
Selenskyj erwägt Wechsel an der Armeespitze nach Protesten gegen Ministerentlassung
Die Entlassung des reformorientierten Verteidigungsministers Fedorow hat in der Ukraine Massenproteste ausgelöst; nun könnte auch der Oberbefehlshaber Syrskyj abgelöst werden.
Die ukrainische Regierung steht vor einer schweren innenpolitischen Krise, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj den Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow entlassen hat. Seit drei Tagen demonstrieren in Kiew, Odessa und weiteren Städten tausende Menschen gegen die Entscheidung und fordern zugleich die Ablösung des Oberbefehlshabers der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Wie die Financial Times und das ukrainische Portal „Serkalo Nedeli“ unter Berufung auf Regierungsquellen berichten, erwägt Selenskyj nun tatsächlich, Syrskyj zu ersetzen – vorausgesetzt, es findet sich ein Nachfolger, der eine geordnete Kommandoübergabe und die Stabilität der 1.200 Kilometer langen Front gewährleisten kann.
Aus dem Umfeld des Präsidenten wird die Entlassung Fedorows als Folge eines monatelangen Machtkampfes mit Syrskyj beschrieben. Der 35-jährige Fedorow, der als Architekt des ukrainischen Drohnenkriegs gilt, hatte wiederholt mit dem 60-jährigen General über die Modernisierung der Armee gestritten. Syrskyj, so berichten es die Financial Times und die italienische Zeitung Open unter Berufung auf Kiewer Beamte, habe Selenskyj schließlich vor die Wahl gestellt: „Entweder er oder ich.“ Nach seiner Entlassung warf Fedorow dem Oberbefehlshaber öffentlich Korruption, Reformblockade und strategische Kurzsichtigkeit vor. Die Demonstranten, unter ihnen viele Veteranen, skandieren „Schande“ und „Gebt uns Fedorow zurück“; in Kiew trugen einige Plakate mit direkter Kritik an Selenskyj, der als „Liquidator der Ukraine“ bezeichnet wurde.
Internationale Reaktionen unterstreichen die Tragweite des Konflikts. In westlichen Hauptstädten wird die Entlassung Fedorows mit Sorge gesehen. Die New York Times und die Londoner Times werten den Schritt als schweren Fehler, der die militärische Modernisierung gefährde. Die dänische Jyllands-Posten spricht von „politischen Zickzack-Kursen“ Selenskyjs, die das Vertrauen der Partner untergrüben. Gleichzeitig berichten russische Staatsmedien wie Lenta.ru ausführlich über die Proteste und stellen sie als Beleg für eine von den USA gesteuerte „Farbrevolution“ dar. Nach Darstellung russischer Sicherheitskreise, über die die Agentur TASS berichtete, wurde zudem das Mobiltelefon Fedorows gehackt und dessen Kontakte offengelegt – ein Vorgang, der nach der Entlassung an Brisanz verloren habe.
Die Krise fällt in eine Phase, in der die Front weitgehend stabilisiert ist und die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Nachschublinien Wirkung zeigen. Westliche Partner Kiews, wie das Portal „Serkalo Nedeli“ berichtet, hoffen, dass Fedorow nun eine neu geschaffene Koordinationsrolle für Rüstungstechnologie übernehmen könnte – eine Art „Zar“ für Drohnen und digitale Kriegsführung. Ob Selenskyj tatsächlich Syrskyj entlässt, dürfte von den für das Wochenende anberaumten Gesprächen mit den Kommandeuren abhängen. Die Entscheidung wird nicht nur über die künftige militärische Ausrichtung der Ukraine bestimmen, sondern auch über die politische Stabilität des Landes in einem Krieg, der bereits im fünften Jahr andauert.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
Die Ukraine steckt in einer tiefen politischen und militärischen Krise; Selenskyjs verzweifelter Versuch, Syrsky zu entlassen, riskiert eine weitere Schwächung der Front.
Verwendet dramatische Sprache und betont den internen Konflikt, um ein Gefühl von Dringlichkeit und Krise zu erzeugen.
Der ukrainische Präsident erwägt Armeeänderungen nach den Protesten; die Situation wird ruhig und pragmatisch gehandhabt.
Berichtet Fakten ohne Interpretation und stellt die Geschichte als routinemäßige Verwaltung dar.
Lässt den internen Konflikt zwischen Syrsky und Fedorov aus, der von der europäischen Presse hervorgehoben wird.
Der ukrainische Präsident erwägt Armeeänderungen nach den Protesten; die Situation wird ruhig und pragmatisch gehandhabt.
Berichtet Fakten ohne Interpretation und stellt die Geschichte als routinemäßige Verwaltung dar.
Lässt den internen Konflikt zwischen Syrsky und Fedorov aus, der von der europäischen Presse hervorgehoben wird.
Erweitere deinen Horizont
Ölpreis durchbricht 90-Dollar-Marke: Eskalation am Hormuz treibt Rohöl auf Höchststand seit Juni
8 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyPrüfungen im Ausnahmezustand: Wie Bildungssysteme auf Krieg, Druck und Gewalt reagieren
6 Sprachen · 10 Quellen
Aus Science & HealthMSF prangert Inhaftierung von Medizinern an – Gesundheitskrise in Gaza verschärft sich
5 Sprachen · 7 Quellen