
Nach Erdbeben in Venezuela: Über 1.400 Tote, Zehntausende vermisst
Die venezolanischen Behörden melden 1.430 Tote und mehr als 3.200 Verletzte; die UN schätzt bis zu 6,8 Millionen Betroffene und wirtschaftliche Schäden von 6,7 Milliarden Dollar.
Nach den beiden schweren Erdbeben vom Mittwoch, die den Norden Venezuelas erschütterten, ist die Zahl der bestätigten Todesopfer am Samstag auf 1.430 gestiegen. Das gab der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, bekannt. Die Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten innerhalb von weniger als einer Minute die Küstenregion um La Guaira und die Hauptstadt Caracas getroffen und zahlreiche Gebäude zum Einsturz gebracht.
Neben den Toten registrierten die Behörden 3.238 Verletzte und 3.142 obdachlos gewordene Familien. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) bezifferte die direkten physischen Schäden auf 6,7 Milliarden US-Dollar, was etwa sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts Venezuelas entspricht. Internationale Hilfe lief an: Nach Angaben des Außenministeriums trafen bis Samstag 1.600 ausländische Rettungskräfte aus mindestens 17 Ländern ein, darunter Teams aus den USA, Mexiko, Brasilien und mehreren europäischen Staaten. Die USA stellten 150 Millionen Dollar Soforthilfe bereit und entsandten Militärflugzeuge sowie Schiffe.
Die Zahl der Vermissten bleibt ungewiss. Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach von mehr als 50.000 Menschen, während von der Opposition betriebene Internetportale über 54.000 Vermisste verzeichnen. Angehörige berichteten von teils über 68.000 als vermisst gemeldeten Personen. Die Behörden verhängten Zugangsbeschränkungen für das am schwersten betroffene Gebiet La Guaira, um Rettungsarbeiten zu erleichtern, was bei Freiwilligen und Angehörigen auf Kritik stieß. Seit den Hauptbeben wurden mehr als 430 Nachbeben registriert; ein Beben der Stärke 5,6 am Samstag vor der Küste von Aragua verursachte nach ersten Erkenntnissen keine weiteren Opfer.
Die Katastrophe trifft ein Land, das bereits vor den Beben mit einer schweren Wirtschaftskrise, einem zusammengebrochenen Gesundheitssystem und politischen Spannungen nach der von den USA unterstützten Absetzung von Präsident Nicolás Maduro im Januar zu kämpfen hatte. Die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez rief den Notstand aus und sprach von einer „militarisierten“ Zone in La Guaira. Unter den Toten befinden sich nach Angaben ausländischer Vertretungen auch zwei Brasilianer, mehrere Portugiesen und Spanier sowie chinesische Staatsangehörige.
Die Rettungsarbeiten dauern an. Die Behörden betonten, dass sich die Opferzahlen weiter erhöhen könnten, da noch immer Menschen unter Trümmern vermutet werden. Die UN warnte, dass bis zu 6,76 Millionen Menschen von den Folgen betroffen sein könnten und rief zu rascher humanitärer Hilfe auf.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Reaktion des Regimes auf die Katastrophe war chaotisch und ungleichmäßig, mit unregelmäßigen Lageberichten und unzureichenden Rettungsmaßnahmen. Der wirtschaftliche Schaden wird auf 6 % des BIP geschätzt, ein verheerender Schlag für ein bereits am Boden liegendes Land, während Familien mit bloßen Händen in den Trümmern graben.
Neue Erdstöße erschweren die Rettungsarbeiten in Venezuela, wo die Zahl der Todesopfer 1.400 überstiegen hat und Zehntausende vermisst werden. In einem unerwarteten diplomatischen Detail berichtete der Parlamentspräsident von einem Telefonat mit Trump und Rubio, was auf eine internationale Öffnung hindeutet, während der Wettlauf gegen die Zeit weitergeht.
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