
Neymar kontert Poker-Kritik: „Kümmert euch um euer eigenes Leben“
Der brasilianische Star sorgte mit einer Pokernacht während eines Pflichtspiels von Santos für Empörung, reagierte trotzig und steht nun vor einer raschen Rückkehr in den Liga-Alltag.
Während der FC Santos in Valencia einen deutlichen 4:1-Sieg gegen Universidad Central de Venezuela feierte und damit die Weichen für das Achtelfinale der Copa Sudamericana stellte, saß sein prominentester Angestellter rund 4000 Kilometer entfernt an einem Pokertisch in São Paulo. Neymar, der nach dem frühen WM-Aus mit Brasilien einem individuellen Aufbauprogramm folgt, war vom Trainerstab um Cuca nicht für die Reise nominiert worden – ein Vorgang, der in Teilen der brasilianischen Öffentlichkeit und Fangemeinde für scharfe Kritik sorgte. Der 34-Jährige konterte noch während einer Trainingseinheit im Kraftraum mit einem Video auf Instagram: Er habe am Morgen trainiert, sein freier Tag sei legitime Privatsache. „Kümmert euch um euer eigenes Leben“, schloss er und schlug dabei mit der flachen Hand auf sein Handy.
Die Wucht der Reaktionen erklärt sich aus der jüngeren Leidensgeschichte des Ausnahmekönners. Beim WM-Turnier in Nordamerika war Neymar von einer Wadenverletzung gehandicapt und kam unter Carlo Ancelotti nur zu zwei Kurzeinsätzen – darunter ein verwandelter Elfmeter beim Achtelfinal-Aus gegen Norwegen, der zugleich sein letztes Spiel im Nationaltrikot war. Unmittelbar danach erklärte er seinen Rücktritt aus der Seleção. Anschließend verbrachte er einige Tage in den Vereinigten Staaten, ehe er sich am 17. Juli zurück in der Baixada Santista meldete. Seitdem absolviert er physische Einzeltrainings; eine Teilnahme an der Copa Sudamericana war nach Angaben des Klubs nicht vorgesehen gewesen.
Dass er dennoch die Turnierreise als Anlass für eine Pokerpartie nutzte, wurde nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch von traditionellen brasilianischen Medien als mangelnde Verbundenheit mit dem Klub gedeutet. Neymar, bekannt als passionierter Spieler, hatte zuvor bereits ein Bild mit Karten veröffentlicht und dazu geschrieben: „Das Leben ist ein Witz – nehmt es nicht zu ernst.“ Im Verein versucht man unterdessen, die Wogen zu glätten. Trainer Cuca bestätigte, der Angreifer habe sich stets an die verordneten Pläne gehalten und werde am Samstag wieder im Kader stehen, wenn Santos im Campeonato Brasileiro den Tabellenletzten Chapecoense empfängt.
Für den Klub geht es um mehr als die Versöhnung mit den eigenen Anhängern. Der Traditionsverein rangiert nach 19 Spieltagen mit 21 Zählern auf dem 15. Platz, nur einen Punkt vor der Abstiegszone. Neymar, dessen Vertrag im Dezember 2026 ausläuft, hat in dieser Spielzeit in 15 Spielen sechs Tore und vier Vorlagen geliefert – eine Bilanz, die zum sportlichen Überleben dringend benötigt wird. Wenige Tage zuvor hatte ausgerechnet der brasilianische Präsident Lula da Silva die Debatte mit einem süffisanten Vergleich befeuert: Neymar sei der „weltweit erste Homeoffice-Nationalspieler“. Der nächste Auftritt im altehrwürdigen Vila Belmiro wird zeigen, ob aus Frust neue Energie oder nur neue Schlagzeilen erwachsen.
| Lateinamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.70 | critical |
We, the Latin American press, condemn Neymar's lack of commitment, but we also recognize the context of his injuries and the coach's decision. The real issue is his inconsistent dedication to the team.
By juxtaposing Neymar's poker outing with the team's match and his training schedule, we create a contrast that highlights irresponsibility despite official rest, making the criticism seem reasonable.
The coach's decision to rest Neymar is downplayed or omitted in the more critical reports, making his absence appear self-imposed.
Neymar played poker on his day off, but his return to the pitch is imminent. The criticism is overblown, given the coach exempted him to manage his workload.
We report facts and statements without commentary, letting the reader judge.
Neymar chose poker over supporting his team. It exemplifies his lack of professionalism and career decline. Fans are right to be furious.
We highlight the contrast between Neymar's personal fun and professional duty, omitting official justifications to make his choice seem selfish.
The coach's strategic decision to rest Neymar is omitted, framing the absence as entirely Neymar's choice.
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