
Trump und Modi demonstrieren neue Nähe: Handelsdeal und Verteidigungsgarantie beim G7-Gipfel
Beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains versprach US-Präsident Trump Indien militärischen Beistand, knüpfte diesen jedoch an Premierminister Modi – während ein bilaterales Handelsabkommen kurz vor dem Abschluss steht.
Das erste persönliche Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem indischen Premierminister Narendra Modi seit 16 Monaten hat am Rande des G7-Gipfels in der französischen Gemeinde Évian-les-Bains eine bemerkenswerte Wende in den belasteten Beziehungen eingeleitet. Trump signalisierte, dass ein bilaterales Handelsabkommen unmittelbar bevorstehe – „we are very close to the deal“ – und kündigte für die kommende Woche den Besuch des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer in Neu-Delhi an, um letzte Details mit Industrieminister Piyush Goyal zu klären. Die persönliche Wertschätzung Trumps für Modi, den er als „ruhig, cool und einen eiskalten Verhandler“ beschrieb, durchzog die Begegnung und ließ die handelspolitischen Verstimmungen der vergangenen Monate, darunter Strafzölle Washingtons und scharfe Rhetorik, in den Hintergrund treten.
Für Aufsehen sorgte vor allem eine sicherheitspolitische Zusage mit Vorbehalt. Trump erklärte, die Vereinigten Staaten würden Indien im Falle eines Angriffs zur Hilfe kommen – „solange dieser Mann das Land führt“. Sollte es einen neuen Regierungschef geben, sei er sich nicht sicher. Aus Washingtoner Sicht unterstreicht die Äußerung das persönliche Vertrauensverhältnis, das Trump als Grundlage strategischer Verpflichtungen betrachtet. In Neu-Delhi dürfte man die Konditionierung mit gemischten Gefühlen aufnehmen, zumal die Zusage vor dem Hintergrund der Operation Sindoor vom Mai 2025 und der jüngsten Tötung dreier indischer Seeleute bei US-Militärschlägen auf Handelsschiffe im Westasien-Konflikt steht. Modi drängte seinerseits auf die Sicherheit der Seeleute und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus, einer für die Weltwirtschaft zentralen Passage, und forderte, dass alle Staaten gemeinsam gegen Ängste vorgehen müssten, die den Seeverkehr behindern.
Parallel zur amerikanisch-indischen Annäherung verdichteten sich die europäischen Handelsambitionen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer raschen Umsetzung des „größten aller Handelsabkommen“ und stellte eine Unterzeichnung des Freihandelsvertrags zwischen der EU und Indien noch in diesem Jahr in Aussicht. Modi traf zudem Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem bilateralen Gespräch, in dem beide Seiten eine Vertiefung der Zusammenarbeit in Handel, Investitionen, Verteidigung und Digitalwirtschaft vereinbarten und die amerikanisch-iranische Verständigung zur Beendigung des Westasien-Konflikts begrüßten. Für Berlin und andere europäische Hauptstädte gewinnt Indien damit als Partner an Gewicht, der sowohl transatlantische als auch eigenständige europäische Handelsstränge parallel verfolgt.
Die Gipfeldiplomatie von Évian markiert mehr als eine atmosphärische Entspannung. Sie zeigt ein Weißes Haus, das bereit ist, handelspolitische Hebel mit sicherheitspolitischen Garantien zu verknüpfen – allerdings in einer stark personalisierten Form, die über die Amtszeit Trumps hinaus wenig belastbar erscheint. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Exportwirtschaften auf offene Seewege und stabile Lieferketten angewiesen sind, ist die Zusage zur Sicherung der Hormus-Passage ebenso relevant wie die Aussicht auf ein indisch-amerikanisches Handelsabkommen, das globale Handelsströme neu justieren könnte. Beobachter in Peking dürften die vertiefte strategische Partnerschaft zwischen Washington und Neu-Delhi mit Argwohn registrieren, während die indische Führung versucht, aus der Rivalität der Großmächte Kapital zu schlagen, ohne sich in exklusive Abhängigkeiten zu begeben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Premierminister Modi und Präsident Trump trafen sich zu einem herzlichen und produktiven Gespräch beim G7-Gipfel. Trump bezeichnete Modi als 'totalen Killer' und harten Verhandler und sicherte Indien militärische Unterstützung zu. Im Mittelpunkt standen ein bilaterales Handelsabkommen, die Sicherheit indischer Seeleute und die Offenhaltung der Straße von Hormus.
Präsident Trump bezeichnete sein Treffen mit Premierminister Modi als sehr gut und nannte Modi einen harten Verhandler und 'totalen Killer'. Er sagte, die USA würden Indien verteidigen und beide Länder arbeiteten an Handelsabkommen, ein künftiger Besuch in Indien sei geplant. Die Äußerungen fielen am Rande des G7-Gipfels in Frankreich.
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