
Polare Kälte in Argentinien, Hitze in Europa: Wetterextreme prägen den Globus
Während eine historische Kältewelle in Argentinien für Frost und Temperaturstürze sorgt, bereitet sich Südeuropa auf eine neue Hitzewelle mit bis zu 40 Grad vor, und Moskau meldet sintflutartige Regenfälle.
Eine außergewöhnliche polare Kältewelle hat weite Teile Argentiniens erfasst und lässt die Temperaturen auf Werte stürzen, die selbst für den beginnenden Südwinter ungewöhnlich sind. In der Hauptstadt Buenos Aires wurden am frühen Morgen nur 2 Grad Celsius gemessen, in der Provinz drohen Minima von bis zu minus 2 Grad. Der nationale Wetterdienst gab für sieben Provinzen sowie die Stadt selbst eine gelbe Alarmstufe wegen extremer Kälte heraus. Besonders betroffen sind auch Tucumán, wo die Thermometer bis zum Wochenende auf 5 Grad fallen sollen, sowie das zentrale Tiefland. Verantwortlich für diesen Kaltlufteinbruch ist das Zusammenspiel einer Zyklogenese – der Bildung eines kräftigen Tiefdruckgebiets – mit einer blockierenden Hochdruckzone, die das Land regelrecht spaltet: Während der Norden und das Zentrum unter Frost und teils heftigen Gewittern ächzen, herrscht in Patagonien ungewöhnliche Wärme. Meteorologen sprechen von einer historischen Anomalie, die bestehende Temperaturrekorde für Juni brechen dürfte.
Zeitgleich bereitet sich der Mittelmeerraum auf das genaue Gegenteil vor. Ein massiver antizyklonaler Rücken, gespeist aus subtropischer Saharaluft, dehnt sich von Nordafrika Richtung Italien aus und bringt eine neue Hitzewelle mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad. Die ursprünglich trockenen Luftmassen aus Algerien, Tunesien und Libyen laden sich beim Überqueren des Mittelmeers mit Feuchtigkeit auf, was die Hitze besonders drückend macht. In Marokko sorgt ein Hitzetief aus der Sahara im Landesinneren für weit überdurchschnittliche Temperaturen, während die Küsten dank kühler Atlantikströmungen gemäßigt bleiben. Einen völlig anderen Charakter zeigt das Wetter in Moskau: Dort entlädt sich eine stationäre Frontenwelle mit sintflutartigen Regenfällen, Hagel und Sturmböen. Binnen 24 Stunden könnten bis zu 50 Millimeter Niederschlag fallen – das entspricht fast zwei Dritteln der gesamten Juni-Norm. Die Temperaturen liegen mit 8 bis 13 Grad nachts und 15 bis 20 Grad am Tag rund fünf Grad unter dem klimatologischen Mittel.
Auch auf dem amerikanischen Doppelkontinent sorgen massive Niederschläge für Schlagzeilen. In Texas hat eine tropische Feuchtezunge anhaltende Starkregen ausgelöst, die den Wetterdienst zu Sturzflutwarnungen für weite Teile des Bundesstaates veranlassten, darunter die Ballungsräume Austin und San Antonio. Im mexikanischen Monterrey verwandelten heftige Gewitter Straßen in reißende Flüsse, ein Abwasserkanal brach unter der Macroplaza auf, und es bildete sich ein Krater. Die Hauptstadt Mexiko-Stadt rief für acht Bezirke die gelbe Alarmstufe aus – Hagel und bis zu 30 Millimeter Regen binnen weniger Stunden waren die Folge. In Brasilien treibt eine Kaltfront über den Südosten hinweg und bringt São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte kräftige Schauer sowie einen markanten Temperatursturz. Für über 100 Städte in Minas Gerais wurde eine Unwetterwarnung mit Hagelgefahr ausgegeben, während São Paulo mit Höchstwerten um nur 15 Grad zu den kühlsten Hauptstädten der Region zählt.
In Asien schreitet der Südwestmonsun weiter voran. Die indische Meteorologiebehörde meldete das Erreichen der Bundesstaaten Andhra Pradesh und Westbengalen; in den kommenden Tagen dürfte der Monsun auch Telangana, Odisha und Bihar erfassen. In Indonesien warnen die Behörden vor sehr ergiebigen Regenfällen, besonders in Nordsumatra, Sulawesi und den Molukken. Ein gegensätzliches Bild bietet der Iran: Während in Teheran bei zunehmender Bewölkung und Staubstürmen die Temperaturen steigen, drohen in acht Provinzen – darunter West- und Ost-Aserbaidschan sowie Gilan – heftige Gewitter mit Überschwemmungsgefahr. In den Vereinigten Arabischen Emiraten gehen die Temperaturen bei staubigem Himmel leicht zurück.
Die parallelen Extreme sind Ausdruck einer blockierenden planetarischen Zirkulation, die Tiefdrucktröge und Hochdruckrücken über Tage hinweg ortsfest hält. Während die polare Luft in Südamerika durch einen ungewöhnlich weit nach Norden ausgreifenden Trog bis in subtropische Breiten vordringt, stützt der afrikanische Antizyklon die Hitzeglocke über dem Mittelmeer. Die heftigen Regenfälle in Moskau, Texas und Brasilien gehen auf langsam ziehende Frontensysteme und tropische Feuchteadvektion zurück. Auch wenn sich einzelne Ereignisse nicht unmittelbar dem Klimawandel zuordnen lassen, fügen sie sich in das Bild einer häufigeren Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Wetterextreme, das Fachleute weltweit mit Sorge beobachten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine polare Kältewelle trifft Südamerika, mit anomalen Temperaturen und Frösten, die historische Rekorde brechen. Die nationalen Wetterdienste haben gelbe Warnungen vor extremer Kälte, Wind und Schnee in mehreren Regionen herausgegeben, während eine Zyklogenese den Temperatursturz verstärkt. Bewölkter Himmel, Regen und eine allmähliche Besserung werden erst zur Wochenmitte erwartet.
Eine neue extreme Hitzewelle wird Europa treffen, angetrieben von einem massiven afrikanischen Hochdruckgebiet, das das Wetter stabilisiert und die Temperaturen weit über die klimatischen Mittelwerte treibt. Das kommende Wochenende wird den Weg für eine lange Phase stabiler Hitze und ausbleibender Niederschläge ebnen. Die Temperaturen werden auf außergewöhnliche Werte steigen, wobei saharaähnliche Bedingungen das Mittelmeerbecken betreffen.
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