
Ölpreise steigen nach Bruch der Waffenruhe am Golf um zwölf Prozent in einer Woche
Die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran und die drohende Schließung des Roten Meeres treiben die Rohölnotierungen auf den höchsten Stand seit Juni.
Der Kollaps der Waffenruhe zwischen Washington und Teheran und die Wiederaufnahme massiver Militärschläge haben die Ölpreise in dieser Woche um rund zwölf Prozent in die Höhe getrieben. Am Freitag notierte die Nordseesorte Brent bei 85 bis 86 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI überschritt die Marke von 80 Dollar. Auslöser ist die von den USA erneut verhängte Seeblockade gegen iranische Häfen, die den Abfluss von Rohöl aus dem Persischen Golf drosselt, sowie eine Serie amerikanischer Luftangriffe auf militärische Ziele entlang der iranischen Küste und im Landesinneren.
Die Versorgungsrisiken beschränken sich nicht auf die Straße von Hormus. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat die iranische Führung die Huthi-Miliz im Jemen angewiesen, sich auf eine Sperrung der Route durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab vorzubereiten, falls die USA Irans Energieinfrastruktur angreifen. Saudi-Arabien hatte seit Beginn der Krise einen Teil seiner Exporte auf diesen Weg umgeleitet, um Hormus zu umgehen. Nach Daten von Kpler flossen im Juni täglich rund 7,4 Millionen Barrel durch das Bab al-Mandab – etwa sieben Prozent der Weltförderung. Eine gleichzeitige Blockade beider Wasserwege würde die globalen Lieferketten erheblich belasten und die Tankerverfügbarkeit verknappen, warnte Wael Makarem, Stratege bei Exness.
Aus Moskauer Sicht eröffnet die Krise ein Zeitfenster für höhere Exporterlöse. Die russischen Ölverschiffungen erreichten im Juni mit fast drei Millionen Barrel pro Tag einen Rekord, vor allem getrieben durch die Nachfrage Indiens, das mehr als die Hälfte seines Ölimports aus Russland deckte. Allerdings liegen nach Bloomberg-Daten noch Tanker mit 135 Millionen Barrel russischen Öls vor Ägypten und Singapur auf Reede. In Nigeria, wo die Benzinpreise während des vorangegangenen Konflikts stark gestiegen waren, blieben die Zapfsäulenpreise trotz zwischenzeitlich gesunkener Rohölnotierungen über der Marke von 1.000 Naira je Liter, da Wechselkurse und lokale Vertriebskosten die Weitergabe dämpften.
Die Internationale Energieagentur zeigte sich alarmiert. „Die Versorgungssicherheit bei Öl bleibt ein kritisches Thema“, sagte Exekutivdirektor Fatih Birol in Washington. Die US-Rohöllagerbestände sanken in der vergangenen Woche um 1,7 Millionen Barrel, weniger als erwartet, doch die geopolitische Risikoprämie dominiert das Marktgeschehen. Regionalvermittler aus Katar, Ägypten und Pakistan bemühen sich um neue Gespräche. Die nächste Wegmarke ist die Ankündigung Washingtons, in der kommenden Woche möglicherweise Irans kritische Infrastruktur ins Visier zu nehmen – eine Drohung, die Präsident Trump mehrfach wiederholte.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
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