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Wirtschaft & MärkteMittwoch, 22. Juli 2026

Mexikos Konjunktur beschleunigt sich, Argentiniens Wirtschaft tritt auf der Stelle

Während Mexikos Wirtschaft im zweiten Quartal an Fahrt gewinnt, verharrt Argentinien in einem Muster aus monatlichen Rückgängen und einer tiefen sektoralen Spaltung.

Die mexikanische Wirtschaft hat im Juni nach vorläufigen Schätzungen um 1,7 Prozent im Jahresvergleich zugelegt, wie das Statistikamt INEGI mit seinem Indikator Oportuno de la Actividad Económica (IOAE) mitteilte. Zusammen mit den revidierten Werten für April (2,2 Prozent) und Mai (1,6 Prozent) ergibt sich für das zweite Quartal ein annualisiertes Wachstum von 1,8 Prozent – eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem mageren Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal. Allerdings handelt es sich um ein ökonometrisches Modell mit breiten Konfidenzintervallen; für Juni reicht die Spanne von 0,5 bis 2,8 Prozent. Getragen wird der Aufschwung vor allem vom Dienstleistungssektor, der um 2,2 Prozent zulegte, während die Industrie mit 0,5 Prozent nur verhalten wuchs.

Aus Sicht von Ökonomen in Mexiko-Stadt ist die Belebung teilweise ein technischer Rückschlageffekt nach dem schwachen Jahresbeginn und kein Beginn einer nachhaltigen Expansionsphase. Das Institut für Internationale Finanzen (IIF) warnte, die anhaltende Unsicherheit über die Überprüfung des Freihandelsabkommens T-MEC bremse private Investitionen und koste mindestens 0,5 Prozentpunkte Wachstum pro Jahr. Die ausländischen Direktinvestitionen dürften in den kommenden zwei Jahren auf 2,0 bis 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt bleiben. Zwar habe die Fußballweltmeisterschaft im Juni den konsumnahen Dienstleistungen einen temporären Schub verliehen, doch bleibe die Binnennachfrage insgesamt verhalten. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen mexikanische Analysten mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, das IIF sieht sogar nur 0,9 Prozent.

In Argentinien fiel der monatliche Aktivitätsindex EMAE im Mai um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, nachdem er bereits im April um 1,5 Prozent zurückgegangen war. Im Jahresvergleich ergab sich ein minimales Plus von 0,2 Prozent, deutlich unter den von Reuters befragten Prognosen von 2,3 Prozent. Die Landwirtschaft (plus 4,6 Prozent) sowie der Bergbau und die Energieerzeugung (plus 15,7 Prozent) expandierten kräftig, während die verarbeitende Industrie um 5,6 Prozent und der Handel um 4,3 Prozent einbrachen. Diese Zweiteilung der Wirtschaft – exportstarke Sektoren boomen, binnenmarktorientierte Branchen schrumpfen – spiegelt nach Einschätzung von Beratungshäusern in Buenos Aires die anhaltende Schwäche des privaten Konsums und der Kreditvergabe wider.

Für Mexiko richtet sich der Blick nun auf die Fortschritte der T-MEC-Verhandlungen und deren Einfluss auf die Investitionsdynamik in der zweiten Jahreshälfte. In Argentinien wird die Regierung unter Javier Milei daran gemessen, ob es gelingt, die Inflation weiter zu senken, ohne die binnenwirtschaftliche Aktivität noch stärker zu dämpfen. Die nächsten amtlichen Konjunkturdaten beider Länder werden zeigen, ob die mexikanische Beschleunigung trägt und ob Argentinien aus dem Muster monatlicher Schwankungen ausbrechen kann.

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Mittwoch, 22. Juli 2026

Mexikos Konjunktur beschleunigt sich, Argentiniens Wirtschaft tritt auf der Stelle

Während Mexikos Wirtschaft im zweiten Quartal an Fahrt gewinnt, verharrt Argentinien in einem Muster aus monatlichen Rückgängen und einer tiefen sektoralen Spaltung.

Die mexikanische Wirtschaft hat im Juni nach vorläufigen Schätzungen um 1,7 Prozent im Jahresvergleich zugelegt, wie das Statistikamt INEGI mit seinem Indikator Oportuno de la Actividad Económica (IOAE) mitteilte. Zusammen mit den revidierten Werten für April (2,2 Prozent) und Mai (1,6 Prozent) ergibt sich für das zweite Quartal ein annualisiertes Wachstum von 1,8 Prozent – eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem mageren Plus von 0,4 Prozent im ersten Quartal. Allerdings handelt es sich um ein ökonometrisches Modell mit breiten Konfidenzintervallen; für Juni reicht die Spanne von 0,5 bis 2,8 Prozent. Getragen wird der Aufschwung vor allem vom Dienstleistungssektor, der um 2,2 Prozent zulegte, während die Industrie mit 0,5 Prozent nur verhalten wuchs.

Aus Sicht von Ökonomen in Mexiko-Stadt ist die Belebung teilweise ein technischer Rückschlageffekt nach dem schwachen Jahresbeginn und kein Beginn einer nachhaltigen Expansionsphase. Das Institut für Internationale Finanzen (IIF) warnte, die anhaltende Unsicherheit über die Überprüfung des Freihandelsabkommens T-MEC bremse private Investitionen und koste mindestens 0,5 Prozentpunkte Wachstum pro Jahr. Die ausländischen Direktinvestitionen dürften in den kommenden zwei Jahren auf 2,0 bis 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt bleiben. Zwar habe die Fußballweltmeisterschaft im Juni den konsumnahen Dienstleistungen einen temporären Schub verliehen, doch bleibe die Binnennachfrage insgesamt verhalten. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen mexikanische Analysten mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, das IIF sieht sogar nur 0,9 Prozent.

In Argentinien fiel der monatliche Aktivitätsindex EMAE im Mai um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, nachdem er bereits im April um 1,5 Prozent zurückgegangen war. Im Jahresvergleich ergab sich ein minimales Plus von 0,2 Prozent, deutlich unter den von Reuters befragten Prognosen von 2,3 Prozent. Die Landwirtschaft (plus 4,6 Prozent) sowie der Bergbau und die Energieerzeugung (plus 15,7 Prozent) expandierten kräftig, während die verarbeitende Industrie um 5,6 Prozent und der Handel um 4,3 Prozent einbrachen. Diese Zweiteilung der Wirtschaft – exportstarke Sektoren boomen, binnenmarktorientierte Branchen schrumpfen – spiegelt nach Einschätzung von Beratungshäusern in Buenos Aires die anhaltende Schwäche des privaten Konsums und der Kreditvergabe wider.

Für Mexiko richtet sich der Blick nun auf die Fortschritte der T-MEC-Verhandlungen und deren Einfluss auf die Investitionsdynamik in der zweiten Jahreshälfte. In Argentinien wird die Regierung unter Javier Milei daran gemessen, ob es gelingt, die Inflation weiter zu senken, ohne die binnenwirtschaftliche Aktivität noch stärker zu dämpfen. Die nächsten amtlichen Konjunkturdaten beider Länder werden zeigen, ob die mexikanische Beschleunigung trägt und ob Argentinien aus dem Muster monatlicher Schwankungen ausbrechen kann.

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