
Nach vier Toten bei Jubelfeiern: Mexiko-Stadt mobilisiert 40.000 Kräfte für Achtelfinale gegen England
Die Behörden begrenzen den Zugang zum Unabhängigkeitsdenkmal, verhängen eine ausgedehnte „Ley Seca“ und dezentralisieren die Fan-Zonen, um eine Wiederholung der Tragödie vom 30. Juni zu verhindern.
Der kollektive Freudentaumel nach dem Sieg der mexikanischen Nationalmannschaft über Ecuador endete in einer Katastrophe. Am Abend des 30. Juni hatten sich rund eine Million Menschen auf dem Paseo de la Reforma und um den Ángel de la Independencia versammelt, als ein falsches Gerücht über Schüsse eine Massenpanik auslöste. In den engen, von der Menge blockierten Straßen stürzten Hunderte übereinander. Zwei Frauen im Alter von 19 und 44 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann erstickten; ein 25-Jähriger erlag wenig später im Krankenhaus einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Generalstaatsanwaltschaft der Hauptstadt leitete Ermittlungen zu den vier Todesfällen ein, während die Regierung den Hinterbliebenen eine finanzielle Soforthilfe von 50.000 Pesos zusagte.
Für das Achtelfinalspiel gegen England an diesem Sonntag, das um 18 Uhr Ortszeit im Estadio Ciudad de México angepfiffen wird, hat die Stadtregierung unter Clara Brugada ein radikal verschärftes Sicherheitskonzept vorgelegt. Der Zugang zum Ángel de la Independencia bleibt zwar kostenlos, wird aber strikt auf 25.000 Personen begrenzt – eine Dichte von etwa vier Menschen pro Quadratmeter. Sobald diese Marke erreicht ist, riegeln Einsatzkräfte das Areal ab und leiten die Ströme auf andere Abschnitte des Reforma-Korridors um, wo insgesamt 62 Großbildleinwände aufgebaut werden. Ein doppelter Sicherheitsring, der von der Diana-Cazadora-Fontäne bis zur Avenida Insurgentes reicht, soll die Kontrolle gewährleisten. Parallel dazu gilt von Samstag Mitternacht bis Montagmorgen eine ausgeweitete „Ley Seca“: In den Stadtvierteln Centro, Juárez, Tabacalera, San Rafael, Cuauhtémoc sowie erstmals Roma Norte und Condesa ist der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol untersagt.
Das Aufgebot ist das größte in der Geschichte der Stadt bei einem Sportereignis. Insgesamt werden 40.000 öffentliche Bedienstete mobilisiert, darunter 17.000 Polizisten, 7.500 davon allein rund um das Aztekenstadion. Entlang der Reforma sind 6.000 Beamte im Einsatz, doppelt so viele wie beim Ecuador-Spiel. Ein Team von „Orientadores Mundialistas“ soll die Besucherströme lenken, während Drohnen die Lage aus der Luft überwachen. Um den Druck auf das Zentrum zu mindern, hat die Regierung zudem eine beispiellose Dezentralisierung der Feierlichkeiten organisiert: In allen 16 Stadtbezirken und elf angrenzenden Gemeinden des Bundesstaates México, darunter Ecatepec und Nezahualcóyotl, werden eigene Leinwände und Konzerte angeboten – von Sonora Dinamita in Iztacalco bis zu Banda El Limón am Monumento a la Revolución.
Aus London kam unterdessen eine Reisewarnung für die eigenen Fans; das Foreign Office riet, große Menschenansammlungen zu meiden und den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte Folge zu leisten. Präsidentin Claudia Sheinbaum reagierte mit dem Hinweis, Mexiko sei ein sicheres Reiseland, und rief zugleich zu individueller Verantwortung auf: „Wenn wir sehen, dass ein Ort bereits überfüllt ist, sollten wir uns einem anderen zuwenden.“ Die mexikanische Elf steht zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten wieder in einem WM-Achtelfinale auf heimischem Boden. Die Behörden wollen, dass die Leidenschaft nicht erneut in eine Tragödie umschlägt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Nach vier Todesfällen bei WM-Feiern setzt Mexiko-Stadt 40.000 Kräfte ein und beschränkt den Zugang zum Unabhängigkeitsdenkmal für das Spiel gegen England. Die Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf die Überfüllung, die Anfang der Woche tödlich endete.
Nach vier Erstickungstoden bei den Feiern setzt Mexiko-Stadt Tausende Polizisten ein, installiert zusätzliche Leinwände und verhängt ein striktes Alkoholverbot für das England-Spiel. Experten kritisieren den reaktiven Ansatz und warnen, dass ohne strukturelle Änderungen im Crowd-Management das Risiko hoch bleibt.
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