklärte daraufhin, sie werde auf derartige Provokationen nicht länger antworten. Außenminister Antonio Tajani sagte der Zeitung La Stampa, man habe beschlossen, „diese Äußerungen nicht mehr zu kommentieren, um Streitigkeiten unter Verbündeten nicht weiter anzuheizen“. Rom wolle die Beziehungen zu Washington unabhängig von der Person des Präsidenten bewahren.
Aus Washingtoner Sicht wird der Vorgang als Fortsetzung einer Auseinandersetzung dargestellt, die Trump selbst mit der Behauptung ausgelöst hatte, Meloni habe ihn während des G7-Gipfels in Frankreich um ein gemeinsames Foto „angebettelt“. Der US-Präsident bekräftigte bei seiner Ankunft in Ankara, das Verhältnis sei „sauer geworden“, weil Italien sich geweigert habe, sich am Iran-Konflikt und an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. In Rom wird diese Darstellung zurückgewiesen. Meloni hatte die Schilderung als „vollständig erfunden“ bezeichnet. Regierungsnahe Kreise ließen verlauten, die Premierministerin werde Trump auf dem Gipfel „mit einem Lächeln“ begegnen, um eine Eskalation zu vermeiden.
Die persönliche Verstimmung überlagert handfeste politische Differenzen. Italien hatte den Vereinigten Staaten die Nutzung seiner Luftwaffenstützpunkte für Operationen gegen den Iran verweigert. NATO-Generalsekretär Mark Rutte versuchte zuletzt, dem US-Präsidenten die wirtschaftlichen Vorteile eines anhaltenden amerikanischen Engagements in der Allianz darzulegen, und erklärte, von italienischen Basen aus seien mehr als 500 Flüge zur Unterstützung der US-geführten Operationen erfolgt. Die Regierung in Rom widersprach dieser Darstellung umgehend und betonte, es habe sich ausschließlich um routinemäßige logistische Unterstützung im Rahmen bestehender bilateraler Abkommen gehandelt. Gleichzeitig bleibt Italien eines der europäischen Länder mit den niedrigsten Verteidigungsausgaben; Meloni zögert, EU-Mittel in Höhe von 14,9 Milliarden Euro für Sicherheitsinvestitionen einzusetzen, was in Rom zu Spannungen mit Verteidigungsminister Guido Crosetto geführt hat.
Der Konflikt zwischen Trump und Meloni hatte sich seit April schrittweise verschärft. Ausgangspunkt war die Kritik der italienischen Regierungschefin an Trump, nachdem dieser Papst Leo XIV. wegen dessen Verurteilung des Iran-Krieges als „schwach“ bezeichnet hatte. Trump warf Meloni daraufhin mangelnden Mut vor. Die jüngste Zuspitzung erfolgte im Juni mit der Behauptung über das G7-Foto, die Meloni als erfunden zurückwies. Die italienische Zeitung Il Foglio kommentierte Trumps jüngsten Angriff mit einer Titelseite, die ein Bild des US-Präsidenten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unter derselben Zeile „RESTRAINING ORDER NEEDED“ zeigte.
Der NATO-Gipfel in Ankara, der an diesem Dienstag und Mittwoch stattfindet, steht im Zeichen der Debatte über Verteidigungsausgaben und die weitere Unterstützung der Ukraine. Das persönliche Zerwürfnis zwischen dem amerikanischen und dem italienischen Regierungschef belastet die ohnehin angespannte transatlantische Agenda. Während Rom auf Deeskalation setzt, bleibt offen, ob die sachlichen Differenzen über die Nutzung italienischer Basen und die Höhe des Verteidigungsetats auf dem Gipfel thematisiert werden. Ein bilaterales Treffen zwischen Trump und Meloni ist bislang nicht offiziell angekündigt.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.10 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Trump acts irrationally and harmfully to diplomacy, with no justification.
Trump's action is presented as senseless, using a tone of derision to undermine his credibility and legitimacy as a leader.
The subsequent praise of Meloni by Trump, which would have softened the criticism, is not mentioned.
Meloni handles the provocation with pragmatism, avoiding escalation and focusing on stable bilateral relations.
The narrative focuses on Italy's measured response, contrasting Meloni's strategic calm with Trump's impulsive provocation, thereby legitimizing the choice of silence.
Italy chooses silence as a rational strategy to avoid fueling conflict with Trump.
The news is presented as a logical diplomatic decision, omitting any judgment on Trump's behavior and reducing the tension to a simple procedural choice.
The subsequent praise of Meloni by Trump, which could have shown de-escalation, is not reported.
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