
Trump auf G7-Gipfel: „Kartelle regieren Mexiko“ – Scharfe Kritik und diplomatische Spannungen
Während des G7-Treffens in Evian-les-Bains verschärft der US-Präsident seine Rhetorik gegen Mexiko und behauptet, die Regierung habe die Kontrolle über das Land verloren.
Auf dem G7-Gipfel im französischen Evian-les-Bains hat US-Präsident Donald Trump seine Vorwürfe gegen den südlichen Nachbarn erneut zugespitzt. Mexiko habe die Kontrolle über sein Territorium verloren, die Drogenkartelle regierten das Land, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum sei zwar eine „sehr gute Frau“, aber „sehr verängstigt“ angesichts der Macht der organisierten Kriminalität. Diese Aussagen, die in mehreren spanischsprachigen Medien wie La Razón und Reforma sowie in der russischen Kommersant aufgegriffen wurden, markieren eine weitere Eskalation im Ton zwischen Washington und Mexiko-Stadt.
Aus Washingtoner Sicht untermauert Trump seine Kritik mit operativen Erfolgen: Durch gezielte Militärschläge gegen Schmugglerschiffe in der Karibik und im Pazifik sei der maritime Drogenstrom um bis zu 97 Prozent reduziert worden, der Transport über Landrouten um mehr als 60 Prozent. Nun wolle man sich verstärkt auf die Landwege konzentrieren, über die Rauschgift durch Mexiko in die USA gelange. Diese Zahlen lassen sich unabhängig kaum verifizieren, doch sie dienen der Administration als Beleg für die eigene Handlungsfähigkeit und als Kontrast zur angeblichen Ohnmacht der mexikanischen Behörden. Die G7-Staaten bekräftigten in ihrer Abschlusserklärung den gemeinsamen Willen, den Kampf gegen den Drogenhandel zu intensivieren – ein Thema, das auch für Europa angesichts wachsender Kokain-Schmuggelrouten über den Atlantik an Bedeutung gewinnt.
Aus mexikanischer Perspektive weist die Regierung die Darstellung entschieden zurück. Ricardo Monreal, Fraktionschef der Regierungspartei Morena im Abgeordnetenhaus, nannte Trumps Einschätzung „weit von der Realität entfernt“ und verteidigte Sheinbaums „Festigkeit, Charakter und souveräne Haltung“. Die Präsidentin selbst hatte zuvor von „dunklen Interessen“ gesprochen, die von mexikanischen Oppositionskreisen und Organisationen wie der American Society unter Larry Rubin befördert würden. Beobachter in Mexiko-Stadt sehen in Trumps wiederholten Attacken eine Mischung aus innenpolitischem Druck und dem Versuch, Zugeständnisse in Handelsfragen zu erzwingen.
Die neuerlichen Äußerungen fallen in eine Phase ohnehin angespannter bilateraler Beziehungen. Das Freihandelsabkommen USMCA, das auch für deutsche und österreichische Unternehmen mit Produktionsstandorten in Mexiko von zentraler Bedeutung ist, steht unter ständigem Anpassungsdruck. Sollte Washington den Vorwurf des Staatsversagens weiter instrumentalisieren, könnte dies nicht nur die Sicherheitskooperation belasten, sondern auch handelspolitische Konsequenzen nach sich ziehen. Für europäische Beobachter zeigt der Konflikt exemplarisch, wie sehr die Bekämpfung transnationaler Kriminalität zunehmend mit geopolitischen Machtspielen verflochten wird – ein Trend, der auch die Beziehungen zwischen der EU und Lateinamerika prägt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Auf dem G7-Gipfel erklärte Präsident Trump, dass Drogenkartelle Mexiko de facto regieren, und beschrieb Präsidentin Sheinbaum als eine gute, aber verängstigte Frau. Die russische Presse berichtet distanziert über diese Äußerungen, verweist auf den behaupteten Rückgang des maritimen Drogenhandels um 97 % durch US-Operationen und stellt die Situation als pragmatisches Beispiel für den Druck Washingtons auf seinen südlichen Nachbarn dar.
Mexikanische Medien reagierten empört auf Trumps G7-Behauptung, Kartelle würden das Land regieren und Präsidentin Sheinbaum sei verängstigt. Sie entgegnen, dass die Regierung die Kontrolle behält, heben Widersprüche zwischen Trumps Rhetorik und tatsächlichen Daten hervor und stellen seine Worte als politisches Spektakel dar, das Mexiko untergraben soll. Die Erzählung betont die Opferrolle und verteidigt die nationale Souveränität.
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