
Trump signalisiert baldige Rückkehr zu Ölsanktionen gegen Russland
Nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und sinkenden Rohölpreisen sieht der US-Präsident die Voraussetzungen für ein Ende der Ausnahmegenehmigungen gegeben – ein Schritt, der in europäischen Hauptstädten mit Erleichterung aufgenommen wird.
Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian hat US-Präsident Donald Trump eine baldige Wiedereinführung der Sanktionen gegen russische Öllieferungen in Aussicht gestellt. Die vorübergehende Lockerung der Strafmaßnahmen sei allein der Sorge vor einem Preisschock geschuldet gewesen, nachdem der Iran im März die Straße von Hormus blockiert hatte. Nun fließe das Öl wieder, und die Notwendigkeit für Ausnahmen entfalle. „Wir sind in der Position, dies bald zu tun“, erklärte Trump mit Verweis auf das Friedensabkommen mit Teheran und die schrittweise Normalisierung des Schiffsverkehrs in der strategischen Meerenge.
Die Vorgeschichte dieser Kehrtwende reicht in den März zurück, als eine amerikanische Militäroperation gegen den Iran die Spannungen am Persischen Golf eskalieren ließ. Teheran riegelte daraufhin die Straße von Hormus ab, woraufhin der Preis für die Nordseesorte Brent erstmals seit Jahren die Marke von 100 Dollar durchbrach. Um eine globale Versorgungskrise abzuwenden, erteilte das US-Finanzministerium am 5. März eine zunächst auf 30 Tage befristete Lizenz, die Indien den Kauf bereits verladenen russischen Rohöls erlaubte. Wenig später wurde die Ausnahmegenehmigung auf alle Länder ausgeweitet. Betroffen waren vor allem Lieferungen der sanktionierten Konzerne Rosneft und Lukoil, gegen die Washington bereits im Herbst 2025 vorgegangen war.
Mit dem nun erzielten Waffenstillstand im Nahen Osten und der angekündigten vollständigen Öffnung der Straße von Hormus am 19. Juni hat sich die Lage grundlegend verändert. Die Rohölpreise sind deutlich gefallen; Brent notierte Mitte Juni unter 80 Dollar. Aus Washingtoner Sicht ist damit das Zeitfenster für eine Rückkehr zum maximalen Sanktionsdruck auf den russischen Energiesektor geöffnet. Die G7-Partner, die in Évian über eine Verschärfung des Kurses gegen Moskau beraten, sehen darin ein wichtiges Signal. In Berlin, Wien und anderen europäischen Hauptstädten war die vorübergehende Aufweichung der US-Sanktionen mit Sorge beobachtet worden, da sie die Glaubwürdigkeit des westlichen Sanktionsregimes zu untergraben drohte.
Für Moskau bedeutet die Ankündigung eine weitere Verschärfung der ohnehin angespannten Exportbedingungen. Russische Ölkonzerne hatten die Lizenz genutzt, um bereits verschiffte Ladungen doch noch an Abnehmer wie Indien zu bringen. Eine Wiederaufnahme der Sanktionen würde diese Schlupflöcher schließen und den Druck auf die russische Handelsbilanz erhöhen. Beobachter in Peking, das als wichtiger Abnehmer russischer Energie gilt, dürften die Entwicklung aufmerksam verfolgen, zumal chinesische Raffinerien von den Ausnahmeregelungen profitiert hatten.
Die Episode verdeutlicht das pragmatische Kalkül der amerikanischen Sanktionspolitik: Wenn die globale Versorgungssicherheit gefährdet ist, tritt die strategische Isolierung Russlands kurzfristig in den Hintergrund. Mit der Beruhigung der Lage am Persischen Golf kehrt Washington nun zur Priorität zurück, Moskaus Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu beschneiden. Für Deutschland und seine Nachbarn bleibt die Frage, wie robust diese Neuausrichtung ist. Sollte es erneut zu Versorgungsengpässen kommen – sei es durch geopolitische Krisen oder Produktionsausfälle –, könnte die US-Regierung abermals gezwungen sein, zwischen Sanktionstreue und Marktstabilität abzuwägen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Beim G7-Gipfel in Frankreich sagte Präsident Trump, die USA könnten bald wieder Sanktionen gegen russisches Öl verhängen. Die vorübergehende Aussetzung war wegen der Blockade der Straße von Hormus gewährt worden; nachdem das Rohöl nach dem Iran-Abkommen wieder fließt, sieht Washington keinen Grund, die Erleichterung beizubehalten. Die Äußerung steht im Einklang mit den Bemühungen der Verbündeten, den Druck auf Moskau wegen der Ukraine zu erhöhen.
Präsident Trump erklärte, die USA seien bald in der Lage, die Sanktionen gegen russisches Rohöl wieder einzuführen, nachdem die Straße von Hormus wieder geöffnet ist. Die Wiederaufnahme der Ölströme nach dem Iran-Abkommen entzieht der früheren Sanktionsaussetzung die Grundlage. Die Bemerkungen fielen am Rande des G7-Gipfels, wo die Staatschefs über Wege beraten, die wirtschaftliche Schlinge um Russland enger zu ziehen.
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