
Südkorea kündigt 800-Billionen-Won-Investition in Chip-Hub und KI-Rechenzentren an
Samsung und SK Hynix sollen im Südwesten des Landes neue Halbleiterwerke errichten, während die Regierung parallel den Ausbau der KI-Infrastruktur mit weiteren 550 Billionen Won vorantreibt.
Die südkoreanische Regierung hat gemeinsam mit Samsung Electronics und SK Hynix ein Investitionspaket von 800 Billionen Won (rund 518 Milliarden US-Dollar) für einen neuen Halbleiterfertigungsstandort im Südwesten des Landes vorgestellt. Die Aktien beider Konzerne gaben nach der Bekanntgabe nach: Samsung notierte zum Handelsschluss in Seoul 4,8 Prozent tiefer, SK Hynix büßte 1,7 Prozent ein. Händler verwiesen auf Skepsis gegenüber der langfristigen Rentabilität und auf Umsetzungsrisiken in einer bislang industriell wenig erschlossenen Region.
Das Vorhaben ist Teil einer breiter angelegten nationalen Strategie, mit der Südkorea seine führende Stellung bei Speicherchips für Künstliche Intelligenz – insbesondere bei High-Bandwidth-Memory (HBM) – ausbauen will. Vorgesehen sind vier neue Fertigungsanlagen, je zwei von Samsung und SK Hynix, sowie ein Verpackungskomplex in der Provinz Chungcheong. Parallel dazu kündigte das Wissenschaftsministerium an, bis 2029 insgesamt 550 Billionen Won in KI-Rechenzentren zu lenken und die landesweite Kapazität bis 2035 auf 18,4 Gigawatt zu erhöhen. Der Südwesten, eine Hochburg der liberalen Regierungspartei, wurde wegen seiner reichlich vorhandenen erneuerbaren Energien und Wasserressourcen ausgewählt.
Aus Sicht der Opposition ist die Standortwahl politisch motiviert, da in der Region 85 Prozent der Wähler für Präsident Lee Jae Myung gestimmt hatten. Branchenexperten in Seoul geben zu bedenken, dass der Aufbau eines vollständigen Halbleiter-Ökosystems abseits des bestehenden Clusters um die Hauptstadt mehr als fünf Jahre in Anspruch nehmen könnte. Die größte Herausforderung sehen sie in der Verfügbarkeit von Fachkräften und Zulieferern, die bislang stark auf den Großraum Seoul konzentriert sind. Auch der immense Wasser- und Strombedarf moderner Fabriken wirft logistische Fragen auf.
Die Regierung hat zugesagt, Genehmigungs- und Bauzeiten drastisch zu verkürzen. Als nächster konkreter Schritt gilt die geplante Nasdaq-Notierung von SK Hynix, mit der das Unternehmen rund 29 Milliarden Dollar einwerben will, um die neuen Werke zu finanzieren. Die Umsetzung des Gesamtplans hängt nun von den endgültigen Investitionsentscheidungen der Konzerne und der Bereitstellung der staatlichen Infrastruktur ab.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Südkoreas gewaltiger 576-Milliarden-Dollar-Plan für Chips und KI wird als strategische Notwendigkeit dargestellt, um Lieferketten zu sichern und Chinas technologischem Aufstieg entgegenzuwirken. Die Investition, die sich auf neue Cluster außerhalb von Seoul konzentriert, wird sowohl als wirtschaftlicher Ausgleich als auch als entscheidender Schritt im globalen KI-Wettrüsten beschrieben.
Das 576-Milliarden-Dollar-Megaprojekt Südkoreas wird als bahnbrechende staatliche Initiative gefeiert, um die globale KI-Chipindustrie zu dominieren. Der Plan, der Investitionen in unterentwickelte Regionen lenkt, gilt als Modell einer koordinierten Industriepolitik, die technologischen Ehrgeiz mit territorialer Gerechtigkeit verbindet.
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