
Konzert von Barbara Butch in Grenoble durch propalästinensische Aktivisten gestürmt
Die DJ und LGBT-Ikone wurde nach 20 Minuten von der Bühne gedrängt; die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen „Entziehung der Freiheit in gemeinschaftlicher Begehung“.
Am Samstagabend ist ein Auftritt der französischen DJ und LGBT-Aktivistin Barbara Butch auf dem Festival Cabaret Frappé in Grenoble nach etwa zwanzig Minuten gewaltsam unterbrochen worden. Nach übereinstimmenden Berichten französischer Medien, darunter Le Figaro und Le Temps, drangen rund 200 propalästinensische Demonstranten, unter ihnen Mitglieder der Partei La France insoumise (LFI), in den Veranstaltungsort ein und bewarfen die Bühne mit Glasflaschen und anderen Gegenständen. Die Künstlerin musste von Sicherheitskräften aus dem Gefahrenbereich gebracht werden; Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.
Die örtliche Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen „délit d’entrave concertée aux libertés“ eingeleitet – ein Straftatbestand, der mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden kann. Die Stadt Grenoble und der für Kultur zuständige Beigeordnete erstatteten Strafanzeige. Innenminister Laurent Nuñez verurteilte die Tat „mit größter Entschiedenheit“ und sprach von antisemitischen Einschüchterungen. Auch die Gemeinde und Organisationen wie die Licra solidarisierten sich mit der Künstlerin.
Barbara Butch, die 2024 mit ihrer Teilnahme an der umstrittenen Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris internationale Bekanntheit erlangte, war bereits zuvor Ziel massiver Anfeindungen. Nach Angaben aus ihrem Umfeld hatte sie eine Petition zur Unterstützung des Gesetzentwurfs Yadan gegen Antisemitismus unterzeichnet und an einem Konzert in der Residenz des französischen Botschafters in Tel Aviv teilgenommen. In sozialen Netzwerken wurde sie daraufhin mit antisemitischen, homophoben und körperbezogenen Schmähungen überzogen. In einer Videobotschaft vom April 2026 beklagte sie, der Raum für Dialog schrumpfe zusehends.
Französische Kommentatoren sehen in dem Vorfall ein Symptom für eine tiefe Spaltung innerhalb der progressiven Linken. Die Zeitung Le Figaro zitiert die Essayistin Gaëlle Atlan-Akerman mit der These, die intersektionale Linke wende ihre eigenen Raster nicht mehr an, wenn die Täter dem „richtigen Lager“ angehörten. Aus Berliner Perspektive wiederum verweist ein aktueller Bericht der Senatsverwaltung für Justiz und Antidiskriminierung auf eine zunehmend sichtbare Judenfeindlichkeit in queeren Szenen, die sich seit dem 7. Oktober 2023 verstärkt habe. Die Debatte über Antisemitismus in linken und LGBTQ+-Milieus wird damit auch in Deutschland mit neuer Dringlichkeit geführt.
Am Dienstag veröffentlichten rund 300 Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft, darunter Alain Chabat, Géraldine Nakache und Eva Illouz, einen Solidaritätsaufruf in der Zeitung Libération. Sie warnen davor, die Verteidigung palästinensischer Rechte mit der Diffamierung Einzelner zu vermengen. Die Ermittlungen der Polizei in Grenoble dauern an; die Künstlerin und ihre Anwältin kündigten an, Klagen seien „vorbereitet“.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.20 | neutral |
Die progressive Linke hat einen Analyse-Rahmen geschaffen, den sie nun nicht mehr auf sich selbst anwenden will. Barbara Butch ist das Opfer einer Ideologie, die ihre eigenen Champions verschlingt.
Der Block baut seine Position auf, indem er die frühere Verteidigung von Barbara Butch durch die Linke dem aktuellen Angriff gegenüberstellt und einen Widerspruch hervorhebt, der die moralische Glaubwürdigkeit der Linken untergräbt.
Die Perspektive der propalästinensischen Demonstranten und ihre Motivationen werden ausgelassen, ebenso wie der spezifische Inhalt des Yadan-Gesetzes gegen Antisemitismus, das den Protest auslöste.
Queere Juden in Berlin fühlen sich in ihrer eigenen Gemeinschaft nicht mehr sicher. Antisemitismus ist Teil des aktivistischen Diskurses geworden, und diejenigen, die sich dagegen wehren, werden zum Schweigen gebracht.
Der Block nutzt einen offiziellen Bericht, um ein Muster von Antisemitismus in queeren Szenen zu etablieren, und legt nahe, dass der Vorfall in Grenoble kein Einzelfall ist, sondern Teil eines breiteren Trends.
Das spezifische Ereignis in Grenoble wird nicht erwähnt, ebenso wenig die Aktionen von LFI oder das Yadan-Gesetz. Der Fokus liegt ausschließlich auf Berlin, wobei die Verbindung implizit bleibt.
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