
Olympia-Vorbereitung und Junioren-Weltmeister: Eine Woche der Entscheidungen im Weltsport
Von den ersten LA28-Qualifikationspunkten im Skateboard über Sarah Sjöströms EM-Ticket bis zu kolumbianischem Golf-Gold – die vergangenen Tage boten ein dichtes Programm mit langfristigen Folgen.
In Rom fiel der Startschuss für den langen Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Die ersten Weltranglistenpunkte im Skateboard wurden bei der World Skateboarding Tour vergeben, und die Wettkämpfe in Park und Street setzten gleich mehrere Maßstäbe. Die 15-jährige Japanerin Mizuho Hasegawa erzielte im Park mit 96,33 Punkten den höchsten jemals auf der Tour notierten Wert bei den Frauen und verwies die britische Weltmeisterin Sky Brown auf Rang zwei, die ihrerseits als erste Athletin drei Läufe mit mehr als 90 Punkten absolvierte. Bei den Männern gewann der Japaner Issei Sakurai ein Finale, in dem fünf Skater die 90-Punkte-Marke übertrafen. Im Street-Wettbewerb dominierte die Australierin Chloe Covell mit dem größten Vorsprung der Tour-Geschichte – 22 Punkte vor der Japanerin Yumeka Oda –, während bei den Männern Sora Shirai einen rein japanischen Podestplatz anführte. Aus deutschsprachiger Sicht blieben Podestplätze aus, doch die Ergebnisse zeichnen die Kräfteverhältnisse zu Beginn des zweijährigen Qualifikationszyklus vor.
Ebenfalls mit Blick auf Los Angeles kehrte die schwedische Schwimmikone Sarah Sjöström in Rom ins Wettkampfbecken zurück. In ihrem ersten Schmetterlingsrennen nach der Geburt ihres Kindes qualifizierte sie sich in 25,31 Sekunden über 50 Meter für die Europameisterschaften im August in Paris. Die US-Amerikanerin Gretchen Walsh war im selben Meeting mit 24,91 Sekunden die Einzige, die schneller blieb. Sjöström, Weltrekordhalterin seit 2014, ordnete den Rückstand nüchtern ein: „Irgendwo muss man anfangen, und mit jedem Rennen werde ich hoffentlich näher herankommen.“ Das langfristige Ziel sei ein Duell um die Medaillen in Los Angeles. Im brasilianischen Saquarema festigte derweil der amtierende Weltmeister Yago Dora mit seinem ersten Saisonsieg in der World Surf League seine Ambitionen. Der 15,00-Punkte-Erfolg gegen den Italiener Leonardo Fioravanti, der damit die Gesamtführung übernahm, schob Dora auf Rang drei der Rangliste. Die Plätze zwei bis sechs belegen ausschließlich Brasilianer, ein Zeichen der anhaltenden Stärke des Landes in dieser Disziplin.
Zwei Junioren-Weltmeisterschaften unterstrichen die Bedeutung der Nachwuchsförderung. Im japanischen Toyota verteidigte der Kolumbianer Tomás Restrepo seinen Titel bei der Toyota Junior Golf World Cup. Mit einem Gesamtergebnis von 14 unter Par und einer Schlussrunde von 68 Schlägen, in der er nach einem schwachen Start mit vier Birdies auf den zweiten neun Löchern zurückschlug, ist er der erste Kolumbianer mit zwei Titeln und erst der vierte Spieler überhaupt, dem dies gelang. Die kolumbianische Föderation betonte, Restrepo sei nicht in Bestform angereist, was den Erfolg zusätzlich bemerkenswert mache. Im Roller Freestyle gewann die zwölfjährige Brasilianerin Joana Caroline Tavares Melo bei der World Cup in Ostia die Silbermedaille. Mit 72,53 Punkten musste sie sich nur der Japanerin Ruka Teruya (74,50) geschlagen geben. Die Athletin aus Rio Preto, die bereits den brasilianischen Meistertitel hält, sieht die nächste Herausforderung in der Taça Brasil, die als Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Paraguay dient.
Die Veranstaltungen der vergangenen Tage waren mehr als isolierte Wettkämpfe. Sie markierten für viele Athleten den Beginn oder die Fortsetzung von Qualifikationswegen zu den großen Saisonhöhepunkten oder zu Olympia 2028. Während die Skateboarder nun auf die Weltmeisterschaften im Oktober in Asunción und den Weltcup im November in Utsunomiya blicken, richtet sich der Fokus der Surfer auf die nächsten WSL-Etappen, und Sjöström peilt bei der EM in Paris ihre ersten internationalen Medaillen nach der Babypause an. Die Nachwuchskräfte aus Golf und Rollsport wiederum haben mit ihren Podestplätzen die Tür zu weiteren Großereignissen aufgestoßen.
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