
Neue Angriffe und fragile Waffenruhe: Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bricht ein
Nach erneuten Angriffen auf Handelsschiffe und gegenseitigen Militärschlägen ist der Transit durch die strategische Wasserstraße am Wochenende drastisch zurückgegangen, während Washington und Teheran eine Wiederaufnahme von Gesprächen signalisieren.
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am vergangenen Wochenende nach einem Angriff auf ein Handelsschiff und neuen wechselseitigen Militärschlägen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran massiv eingebrochen. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten am Sonntag nur noch zwölf Frachtschiffe die Wasserstraße, nach 29 am Samstag und einem Höchststand von 70 Durchfahrten am Mittwoch der Vorwoche. Am Montag berichtete der US-Sender CBS News unter Berufung auf einen amerikanischen Regierungsvertreter, beide Seiten hätten sich auf eine Deeskalation verständigt und erlaubten wieder die freie Durchfahrt. Präsident Donald Trump kündigte zudem auf seiner Plattform Truth Social ein Treffen in Doha an, zu dem Iran gebeten habe.
Aus Washingtoner Sicht bleibt die Straße von Hormus eine internationale Wasserstraße, für die keinerlei Transitgebühren akzeptiert werden. Das Weiße Haus teilte mit, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Sondergesandter Steve Witkoff würden zu Gesprächen nach Katar reisen. Teheran hingegen beharrt auf einer von ihm genehmigten Route entlang der iranischen Küste und warnte vor der Nutzung anderer Korridore. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, jede Herausforderung der iranischen Kontrolle über die Meerenge werde die Wiedereröffnung verzögern. Das iranische Außenministerium dementierte zugleich, dass für die kommenden Tage Gespräche mit den USA angesetzt seien. Oman, das zwischen beiden Seiten vermittelt, hatte zunächst mit Iran die Einrichtung eines gemeinsamen Hormus-Komitees bekannt gegeben, später jedoch erklärt, es seien keine Durchfahrtsgebühren geplant, und einen temporären Korridor nahe der omanischen Küste eröffnet – ein Schritt, den Iran zurückwies.
Die Auseinandersetzung um Routen und mögliche Gebühren gilt als zentrales Hindernis für eine Stabilisierung. Von den drei faktisch verfügbaren Passagen – der iranischen Nordroute, der omanischen Südkorridor und der internationalen Mittelroute – wird die Mittelroute aus Furcht vor iranischen Seeminen kaum genutzt. Die von Iran geforderte Nordroute ist navigatorisch anspruchsvoll und eng, was die Kapazität begrenzt. Der Südkorridor wiederum wird von Teheran nicht anerkannt. Der Vorstandschef der japanischen Reederei NYK Line warnte, der Transit werde selbst bei einer tragfähigen Waffenruhe monatelang bei weniger als der Hälfte des Vorkriegsniveaus verharren. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg leicht an. Für Deutschland und Europa bedeutet eine anhaltende Störung der Meerenge, durch die in Friedenszeiten rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggashandels fließt, ein fortbestehendes Risiko für Energieversorgung und Preisstabilität.
Das am 15. Juni unterzeichnete Memorandum of Understanding zwischen Washington und Teheran sah eine schrittweise Wiedereröffnung der Straße binnen 30 Tagen sowie einen gebührenfreien Transit für 60 Tage vor. Mehrfache Verstöße – zuletzt die Angriffe auf zwei Handelsschiffe am 25. und 27. Juni – haben das Abkommen jedoch ausgehöhlt. Eine von den Vereinten Nationen geführte Evakuierungsaktion für 11.000 Seeleute wurde nach einem Treffer im Golf von Oman ausgesetzt. Die erste Sitzung des Gemeinsamen Hormus-Komitees signalisiert diplomatische Bewegung, doch die grundlegenden Differenzen über Routenhoheit und künftige Kosten bleiben ungelöst. Ob das von Trump angekündigte Treffen in Doha tatsächlich stattfindet, ist nach dem iranischen Dementi offen. Frankreich und Oman forderten unterdessen eine freie und bedingungslose Durchfahrt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die brüchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird durch neue Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus auf die Probe gestellt, der Handelsverkehr bricht ein und die Sorge um die Sicherheit der Wasserstraße wächst. Reeder zeigen zunehmende Zurückhaltung, und der erneute Schusswechsel offenbart, wie prekär die Stabilität an diesem kritischen Öl-Engpass bleibt. Das Aufflammen unterstreicht Teherans Willen, Kontrolle auszuüben, und die reale Gefahr einer weiteren Eskalation.
Der Verkehr durch Hormus ist nach einem Schiffsangriff stark zurückgegangen, doch die regionalen diplomatischen Kanäle bleiben aktiv, und Iran und Oman erörtern die Verwaltung der Meerenge. Der Rückgang unterstreicht die Brüchigkeit der amerikanisch-iranischen Verständigung, dennoch herrscht vorsichtiger Optimismus, dass der Dialog einen völligen Zusammenbruch verhindern kann. Die Golfstaaten beobachten die Lage genau und wägen Alarm mit Pragmatismus ab.
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