
Ferngezündete Doppelanschläge in Nordwestpakistan fordern sieben Tote
Die Explosionen in Bannu galten zunächst einem Passagierfahrzeug, dann den Rettungskräften; die Behörden vermuten die pakistanischen Taliban hinter dem Anschlag.
Bei zwei mit improvisierten Sprengsätzen verübten Anschlägen sind am Samstag im Distrikt Bannu in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa mindestens sieben Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Nach Polizeiangaben detonierte zunächst eine ferngezündete Bombe neben einem privaten Pick-up mit Fahrgästen, die aus dem Dorf Hathi Khel in die Stadt Bannu unterwegs waren. Als Verletzte in ein Krankenhaus gebracht werden sollten, ereignete sich am selben Ort eine zweite Explosion, die offenbar gezielt auf Helfer und Sicherheitskräfte abzielte. Die Sicherheitskräfte riegelten das Gebiet ab und leiteten eine Untersuchung ein, erste Festnahmen gab es zunächst nicht.
Die pakistanische Regierung unter Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Anschlag und erklärte, Islamabad bleibe entschlossen, den Terrorismus auszumerzen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Sharif sicherte den Angehörigen der Opfer staatliche Unterstützung zu. Der Ministerpräsident der Provinz, Sohail Afridi, ordnete eine umfassende Untersuchung an. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hieß es, der modus operandi – die Abfolge einer ersten Bombe mit nachfolgender Sprengfalle gegen Ersthelfer – deute auf die militante Gruppe Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) hin, auch wenn sich zunächst niemand bekannte. Die TTP ist in der Grenzregion zu Afghanistan besonders aktiv und hat in der Vergangenheit ähnliche Anschläge verübt.
Islamabad sieht in der jüngsten Häufung von Anschlägen eine direkte Folge der Rückkehr der Taliban in Kabul im Jahr 2021. Aus pakistanischer Sicht bietet afghanisches Territorium führenden TTP-Kadern und ausländischen Netzwerken weiterhin einen Rückzugsraum, was die Taliban-Regierung in Kabul bestreitet. Die afghanischen Behörden weisen laut Berichten aus der Region jegliche Verantwortung zurück und haben ihrerseits wiederholt vor grenzüberschreitenden Operationen gewarnt. Die Beziehungen beider Länder sind seit dem Herbst massiv belastet; pakistanische Luftschläge auf vermutete TTP-Stellungen nahe der gemeinsamen Grenze töteten zuletzt nach afghanischen Quellen zwölf Zivilisten, während Islamabad von getöteten Taliban-Kämpfern sprach. Wesentliche Grenzübergänge bleiben nahezu geschlossen, was den bilateralen Handel beeinträchtigt.
Internationale Akteure verfolgen die Eskalation mit Sorge. Westliche Sicherheitsbeobachter weisen darauf hin, dass eine Destabilisierung Pakistans Rückwirkungen auf die gesamte Region und damit auch auf die Sicherheitsinteressen europäischer Staaten haben kann. Die pakistanische Regierung steht innenpolitisch unter Druck, die Sicherheit zu gewährleisten; gleichzeitig wächst die Frustration über die mangelnde Kooperationsbereitschaft Kabuls. Die afghanische Seite hingegen betont ihre begrenzten Kontrollmöglichkeiten in den weitläufigen Grenzprovinzen. Ein diplomatischer Lösungsansatz ist gegenwärtig nicht zu erkennen; vielmehr deuten die jüngsten Militärschläge auf eine weitere Militarisierung des Konflikts hin. Die pakistanischen Ermittler suchen nun nach forensischen Beweisen und möglichen Hintermännern; mit Abschluss der Untersuchung wird in den kommenden Tagen gerechnet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Pakistan machte Afghanistan für einen doppelten Bombenanschlag am Straßenrand in Bannu verantwortlich, bei dem sieben Menschen, darunter Rettungskräfte, getötet wurden. Die ferngezündeten Explosionen unterstreichen die anhaltende grenzüberschreitende Bedrohung der regionalen Sicherheit.
Zwei Bomben explodierten im Distrikt Bannu, trafen erst ein Passagierfahrzeug und dann Rettungskräfte, was sieben Tote forderte. Die Behörden gaben Opferzahlen bekannt, doch niemand bekannte sich zu dem Anschlag.
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