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Wirtschaft & MärkteSonntag, 28. Juni 2026

Spaniens Alleingang in der EU-Chinapolitik: Investitionen in Fabriken statt Zölle

Madrid hat sich gegen neue Handelsbarrieren gestellt und chinesische Investitionen in Elektrofahrzeuge und Batterien angezogen, während Brüssel um eine gemeinsame Linie ringt.

Auf dem Europäischen Rat am 18. Juni hat sich der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez gegen neue handelspolitische Schutzmaßnahmen gegenüber China gestellt und die Volksrepublik als „potenziellen Verbündeten“ bezeichnet. Dieser Alleingang zeitigt unmittelbare Folgen: Spanien verzeichnet das schnellste Wachstum chinesischer Investitionen in der EU, insbesondere bei Elektrofahrzeugen. Absolut liegt das Land nur noch hinter Ungarn. Das sichtbarste Projekt ist die 4,1 Milliarden Euro schwere Gigafactory von CATL und Stellantis in Saragossa, deren Produktion Ende 2026 anlaufen soll.

Die spanische Öffnung ist Teil einer breiteren strategischen Neuausrichtung chinesischer Hersteller. Angesichts von EU-Zöllen von bis zu 45 Prozent auf importierte Elektroautos setzen Unternehmen wie BYD zunehmend auf lokale Produktion. BYD-Vizepräsidentin Stella Li erklärte diese Woche, man bevorzuge die Übernahme bestehender Fabriken für das zweite europäische Werk. Spanien bietet dafür wettbewerbsfähige Lohnkosten und ungenutzte Industrieanlagen – Bedingungen, die auch andere chinesische Unternehmen anziehen.

Der Kurswechsel vertieft die Kluft in der EU. Während Frankreich und die Kommission auf zusätzliche handelspolitische Instrumente drängen, zeigt Madrids Haltung, dass jahrelanges „De-risking“ kaum messbare Erfolge bei der Verringerung von Abhängigkeiten oder Handelsdefiziten gebracht hat. Aus Pekinger Sicht sind Europas Wettbewerbsprobleme ohnehin hausgemacht. Die anhaltende Fixierung auf Handelsbilanzen verstellt den Blick auf eine Debatte, die in Indien bereits in die Lehrpläne einfließt: Fortschritt müsse an menschlicher Entwicklung und Nachhaltigkeit gemessen werden, nicht allein am BIP. Unterdessen sucht Brüssel das Gespräch mit China – Kommissionspräsidentin von der Leyen wurde beauftragt, ergebnisorientiert zu verhandeln.

Jenseits Europas verschärft sich der Wettbewerb um Einfluss. Auf dem Nigeria-EU-Business-Forum warben EU und ECOWAS mit Nigeria als Tor zu Afrikas 1,4 Milliarden Verbrauchern. China hat jedoch bereits zum Monatswechsel den zollfreien Marktzugang für die meisten afrikanischen Volkswirtschaften ausgeweitet und bietet konkrete Handelserleichterungen, die die Kalkulation von Exporteuren von der Elfenbeinküste bis Lesotho verändern. Der G7-Gipfel in Évian-les-Bains wird zeigen, ob internationale Kooperation mit diesen Verschiebungen Schritt halten kann. Die nächste Runde des EU-China-Dialogs und der Produktionsstart des spanischen Batteriewerks sind die nächsten Etappen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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45%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Kontinentaleuropäische PresseChinesische Presse
Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
AlarmEmpörungDringlichkeit

Spanien agiert durch bilaterale Abkommen wie ein Brecheisen, das die Tür der EU für China öffnet und die gemeinsame europäische Strategie untergräbt. Milliardeninvestitionen Chinas in strategische spanische Sektoren verschärfen das Handelsdefizit und vertiefen die Spaltung zwischen den Mitgliedstaaten. Die Haltung Madrids droht die Verhandlungsposition Europas zu schwächen.

Chinesische Presse/ Staatlich
PragmatismusSkepsis

Die EU gibt China die Schuld an ihrem Handelsdefizit, doch die wahren Probleme liegen in ihren eigenen inneren makroökonomischen Ungleichgewichten. Peking präsentiert sich als verlässlicher Partner, der zu konstruktivem Dialog bereit ist, während Brüssel nach Sündenböcken sucht. Die Haltung Madrids spiegelt eine pragmatische Entscheidung wider, der andere europäische Länder folgen könnten.

