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Ausgabe von 10:00 CETDonnerstag, 2. Juli 2026
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Gesellschaft & KulturDienstag, 30. Juni 2026

Ein flehentlicher Brief und eine Nonne an der Spitze

Papst Leo XIV. ernennt mit Alessandra Smerilli die dritte Frau an die Spitze eines vatikanischen Dikasteriums und versucht gleichzeitig, ein Schisma der Lefebvrianer in der Schweiz abzuwenden.

Es war der Vorabend des Hochfestes der Apostel Petrus und Paulus, als Papst Leo XIV. zur Feder griff. In einem auf Französisch verfassten Schreiben, datiert auf den 29. Juni, wandte er sich an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarani. „Ich flehe Sie an und bitte Sie von ganzem Herzen: Kehren Sie um!“, schrieb der Papst. Zwei Tage später sollten in Écône, im schweizerischen Wallis, vier Bischöfe ohne päpstliches Mandat geweiht werden – ein Akt, der nach Kirchenrecht die automatische Exkommunikation nach sich zieht. Der Brief, in dem Leo XIV. von einer „Sünde von äußerster Schwere“ sprach und an das geistliche Wohl der Gläubigen appellierte, war ein letzter Versuch, eine Spaltung zu verhindern, die seit den unerlaubten Weihen von 1988 wie ein Schatten über der Gemeinschaft liegt.

Wenige Stunden nach diesem dramatischen Appell gab der Heilige Stuhl eine Personalie bekannt, die in eine andere Richtung weist. Die italienische Ordensfrau Alessandra Smerilli, eine 51-jährige Salesianerin und Wirtschaftswissenschaftlerin, wird zum 1. September Präfektin des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen. Sie tritt die Nachfolge des kanadischen Kardinals Michael Czerny an, der mit 80 Jahren aus dem Amt scheidet. Smerilli, die dem Dikasterium bereits als Sekretärin diente, ist nach Simona Brambilla und María Montserrat Alvarado die dritte Frau, die in der römischen Kurie den Rang einer Präfektin bekleidet.

Die Ernennung fügt sich in einen Kurs, den Leos Vorgänger Franziskus eingeschlagen hatte. Von italienischen Beobachtern wird sie als Fortsetzung jener „Förderung der Frauen“ gelesen, die Franziskus zu einem Grundpfeiler seiner Personalpolitik machte. Zugleich zeigt sich eine strukturelle Besonderheit: Parallel zu Smerilli wurde Kardinal Fabio Baggio zum Pro-Präfekten desselben Dikasteriums ernannt. Diese Doppelspitze, wie sie bereits bei der Präfektin Brambilla praktiziert wird, trägt dem Umstand Rechnung, dass bestimmte Amtshandlungen die Priesterweihe voraussetzen – ein Vorbehalt, der in der katholischen Kirche Männern vorbehalten bleibt. Schwedische und libanesische Medien griffen die Personalie als „historischen Schritt“ auf, während in Argentinien vor allem der Brief an die Lefebvrianer Beachtung fand.

Die Gleichzeitigkeit der beiden Nachrichten – die Öffnung für Frauen in Leitungspositionen und der Kampf gegen eine traditionalistische Abspaltung – zeichnet das Bild eines Pontifikats, das sich in mehreren Spannungsfeldern bewegt. Die Priesterbruderschaft St. Pius X., 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet, lehnt zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab und hat sich mit über 750 Priestern und 250 Ordensschwestern zu einer parallelen Struktur entwickelt. Dass der Papst in seinem Brief nicht nur mit kirchenrechtlichen Konsequenzen argumentierte, sondern das „geistliche Wohl der Gläubigen“ in den Mittelpunkt stellte, verweist auf eine pastorale Sorge, die auch die Personalentscheidungen prägt.

Am 1. September wird Schwester Alessandra Smerilli ihr Amt antreten. In den Räumen des Dikasteriums, das für Migration, Umwelt und Entwicklung zuständig ist, wird dann eine Frau den Vorsitz führen, die einst von Franziskus zur ersten Sekretärin eines Dikasteriums ernannt wurde. Der Brief des Papstes aber, geschrieben mit „betrübtem, aber noch immer hoffnungsvollem Herzen“, bleibt als ein Dokument des Ringens um Einheit im Gedächtnis – ein Flehen, das in den Walliser Bergen verhallte oder Gehör fand.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Kontinentaleuropäische PresseArabische Levante-Maghreb-Presse
Kontinentaleuropäische Presse
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Papst Leo XIV. hat Schwester Alessandra Smerilli zur Präfektin des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen ernannt und sie damit zur dritten Frau in einem solchen Amt im Vatikan gemacht. Der Schritt setzt den von Franziskus eingeschlagenen Weg fort, der bereits Frauen in Spitzenpositionen der Kurie befördert hatte. Die salesianische Ökonomin, zuvor Sekretärin des Dikasteriums, wird das Büro für Migration, Umwelt und Entwicklung leiten.

Arabische Levante-Maghreb-Presse
TriumphPragmatismus

In einem historischen Schritt hat Papst Leo XIV. erstmals eine Frau in ein hohes Amt des Heiligen Stuhls berufen und Schwester Alessandra Smerilli zur Leiterin des Büros für Migration, Umwelt und Entwicklung befördert. Die Entscheidung führt das Erbe von Franziskus fort, der die Förderung von Frauen zu einem Eckpfeiler seines Pontifikats gemacht hatte. Die italienische Ökonomin wird so zum Symbol für den neuen Kurs des Vatikans.

