
Nach dem WM-Finale: Ein geteiltes Video stürzt Rosalía in Argentinien ins Abseits
Nach einem Repost, der als Affront gegen Argentinien verstanden wurde, kämpft die Sängerin mit Konzertabsagen, Boykottaufrufen und einer gespaltenen Fangemeinde.
Als auf der Plattform X ein ‚Space‘ die Wogen glätten sollte, da eskalierte die Lage erst recht. Spanische und argentinische Fans der Sängerin Rosalía trafen sich digital, um den Eklat um einen missverständlichen Repost zu besprechen. Doch die versuchte Vermittlung schlug schnell in Häme um; die Wirtschaftskrise des südamerikanischen Landes wurde zum Gegenstand des Spotts, Gegenschläge folgten. Ein Raum, der für Versöhnung gedacht war, wurde zum Schauplatz eines Schlagabtauschs – ein Spiegel der erhitzten Gemüter wenige Tage nach der WM-Finalniederlage Argentiniens gegen Spanien.
Ausgangspunkt war ein harmlos erscheinender Klick. Rosalía hatte auf TikTok ein Video der Schauspielerin und Influencerin Mia Khalifa geteilt, in dem diese mit dem Song ‚La Perla‘ – einer aktuellen Single Rosalías – den argentinischen Verlust feierte und die Spieler als ‚Perlen‘ bezeichnete, was im Spanischen auch eine abwertende Bezeichnung für problematische Personen ist. Rosalía erklärte später, sie habe nur die Musik gehört und den Text nicht gelesen. Ihr entschuldigendes Posting – eine argentinische Flagge mit tränenden Emojis und den Worten ‚Le di a compartir porque sonaba La perla, ni leí lo que ponía‘ – konnte die Wogen jedoch kaum glätten. Zu tief saß der Stachel der Niederlage, zu sehr ist der Fußball Teil der nationalen Identität.
Die Folgen waren unmittelbar. In Córdoba sagten die Organisatoren ein symphonisches Tributkonzert ab, das Rosalías Werk würdigen sollte. Das Museum für urbane Kunst und die Produktionsfirma betonten, selbst Argentinier zu sein und den Schmerz zu verstehen: Der Fußball sei nicht nur Sport, sondern Teil der Identität, Geschichte und Kultur. Auch in Buenos Aires machte sich Unmut breit. Ein Unternehmen, das Shuttle-Transporte zu den vier ausverkauften Konzerten im Movistar Arena anbot, strich alle Fahrten. Besucher, die ihre Karten zurückgeben wollten, stießen auf die strenge Frist von zehn Tagen nach Kauf – eine Regelung, die die Arena bestätigte und die neue Kritik nährte. Die Journalistin Marina Calabró forderte auf der Plattform El Observador, den frustrierten Fans die Rückgabe zu ermöglichen: ‚Devuélvanle la entrada a aquellos que lo requieran‘, denn es sei für keinen Künstler gut, ein Publikum zu haben, das nicht anwesend sein wolle.
Während der Tenor in Argentinien weithin verärgert blieb, gab es auch Stimmen der Mäßigung. Gastón Sardelli, Bassist der Band Airbag, verteidigte Rosalía und sprach von einer ‚sobrerreacción‘, einem überzogenen Reflex, der Teil einer gesuchten Polarisierung sei. Er selbst habe seinen unterstützenden Post kurze Zeit später gelöscht, weil er nicht zur Monetarisierung des Konflikts beitragen wollte. Die Kontroverse verdeutlichte, wie schnell in den sozialen Netzwerken aus einer flüchtigen Geste ein Flächenbrand werden kann – und wie schmal der Grat zwischen künstlerischer Unbedachtheit und kultureller Verletzung im digitalen Zeitalter ist.
Am Ende stand nicht nur eine Sängerin, die versicherte, sie habe ‚nur Liebe für Argentinien‘, sondern auch eine leere Bühne in Córdoba, auf der ein Orchester niemals spielen sollte. Der kurze Moment eines unbedachten Reposts hatte reale Konsequenzen, nicht in Gesetzen oder Verträgen, sondern in den Empfindungen eines Publikums, das sich von einer geschätzten Künstlerin im Stich gelassen fühlte.
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
The Latin American press frames the episode as a national affront: Rosalía shared an offensive video after Argentina's World Cup defeat, sparking a furious backlash. Argentine media voice the disappointment and anger of fans, highlighting practical consequences like cancelled shuttle services and tribute events, and emphasizing that the singer apologized but the damage is done.
Rosalía made a mistake in a video, but the Argentine reaction seems disproportionate; her concerts remain scheduled.
The report remains impartial and downplays the event's magnitude, contrasting concrete facts (confirmed concerts) with the emotional response.
Details of the video content and the football rivalry context are not explored, reducing the controversy to a simple incident.
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