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Sonntag, 28. Juni 2026

Spaniens Alleingang in der EU-Chinapolitik: Investitionen in Fabriken statt Zölle

Madrid hat sich gegen neue Handelsbarrieren gestellt und chinesische Investitionen in Elektrofahrzeuge und Batterien angezogen, während Brüssel um eine gemeinsame Linie ringt.

Auf dem Europäischen Rat am 18. Juni hat sich der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez gegen neue handelspolitische Schutzmaßnahmen gegenüber China gestellt und die Volksrepublik als „potenziellen Verbündeten“ bezeichnet. Dieser Alleingang zeitigt unmittelbare Folgen: Spanien verzeichnet das schnellste Wachstum chinesischer Investitionen in der EU, insbesondere bei Elektrofahrzeugen. Absolut liegt das Land nur noch hinter Ungarn. Das sichtbarste Projekt ist die 4,1 Milliarden Euro schwere Gigafactory von CATL und Stellantis in Saragossa, deren Produktion Ende 2026 anlaufen soll.

Die spanische Öffnung ist Teil einer breiteren strategischen Neuausrichtung chinesischer Hersteller. Angesichts von EU-Zöllen von bis zu 45 Prozent auf importierte Elektroautos setzen Unternehmen wie BYD zunehmend auf lokale Produktion. BYD-Vizepräsidentin Stella Li erklärte diese Woche, man bevorzuge die Übernahme bestehender Fabriken für das zweite europäische Werk. Spanien bietet dafür wettbewerbsfähige Lohnkosten und ungenutzte Industrieanlagen – Bedingungen, die auch andere chinesische Unternehmen anziehen.

Der Kurswechsel vertieft die Kluft in der EU. Während Frankreich und die Kommission auf zusätzliche handelspolitische Instrumente drängen, zeigt Madrids Haltung, dass jahrelanges „De-risking“ kaum messbare Erfolge bei der Verringerung von Abhängigkeiten oder Handelsdefiziten gebracht hat. Aus Pekinger Sicht sind Europas Wettbewerbsprobleme ohnehin hausgemacht. Die anhaltende Fixierung auf Handelsbilanzen verstellt den Blick auf eine Debatte, die in Indien bereits in die Lehrpläne einfließt: Fortschritt müsse an menschlicher Entwicklung und Nachhaltigkeit gemessen werden, nicht allein am BIP. Unterdessen sucht Brüssel das Gespräch mit China – Kommissionspräsidentin von der Leyen wurde beauftragt, ergebnisorientiert zu verhandeln.

Jenseits Europas verschärft sich der Wettbewerb um Einfluss. Auf dem Nigeria-EU-Business-Forum warben EU und ECOWAS mit Nigeria als Tor zu Afrikas 1,4 Milliarden Verbrauchern. China hat jedoch bereits zum Monatswechsel den zollfreien Marktzugang für die meisten afrikanischen Volkswirtschaften ausgeweitet und bietet konkrete Handelserleichterungen, die die Kalkulation von Exporteuren von der Elfenbeinküste bis Lesotho verändern. Der G7-Gipfel in Évian-les-Bains wird zeigen, ob internationale Kooperation mit diesen Verschiebungen Schritt halten kann. Die nächste Runde des EU-China-Dialogs und der Produktionsstart des spanischen Batteriewerks sind die nächsten Etappen.

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Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
AlarmEmpörungDringlichkeit

Spanien agiert durch bilaterale Abkommen wie ein Brecheisen, das die Tür der EU für China öffnet und die gemeinsame europäische Strategie untergräbt. Milliardeninvestitionen Chinas in strategische spanische Sektoren verschärfen das Handelsdefizit und vertiefen die Spaltung zwischen den Mitgliedstaaten. Die Haltung Madrids droht die Verhandlungsposition Europas zu schwächen.

Chinesische Presse/ Staatlich
PragmatismusSkepsis

Die EU gibt China die Schuld an ihrem Handelsdefizit, doch die wahren Probleme liegen in ihren eigenen inneren makroökonomischen Ungleichgewichten. Peking präsentiert sich als verlässlicher Partner, der zu konstruktivem Dialog bereit ist, während Brüssel nach Sündenböcken sucht. Die Haltung Madrids spiegelt eine pragmatische Entscheidung wider, der andere europäische Länder folgen könnten.

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