
Tech-Beben erfasst Weltbörsen: KOSPI stürzt um 10 Prozent, Nasdaq unter Druck
Eine scharfe Korrektur bei Halbleiter- und KI-Werten hat am Dienstag von Seoul aus die globalen Aktienmärkte erfasst und an den europäischen Handelsplätzen deutliche Spuren hinterlassen.
Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach am Dienstag um 10 Prozent auf 8.203,84 Punkte ein und verzeichnete damit den stärksten Tagesverlust seit Jahren. Die Korea Exchange setzte den Handel für 20 Minuten aus, nachdem die 8-Prozent-Schwelle durchbrochen worden war. Die Aktien der beiden Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix verloren jeweils mehr als 12 Prozent. Auslöser war eine Welle von Gewinnmitnahmen nach einer monatelangen Rally, die den KOSPI auf Rekordhöhen getrieben hatte. Ausländische Investoren zogen an diesem Tag netto rund 5 Billionen Won aus dem Markt ab, während stark gehebelte Privatanlegerpositionen den Abwärtssog zusätzlich verstärkten.
Die Verkaufswelle griff rasch auf andere Regionen über. In Japan gab der Nikkei 225 um 3,6 Prozent nach, der Hang Seng in Hongkong verlor 1,8 Prozent. An der Wall Street weitete der technologielastige Nasdaq Composite seine Verluste vom Vortag aus und notierte im frühen Handel rund 2,4 Prozent tiefer. Besonders betroffen waren Speicherchip-Hersteller: Micron Technology fiel um mehr als 11 Prozent, Intel um über 7 Prozent. Auch die Aktie des erst kürzlich an die Börse gegangenen Raumfahrt- und KI-Unternehmens SpaceX setzte ihre Talfahrt fort und notierte zeitweise unter dem Ausgabepreis von 150 Dollar, nachdem sie in drei Handelstagen mehr als 600 Milliarden Dollar an Marktwert eingebüßt hatte.
Als zentrale Treiber der Korrektur identifizierten Marktteilnehmer mehrere Faktoren. Zum einen wuchsen Zweifel an den hohen Bewertungen im KI-Sektor, da die massiven Investitionen der großen Technologiekonzerne bislang kaum konkrete Erträge zeigen. Die Ankündigung von SpaceX, eine erste Unternehmensanleihe über mindestens 20 Milliarden Dollar zu begeben, um KI-Vorhaben zu finanzieren, nährte die Sorge vor einer zunehmend schuldenfinanzierten Expansion. Zum anderen rückten die Zinserwartungen in den USA in den Fokus: Nach der jüngsten Sitzung der Federal Reserve preisten Händler eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung noch in diesem Jahr ein, was die Attraktivität hoch bewerteter Wachstumswerte schmälert.
Die europäischen Aktienmärkte blieben von der Korrektur nicht verschont. Der DAX gab um 0,98 Prozent auf 24.893 Punkte nach, der Euro Stoxx 50 verlor 1,1 Prozent. In Frankfurt standen Halbleitertitel wie Infineon mit einem Minus von 5,4 Prozent unter Druck, in Amsterdam fiel der Chipausrüster ASML um 4,9 Prozent. Der Swiss Market Index konnte sich mit einem marginalen Rückgang von 0,04 Prozent vergleichsweise stabil halten. Händler verwiesen auf die hohe Gewichtung von Technologiewerten in den europäischen Indizes und die enge Verflechtung der globalen Halbleiterlieferketten.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Quartalszahlen von Micron Technology am Mittwoch, die als Gradmesser für die Nachfrage im Speicherchip-Markt gelten. Zudem warten Anleger auf die am Donnerstag anstehenden US-Inflationsdaten (PCE-Index), die Aufschluss über den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve geben dürften. Die Entwicklung an den asiatischen Märkten am Mittwoch wird zeigen, ob es sich um eine technische Korrektur oder den Beginn einer tieferen Neubewertung des KI-Sektors handelt.
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Die KI-getriebene Aktienblase ist geplatzt, der Kospi in Seoul stürzte um 10 % ab und löste eine globale Tech-Rout aus. Überbewertete Chiphersteller und KI-Firmen wie SpaceX führen den Ausverkauf an, während die Unsicherheit über den Iran-Konflikt die Nervosität verstärkt. Die scharfe Umkehr signalisiert, dass die monatelange Rallye nicht nachhaltig war.
Der Absturz südkoreanischer Tech-Aktien bietet Indien eine Chance, da ausländische Investoren Mittel in den stabileren indischen Markt umleiten könnten. Der durch starke Halbleiterverkäufe verursachte 10-prozentige Rückgang des Kospi verdeutlicht die Risiken der KI-Blase. Indiens vergleichsweise stabile Renditen könnten sicherheitssuchendes Kapital anziehen.
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