
Trumps Iran-Politik: Zweite Verhandlungsphase ohne US-Investitionen
Am Rande des G7-Gipfels in Frankreich kündigte der US-Präsident eine leichtere Fortsetzung der Atomgespräche mit Teheran an, schloss jedoch jegliche finanzielle Beteiligung Washingtons aus.
Aus Washingtoner Sicht markiert die Ankündigung Donald Trumps einen taktischen Wendepunkt im Umgang mit der Islamischen Republik. Der amerikanische Präsident erklärte am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains, die Verhandlungen mit Iran seien in eine „zweite Phase“ eingetreten, die „einfacher“ werde als die vorangegangene Grundsatzvereinbarung. Zugleich stellte er unmissverständlich klar, dass die Vereinigten Staaten „keinerlei Geld in Iran investieren“ würden. Das zentrale Ziel des Abkommens sei es, Teheran dauerhaft vom Besitz einer Atomwaffe abzuhalten; sollte Iran dennoch danach streben, werde „die Hölle losbrechen“. Trump bezeichnete die erzielte Übereinkunft als „fair und gut“, betonte jedoch, dass Washington das angereicherte Uran Irans in eigenen Gewahrsam bringen wolle.
Die Gespräche fanden im Beisein des katarischen Emirs Tamim bin Hamad Al Thani statt, dessen Vermittlerrolle Trump ausdrücklich würdigte. Doha habe sich „mutig“ verhalten und sei ein „wichtiger und positiver Faktor“ gewesen. Aus der Golfregion wird diese Anerkennung als diplomatischer Erfolg verbucht, zumal der Emir das Handelsvolumen zwischen Katar und den USA auf über eine Billion Dollar bezifferte. Gleichzeitig unterstrich er, dass eine Einigung zwischen Teheran und Washington noch Detailarbeit erfordere, aber bedeutende Fortschritte für die gesamte Region bringen könne. Die katarische Führung sieht sich damit als unverzichtbare Brücke zwischen dem Westen und der Islamischen Republik.
In Teheran hingegen fällt die Rezeption zwiespältig aus. Während Trump die derzeitige iranische Führung als „sehr rational“ und „intelligenter als frühere Gruppen“ lobte, titulieren regime-nahe Medien den US-Präsidenten weiterhin als „Terroristen“ und verweisen auf die angebliche Unveränderlichkeit des Systems. Trump räumte ein, es habe Versuche gegeben, das Regime in Iran zu stürzen, diese seien jedoch gescheitert. Er selbst habe nie einen Regimewechsel als Kriegsziel verfolgt, doch die Ausschaltung zahlreicher hochrangiger Funktionäre komme einem solchen faktisch gleich. Diese Äußerungen nähren in Teheran das Misstrauen, dass Washington trotz aller Verhandlungsbereitschaft langfristig auf eine Transformation des politischen Gefüges abzielt.
Für europäische Beobachter – und insbesondere mit Blick auf die deutschsprachigen Länder – sind mehrere Details von Belang. Trump offenbarte, die USA hätten einen Standort mit „nuklearem Staub“ in Iran zerstört, was auf verdeckte Operationen hindeutet. Zudem soll ein Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar ausschließlich von Golfstaaten finanziert werden, nicht von Washington. Die irrtümliche Behauptung Trumps, Iran und Katar teilten eine Landgrenze, sorgte für Irritation, unterstreicht jedoch die geopolitische Komplexität der Region. Deutschland, Österreich und die Schweiz, die traditionell auf diplomatische Lösungen und Nichtverbreitung setzen, werden die zweite Verhandlungsphase genau beobachten: Ein Abkommen ohne westliche Finanzhilfen könnte die nukleare Ambitionen eindämmen, birgt aber die Gefahr, dass Teheran sich wirtschaftlich vollständig nach Osten orientiert und die europäische Sicherheitsarchitektur langfristig destabilisiert wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der amerikanische Präsident, als terroristischer Anführer bezeichnet, hat gestanden, dass die Versuche, die iranische Regierung zu stürzen, gescheitert sind. Während er von einem fairen Abkommen spricht und jegliche US-Investitionen ausschließt, bekräftigt Teheran, dass seine nuklearen Aktivitäten friedlich sind, bestätigt durch internationale Inspektoren und ein religiöses Edikt.
Vom G7-Gipfel aus sandte der US-Präsident eine Reihe von Botschaften und betonte, dass das Hauptziel des Atomabkommens darin besteht, den Iran am Bau einer Bombe zu hindern. Er lobte die derzeitige Führung in Teheran als rational und klug und warnte, dass jeder Versuch der Bewaffnung katastrophale Folgen auslösen würde.
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