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PolitikMittwoch, 17. Juni 2026

Brüssel sucht diskreten Draht nach Moskau – Costa lotet Gesprächskanal aus

Das Büro von EU-Ratspräsident António Costa hat über einen Spitzenberater Kontakt zu einer Putin-nahen russischen Führungsfigur aufgenommen, um diplomatische Kanäle für künftige Ukraine-Verhandlungen zu öffnen.

In einer diplomatisch heiklen Phase des Ukraine-Kriegs hat das Büro des Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, direkte Gesprächsfäden zum Kreml geknüpft. Wie mehrere internationale Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, führte Costas Stabschef Pedro Lourtie zwei Telefonate mit einem hochrangigen russischen Regierungsvertreter, der dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin zugerechnet wird. Die Kontakte, die in den vergangenen Wochen stattfanden, dienten nach Darstellung aus Brüssel dem Zweck, „den Boden für substanziellere Gespräche in der Zukunft zu bereiten“. Inhaltlich sei dabei nichts Wesentliches erörtert worden, betonten EU-Beamte gegenüber der Financial Times und anderen Medien. Die Initiative unterstreicht jedoch, dass die Europäische Union auch nach mehr als vier Jahren Krieg und trotz ihrer unverbrüchlichen Unterstützung für Kiew bestrebt ist, eigene Kommunikationswege nach Moskau offen zu halten.

Aus Brüsseler Perspektive handelt es sich um eine vorsichtige Sondierung, die nicht als Vermittlungsversuch missverstanden werden soll. „Die EU ist in diesen Gesprächen kein Mediator“, stellten Quellen im Umfeld des Rates klar. Vielmehr gehe es darum, in jedem künftigen Szenario spezifische europäische Interessen verteidigen zu können – von Energiesicherheit über Sanktionsarchitekturen bis hin zu langfristigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Die Gespräche seien bewusst kurz gehalten und auf technisch-diplomatischer Ebene angesiedelt worden. Dass Costas Büro den Draht nach Moskau sucht, ist auch vor dem Hintergrund früherer Überlegungen einzelner EU-Mitgliedstaaten zu sehen, einen Sonderbeauftragten für Russland-Kontakte zu ernennen. Diese Idee war bislang am Widerstand vor allem osteuropäischer Länder gescheitert, die direkte Kanäle nach Moskau ohne klare Konditionen ablehnen.

Aus Moskau liegt zu den Kontakten bislang keine offizielle Bestätigung vor. Russische Staatsmedien griffen die Meldungen auf, kommentierten sie jedoch zurückhaltend. Der Kreml hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass er für Verhandlungen offen sei, zugleich aber die Anerkennung der „territorialen Realitäten“ – gemeint sind die annektierten ukrainischen Gebiete – zur Vorbedingung macht. In westlichen Hauptstädten wird der Vorstoß Costas unterschiedlich bewertet. Während Paris und London bereits eigene Gesprächsformate mit Kiew und Washington vorantreiben, um mögliche Waffenstillstandsszenarien auszuloten, mahnen vor allem osteuropäische Partner zur Geschlossenheit. Aus Washingtoner Sicht, wo die neue Administration unter Präsident Donald Trump auf eine rasche Konfliktlösung drängt, könnte die europäische Kontaktaufnahme als sinnvolle Flankierung erscheinen – sofern sie abgestimmt bleibt.

Die vorsichtige Öffnung eines Kanals nach Moskau spiegelt die wachsende Einsicht wider, dass eine künftige Friedenslösung ohne Einbindung der EU kaum nachhaltig sein wird. Zugleich bleibt die Union in einer delikaten Lage: Sie will weder als Bremser noch als naiver Vermittler erscheinen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die diskreten Telefonate tatsächlich in belastbare Gesprächsformate münden oder eine taktische Episode bleiben. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die europäischen Interessen klar zu definieren und gegenüber Moskau wie auch gegenüber den transatlantischen Partnern selbstbewusst zu vertreten.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

49%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa russa e CSIStampa europea continentale
Stampa russa e CSI/ stato
pragmatismoscetticismo

Die Europäische Union hat diplomatische Kontakte zu Russland aufgenommen und erkennt die Notwendigkeit eines Dialogs zur Lösung des Ukraine-Konflikts an. Ein hochrangiger Berater des Präsidenten des Europäischen Rates führte zwei Telefongespräche mit einem russischen Beamten aus dem Umfeld Putins, um den Boden für künftige substanzielle Verhandlungen zu bereiten. Dies wird als pragmatischer Schritt Brüssels gesehen, das zuvor direkte Kontakte mit Moskau vermied.

Stampa europea continentale/ mediterranea
pragmatismodistacco

Die Europäische Union hat kurze diplomatische Kanäle zu Russland eröffnet, um Friedensmöglichkeiten in der Ukraine auszuloten, während sie ihre volle Unterstützung für Kiew aufrechterhält. Die Kontakte waren begrenzt und es wurden keine substanziellen Fragen erörtert, doch sie signalisieren die Bereitschaft, Moskau in künftige Gespräche einzubeziehen. Die EU betont, dass jegliche Verhandlungen die Souveränität und Interessen der Ukraine respektieren müssen.

