
Ghanas später Schlag gegen Panama: Yirenkyi trifft in der 95. Minute zum 1:0
Ein Tor in der fünften Minute der Nachspielzeit beschert den Black Stars einen glücklichen Auftaktsieg und bringt Panama in Gruppe L sofort in Zugzwang.
Es war ein Spiel, das neunzig Minuten lang auf ein torloses Remis zusteuerte und dann doch einen dramatischen Abschluss fand: Im strömenden Regen von Toronto erlöste der 20-jährige Caleb Yirenkyi Ghana in der fünften Minute der Nachspielzeit und sicherte den Westafrikanern einen 1:0-Sieg gegen Panama. Der Treffer, Ergebnis eines blitzschnellen Konterangriffs über Brandon Thomas-Asante, ließ die Tausenden ghanaischen Anhänger im BMO Field jubeln und stürzte die Mittelamerikaner in tiefe Enttäuschung. Für Ghana, das bereits in der Halbzeit seinen Stammtorhüter Lawrence Ati Zigi verletzungsbedingt ersetzen musste, war es ein eminent wichtiger Erfolg im Kampf um das Weiterkommen in einer Gruppe, die von England angeführt wird.
Aus mittelamerikanischer Perspektive wog die Niederlage besonders schwer. Panama, das erst zum zweiten Mal nach 2018 an einer Weltmeisterschaft teilnimmt, hatte über weite Strecken die reifere Spielanlage gezeigt. In der ersten Halbzeit kontrollierten die Canaleros den Ballbesitz, erarbeiteten sich durch Cecilio Waterman und César Blackman früh Chancen und ließen Ghana kaum zur Entfaltung kommen. Doch die mangelnde Effizienz vor dem Tor rächte sich erneut: Wie schon bei der Premiere in Russland blieb Panama ohne Punktgewinn. Kapitän Yoel Bárcenas sprach hinterher von tiefer Traurigkeit und Enttäuschung, während Trainer Thomas Christiansen vor den nun folgenden Duellen mit Kroatien und England unter erheblichem Druck steht.
Afrikanische und asiatische Beobachter würdigten dagegen die taktische Disziplin der Mannschaft von Carlos Queiroz. Der portugiesische Trainer räumte ein, dass sein Team lange Phasen ohne Ballbesitz überstehen musste, lobte jedoch die mentale Stärke und den „Sieg mit dem Verstand“. Antoine Semenyo, der als bester Spieler der Partie ausgezeichnet wurde, mahnte unmittelbar nach dem Abpfiff zur Bescheidenheit mit Blick auf das nächste Gruppenspiel gegen England. Yirenkyi selbst führte seinen Treffer auf einstudierte Abläufe im Training zurück – eine Bemerkung, die in ghanaischen Medien breit aufgegriffen wurde und die akribische Vorbereitung Queiroz’ unterstreicht.
Europäische Analysten beurteilten das sportliche Niveau der Begegnung hingegen kritisch. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach von einer „Partie auf bescheidenem Niveau“, brasilianische und portugiesische Blätter konstatierten eine „technisch schwache“ Darbietung, die lange auf das erste torlose Remis des Turniers hinauszulaufen schien. Dass Ghana ohne einen einzigen Torschuss in der ersten Halbzeit blieb und erst nach dem Seitenwechsel mehr Kontrolle gewann, nährte Zweifel an der Offensivkraft der Black Stars. Dennoch war der späte Lucky Punch aus europäischer Sicht ein Warnsignal für den Gruppenfavoriten England, der am kommenden Dienstag in Boston auf Ghana trifft.
Für die deutschsprachigen Fußballinteressierten bietet die Gruppe L damit eine reizvolle Konstellation. Englands furioser 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien in Dallas hatte bereits die Ambitionen der Three Lions untermauert. Ghanas glücklicher, aber hart erkämpfter Dreier erhöht nun den Druck auf Kroatien, das im zweiten Spiel gegen Panama unter Zugzwang gerät. Sollte den Mittelamerikanern erneut eine Überraschung misslingen, dürfte sich das Rennen um die Achtelfinalplätze hinter England zu einem Duell zwischen Ghana und dem Vizeweltmeister von 2018 zuspitzen. Die nächsten Tage in Toronto und Boston werden zeigen, ob die Black Stars ihren Traum vom ersten Einzug in die K.o.-Runde seit 2010 am Leben halten können.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ghana errang einen dramatischen Sieg in der Nachspielzeit und löste Jubel bei den Anhängern aus. Yirenkyis Tor hält den Traum der Black Stars vom Einzug in die K.o.-Runde am Leben.
Panama dominierte weite Strecken, bezahlte aber erneut für mangelnde Effizienz und kassierte in letzter Sekunde ein Tor. Die Niederlage hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, denn die Canaleros waren nur Sekunden vom ersten historischen WM-Punkt entfernt und stehen nun vor einem schweren Weg in die nächste Runde.
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