
Senat blockiert Resolution zu Trumps Kriegsvollmachten – Iran-Deal bleibt im Dunkeln
Mit einer knappen Mehrheit von 48 zu 47 Stimmen scheiterte ein Vorstoß der Demokraten, der den Präsidenten zu einer Kongressgenehmigung für Militäraktionen gegen Iran verpflichtet hätte.
Der US-Senat hat am Dienstag eine von Senator Raphael Warnock eingebrachte Resolution abgelehnt, die Donald Trumps exekutive Kriegsvollmachten gegenüber Iran einschränken sollte. Die Abstimmung endete mit 47 zu 48 Stimmen – ein Patt, das die demokratische Initiative scheitern ließ. Vier Republikaner, darunter die traditionell parteiunabhängigen Stimmen von Rand Paul und Susan Collins, stimmten mit fast allen Demokraten für die Vorlage; der demokratische Senator John Fetterman aus Pennsylvania war der einzige Abweichler in den Reihen der Opposition. Die Resolution hätte den Präsidenten verpflichtet, sämtliche US-Streitkräfte aus Feindseligkeiten gegen Iran abzuziehen, sofern der Kongress nicht ausdrücklich den Krieg erklärt oder eine entsprechende Ermächtigung erteilt.
Der gescheiterte Vorstoß ist bereits der neunte Versuch der Demokraten in diesem Jahr, die militärischen Handlungsspielräume des Weißen Hauses gegenüber Teheran per Gesetz zu begrenzen. Seit Februar führen die USA gemeinsam mit Israel Luftangriffe auf iranische Stellungen durch, ohne dass der Kongress eine formelle Kriegserklärung verabschiedet hat. Die erneute Abstimmung fiel in eine Phase akuter diplomatischer Spannung: Präsident Trump hatte kurz zuvor ein Rahmenabkommen mit Iran verkündet, das die monatelangen Kampfhandlungen beenden soll. Dessen konkrete Inhalte bleiben jedoch geheim, und aus dem Kapitol werden zunehmend Forderungen nach Transparenz laut. Republikaner wie Mehrheitsführer John Thune verweisen auf den Iran Nuclear Agreement Review Act von 2015, der bei Abkommen mit Bezug zum iranischen Atomprogramm eine Vorlage zur Prüfung durch den Kongress vorschreibt.
Aus Washingtoner Sicht spiegelt die Abstimmung eine tiefe parteipolitische Kluft wider, die nur von wenigen Abgeordneten überbrückt wird. Die meisten Republikaner stützen Trumps exekutive Autorität in Sicherheitsfragen, während Demokraten auf verfassungsrechtliche Kontrollmechanismen pochen. Iranische Medien wie Khabar Online und Donya-e Eqtesad interpretieren das Scheitern der Resolution als faktische Fortsetzung der militärischen Drohkulisse und warnen vor einem Diktatfrieden, dessen Bedingungen Teheran ohne parlamentarische Rückendeckung in Washington akzeptieren müsste. Russische Berichterstatter von Wedomosti und Interfax betonen dagegen die grundsätzliche Debatte über präsidiale Kriegsvollmachten und verweisen auf ähnliche Konflikte in der jüngeren US-Geschichte.
Für Deutschland und die europäischen Partner bleibt die Lage besorgniserregend. Die E3-Staaten – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – haben sich jahrelang für eine diplomatische Lösung des Atomstreits eingesetzt und wären von einer Eskalation unmittelbar betroffen, sowohl sicherheitspolitisch als auch durch mögliche Energiepreisschocks. Die fehlende Transparenz des Rahmenabkommens erschwert eine abgestimmte europäische Reaktion. Sollte Trump das Abkommen ohne substanzielle Kongressbeteiligung umsetzen, könnte dies einen Präzedenzfall schaffen, der die Rolle des Parlaments in der Außenpolitik weiter schwächt – mit potenziellen Auswirkungen auf die transatlantische Koordination.
Die knappe Mehrheit zeigt, dass der Widerstand gegen eine unkontrollierte Exekutive wächst, aber noch nicht ausreicht. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein: Sollte der Kongress auf einer Prüfung des Iran-Abkommens bestehen, könnte sich ein neuer institutioneller Machtkampf entzünden. Bis dahin bleibt die Autorität des Präsidenten, militärische Gewalt einzusetzen, faktisch unangetastet – ein Zustand, der in europäischen Hauptstädten mit wachsender Sorge beobachtet wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der US-Senat hat mit einer Stimme Mehrheit eine Resolution abgelehnt, die Trumps militärische Befugnisse gegenüber Iran einschränken sollte. 48 Senatoren stimmten dagegen, 47 dafür, womit der Präsident weiterhin ohne Kongressgenehmigung militärisch agieren kann.
Der Senat blockierte knapp eine von Demokraten eingebrachte Resolution zur Begrenzung von Trumps Kriegsbefugnissen gegen Iran, 48 zu 47. Die Abstimmung fiel mit der Ankündigung eines Rahmenabkommens des Weißen Hauses mit Teheran zusammen, was Forderungen nach Kongressaufsicht und Details verstärkte.
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