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Mittwoch, 17. Juni 2026

Brüssel sucht diskreten Draht nach Moskau – Costa lotet Gesprächskanal aus

Das Büro von EU-Ratspräsident António Costa hat über einen Spitzenberater Kontakt zu einer Putin-nahen russischen Führungsfigur aufgenommen, um diplomatische Kanäle für künftige Ukraine-Verhandlungen zu öffnen.

In einer diplomatisch heiklen Phase des Ukraine-Kriegs hat das Büro des Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, direkte Gesprächsfäden zum Kreml geknüpft. Wie mehrere internationale Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, führte Costas Stabschef Pedro Lourtie zwei Telefonate mit einem hochrangigen russischen Regierungsvertreter, der dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin zugerechnet wird. Die Kontakte, die in den vergangenen Wochen stattfanden, dienten nach Darstellung aus Brüssel dem Zweck, „den Boden für substanziellere Gespräche in der Zukunft zu bereiten“. Inhaltlich sei dabei nichts Wesentliches erörtert worden, betonten EU-Beamte gegenüber der Financial Times und anderen Medien. Die Initiative unterstreicht jedoch, dass die Europäische Union auch nach mehr als vier Jahren Krieg und trotz ihrer unverbrüchlichen Unterstützung für Kiew bestrebt ist, eigene Kommunikationswege nach Moskau offen zu halten.

Aus Brüsseler Perspektive handelt es sich um eine vorsichtige Sondierung, die nicht als Vermittlungsversuch missverstanden werden soll. „Die EU ist in diesen Gesprächen kein Mediator“, stellten Quellen im Umfeld des Rates klar. Vielmehr gehe es darum, in jedem künftigen Szenario spezifische europäische Interessen verteidigen zu können – von Energiesicherheit über Sanktionsarchitekturen bis hin zu langfristigen Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Die Gespräche seien bewusst kurz gehalten und auf technisch-diplomatischer Ebene angesiedelt worden. Dass Costas Büro den Draht nach Moskau sucht, ist auch vor dem Hintergrund früherer Überlegungen einzelner EU-Mitgliedstaaten zu sehen, einen Sonderbeauftragten für Russland-Kontakte zu ernennen. Diese Idee war bislang am Widerstand vor allem osteuropäischer Länder gescheitert, die direkte Kanäle nach Moskau ohne klare Konditionen ablehnen.

Aus Moskau liegt zu den Kontakten bislang keine offizielle Bestätigung vor. Russische Staatsmedien griffen die Meldungen auf, kommentierten sie jedoch zurückhaltend. Der Kreml hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass er für Verhandlungen offen sei, zugleich aber die Anerkennung der „territorialen Realitäten“ – gemeint sind die annektierten ukrainischen Gebiete – zur Vorbedingung macht. In westlichen Hauptstädten wird der Vorstoß Costas unterschiedlich bewertet. Während Paris und London bereits eigene Gesprächsformate mit Kiew und Washington vorantreiben, um mögliche Waffenstillstandsszenarien auszuloten, mahnen vor allem osteuropäische Partner zur Geschlossenheit. Aus Washingtoner Sicht, wo die neue Administration unter Präsident Donald Trump auf eine rasche Konfliktlösung drängt, könnte die europäische Kontaktaufnahme als sinnvolle Flankierung erscheinen – sofern sie abgestimmt bleibt.

Die vorsichtige Öffnung eines Kanals nach Moskau spiegelt die wachsende Einsicht wider, dass eine künftige Friedenslösung ohne Einbindung der EU kaum nachhaltig sein wird. Zugleich bleibt die Union in einer delikaten Lage: Sie will weder als Bremser noch als naiver Vermittler erscheinen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die diskreten Telefonate tatsächlich in belastbare Gesprächsformate münden oder eine taktische Episode bleiben. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die europäischen Interessen klar zu definieren und gegenüber Moskau wie auch gegenüber den transatlantischen Partnern selbstbewusst zu vertreten.

Divergenz der Quellen

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Wie sie sich aufteilen

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Neutral43%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa russa e CSIStampa europea continentale
Stampa russa e CSI/ stato
pragmatismoscetticismo

Die Europäische Union hat diplomatische Kontakte zu Russland aufgenommen und erkennt die Notwendigkeit eines Dialogs zur Lösung des Ukraine-Konflikts an. Ein hochrangiger Berater des Präsidenten des Europäischen Rates führte zwei Telefongespräche mit einem russischen Beamten aus dem Umfeld Putins, um den Boden für künftige substanzielle Verhandlungen zu bereiten. Dies wird als pragmatischer Schritt Brüssels gesehen, das zuvor direkte Kontakte mit Moskau vermied.

Stampa europea continentale/ mediterranea
pragmatismodistacco

Die Europäische Union hat kurze diplomatische Kanäle zu Russland eröffnet, um Friedensmöglichkeiten in der Ukraine auszuloten, während sie ihre volle Unterstützung für Kiew aufrechterhält. Die Kontakte waren begrenzt und es wurden keine substanziellen Fragen erörtert, doch sie signalisieren die Bereitschaft, Moskau in künftige Gespräche einzubeziehen. Die EU betont, dass jegliche Verhandlungen die Souveränität und Interessen der Ukraine respektieren müssen.

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