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Dienstag, 30. Juni 2026

Ein flehentlicher Brief und eine Nonne an der Spitze

Papst Leo XIV. ernennt mit Alessandra Smerilli die dritte Frau an die Spitze eines vatikanischen Dikasteriums und versucht gleichzeitig, ein Schisma der Lefebvrianer in der Schweiz abzuwenden.

Es war der Vorabend des Hochfestes der Apostel Petrus und Paulus, als Papst Leo XIV. zur Feder griff. In einem auf Französisch verfassten Schreiben, datiert auf den 29. Juni, wandte er sich an den Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarani. „Ich flehe Sie an und bitte Sie von ganzem Herzen: Kehren Sie um!“, schrieb der Papst. Zwei Tage später sollten in Écône, im schweizerischen Wallis, vier Bischöfe ohne päpstliches Mandat geweiht werden – ein Akt, der nach Kirchenrecht die automatische Exkommunikation nach sich zieht. Der Brief, in dem Leo XIV. von einer „Sünde von äußerster Schwere“ sprach und an das geistliche Wohl der Gläubigen appellierte, war ein letzter Versuch, eine Spaltung zu verhindern, die seit den unerlaubten Weihen von 1988 wie ein Schatten über der Gemeinschaft liegt.

Wenige Stunden nach diesem dramatischen Appell gab der Heilige Stuhl eine Personalie bekannt, die in eine andere Richtung weist. Die italienische Ordensfrau Alessandra Smerilli, eine 51-jährige Salesianerin und Wirtschaftswissenschaftlerin, wird zum 1. September Präfektin des Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen. Sie tritt die Nachfolge des kanadischen Kardinals Michael Czerny an, der mit 80 Jahren aus dem Amt scheidet. Smerilli, die dem Dikasterium bereits als Sekretärin diente, ist nach Simona Brambilla und María Montserrat Alvarado die dritte Frau, die in der römischen Kurie den Rang einer Präfektin bekleidet.

Die Ernennung fügt sich in einen Kurs, den Leos Vorgänger Franziskus eingeschlagen hatte. Von italienischen Beobachtern wird sie als Fortsetzung jener „Förderung der Frauen“ gelesen, die Franziskus zu einem Grundpfeiler seiner Personalpolitik machte. Zugleich zeigt sich eine strukturelle Besonderheit: Parallel zu Smerilli wurde Kardinal Fabio Baggio zum Pro-Präfekten desselben Dikasteriums ernannt. Diese Doppelspitze, wie sie bereits bei der Präfektin Brambilla praktiziert wird, trägt dem Umstand Rechnung, dass bestimmte Amtshandlungen die Priesterweihe voraussetzen – ein Vorbehalt, der in der katholischen Kirche Männern vorbehalten bleibt. Schwedische und libanesische Medien griffen die Personalie als „historischen Schritt“ auf, während in Argentinien vor allem der Brief an die Lefebvrianer Beachtung fand.

Die Gleichzeitigkeit der beiden Nachrichten – die Öffnung für Frauen in Leitungspositionen und der Kampf gegen eine traditionalistische Abspaltung – zeichnet das Bild eines Pontifikats, das sich in mehreren Spannungsfeldern bewegt. Die Priesterbruderschaft St. Pius X., 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet, lehnt zentrale Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab und hat sich mit über 750 Priestern und 250 Ordensschwestern zu einer parallelen Struktur entwickelt. Dass der Papst in seinem Brief nicht nur mit kirchenrechtlichen Konsequenzen argumentierte, sondern das „geistliche Wohl der Gläubigen“ in den Mittelpunkt stellte, verweist auf eine pastorale Sorge, die auch die Personalentscheidungen prägt.

Am 1. September wird Schwester Alessandra Smerilli ihr Amt antreten. In den Räumen des Dikasteriums, das für Migration, Umwelt und Entwicklung zuständig ist, wird dann eine Frau den Vorsitz führen, die einst von Franziskus zur ersten Sekretärin eines Dikasteriums ernannt wurde. Der Brief des Papstes aber, geschrieben mit „betrübtem, aber noch immer hoffnungsvollem Herzen“, bleibt als ein Dokument des Ringens um Einheit im Gedächtnis – ein Flehen, das in den Walliser Bergen verhallte oder Gehör fand.

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Papst Leo XIV. hat Schwester Alessandra Smerilli zur Präfektin des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen ernannt und sie damit zur dritten Frau in einem solchen Amt im Vatikan gemacht. Der Schritt setzt den von Franziskus eingeschlagenen Weg fort, der bereits Frauen in Spitzenpositionen der Kurie befördert hatte. Die salesianische Ökonomin, zuvor Sekretärin des Dikasteriums, wird das Büro für Migration, Umwelt und Entwicklung leiten.

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In einem historischen Schritt hat Papst Leo XIV. erstmals eine Frau in ein hohes Amt des Heiligen Stuhls berufen und Schwester Alessandra Smerilli zur Leiterin des Büros für Migration, Umwelt und Entwicklung befördert. Die Entscheidung führt das Erbe von Franziskus fort, der die Förderung von Frauen zu einem Eckpfeiler seines Pontifikats gemacht hatte. Die italienische Ökonomin wird so zum Symbol für den neuen Kurs des Vatikans.

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