
Lagos zwischen Infrastrukturausbau und Gesundheitsrisiken: Überschwemmungen, Entschädigungen und globale Hautpflegehinweise
Während Lagos mit Rekordentschädigungen für Landenteignungen und wachsender Hochwassergefahr ringt, warnen Dermatologen weltweit vor feuchtigkeitsbedingten Hauterkrankungen und geben Tipps für den Umgang mit Klimaanlagen und Make-up in tropischem Klima.
Die nigerianische Küstenmetropole Lagos erlebt derzeit eine Häufung von Überschwemmungen, die nach Einschätzung von Epidemiologen das Risiko eines Cholera-Ausbruchs und einer verstärkten Malaria-Übertragung erhöhen. Starke Regenfälle haben in Stadtteilen wie Agege, Ikorodu und Lekki Straßen und Häuser überflutet, während die tägliche Abfallmenge von rund 13.000 Tonnen die Entwässerungskanäle verstopft. Die Lagos State Waste Management Authority kämpft mit anhaltenden Räumungsproblemen, und die nigerianische Wetterbehörde NiMet hat für Juli bis September die höchste Hochwassergefahr prognostiziert. Aus Sicht von Public-Health-Experten der Universität Ilorin begünstigt die Kombination aus stehenden Gewässern und ungesicherten Abfällen die Vermehrung von Krankheitserregern wie Vibrio cholerae sowie von Mückenlarven, was die Übertragung von Dengue- und Gelbfieber begünstigen könne.
Parallel dazu hat die Regierung von Gouverneur Babajide Sanwo-Olu Entschädigungen in Höhe von 3,1 Milliarden Naira an 331 Grundstückseigentümer ausgezahlt, deren Land für Infrastrukturprojekte in Badagry, Epe, Ikorodu und weiteren Bezirken enteignet wurde. Die Zahlungen, die nach Angaben des Gouverneurs einer strengen Prüfung von Eigentumsnachweisen und Bewertungen unterzogen wurden, sollen den Rechtsanspruch der Betroffenen wahren. Gleichzeitig fordern Immobilienakteure wie die CEO von Winhomes Limited, Stella Okengwu, eine unabhängige Untersuchung der Trassenführung des Lagos-Calabar Coastal Highway. Sie argumentieren, die Abweichung von der ursprünglich 2006 festgelegten Route und die Höherlegung der Fahrbahn könnten den Wasserabfluss aus angrenzenden Gemeinden behindert und das aktuelle Hochwasser verschärft haben. Das Bundesministerium für Bauwesen wies die Vorwürfe bislang nicht öffentlich zurück.
Die anhaltende Feuchtigkeit birgt auch direkte gesundheitliche Risiken für die Haut. Nigerische Dermatologen der Universität Benin weisen darauf hin, dass das Tragen von unzureichend getrockneter Kleidung – ein häufiges Problem während der Regenzeit – Pilzinfektionen wie Ringelflechte (Tinea corporis), Leistenflechte (Tinea cruris) und Fußpilz (Tinea pedis) auslösen kann. Regenwasser sei nicht steril, sondern nehme beim Fall durch die Atmosphäre Staub, Chemikalien und Pilzsporen auf, die in feuchten Textilien ideale Wachstumsbedingungen fänden. Besonders gefährdet seien Diabetiker, ältere Menschen und Kleinkinder. Auch der längere Aufenthalt in klimatisierten Räumen, so britische Allgemeinmediziner, trockne Haut und Schleimhäute aus, was zu Ekzemen, gereizten Augen und einem erhöhten Infektionsrisiko der Atemwege führen könne, wenn die Geräte nicht regelmäßig gewartet würden.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Ratschläge zur Hautpflege in feucht-heißem Klima an Bedeutung. Brasilianische Dermatologen betonen, dass Make-up allein keine Akne verursache, wohl aber das Zusammenwirken von Talg, Schweiß und unzureichender Reinigung nach langen Tragezeiten. Spanische Visagisten raten bei reifer Haut, Foundation stets mit einer leichten Feuchtigkeitscreme zu mischen, um ein starres, faltenbetonendes Finish zu vermeiden, und empfehlen für die Augenpartie weiche Brauntöne statt hartem Schwarz. Die nächste Bewährungsprobe für Lagos steht mit dem Fortschreiten der Regenzeit unmittelbar bevor; die Landesregierung hat eine verstärkte Umweltüberwachung und Aufklärungskampagnen in den Gemeinden angekündigt.
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