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SportDienstag, 23. Juni 2026

Kilts, Dudelsäcke und leere Bierlager: Die Tartan Army erobert Nordamerika

Schottlands Fußballfans verwandeln Boston in ein zweites Glasgow und ziehen nun nach Miami weiter – mit einem Städtebündnis im Gepäck und der Hoffnung auf das erste Achtelfinale.

Der Marsch der schottischen Fans durch Miamis Stadtteil Little Havana zum LoanDepot Park, dem Stadion der Miami Marlins, markierte den vorläufigen Höhepunkt einer Reise, die in Boston begonnen hatte. Tausende in Kilts und mit Dudelsäcken zogen am Montagabend durch die Straßen, begleitet von Anwohnern, die aus Vorgärten jubelten. Ein Einheimischer, mit einem Verkehrshut auf dem Kopf, bedauerte laut BBC, dass sein eigener Kilt nicht rechtzeitig geliefert worden sei. Zuvor hatte die Tartan Army bereits ein Baseballspiel der Boston Red Sox in eine schottische Feierzone verwandelt und die Bürgermeisterin der Stadt, Michelle Wu, zu einer spontanen Städtepartnerschaft mit Glasgow bewogen.

Sportlich verlief die erste WM-Teilnahme Schottlands seit 28 Jahren bislang nach bekanntem Muster. Einem 1:0-Auftaktsieg gegen Haiti folgte eine 1:0-Niederlage gegen Marokko. Beide Partien fanden in Boston statt, wo nach Angaben der Tourismusbehörden rund 50.000 schottische Anhänger die Stadt bevölkerten. Die Mannschaft von Trainer Steve Clarke zeigte dabei, wie die Süddeutsche Zeitung notierte, „überbordenden Einsatzwillen und spielerische Armut“. Dennoch ließen sich die Fans die Laune nicht verderben – sie sangen „Flower of Scotland“, leerte die Bierlager unzähliger Pubs und mieteten ein Boot im Hafen, um das morgendliche Alkoholverbot im öffentlichen Raum zu umgehen.

Aus Sicht der US-amerikanischen Gastgeber hinterließ die Tartan Army einen tiefen Eindruck. Der Boston Globe widmete den Schotten eine ganze Seite und schrieb in einem offenen Brief: „Gäste wie euch haben wir noch nie empfangen.“ Die Zeitung dankte für „das Lachen, die Dudelsäcke und die Erinnerungen“. Bürgermeisterin Wu unterzeichnete eine Absichtserklärung zur Städtepartnerschaft mit Glasgow und stimmte in den Fan-Gesang „No Scotland, no party!“ ein. In Miami hingegen zeigte sich die Polizei weniger nachsichtig: Ein Video dokumentierte, wie Beamte einen Fan aufforderten, einen Verkehrshut von einer Statue zu entfernen, mit dem Hinweis, er sei „nicht mehr in Boston“.

Der Umzug von Massachusetts nach Florida bedeutet für die schottischen Anhänger einen Kulturschock. In Boston hatten sie eine kompakte „Mini-Schottland“-Atmosphäre geschaffen; in Miami verteilen sie sich auf ein weitläufigeres Stadtgebiet und teilen die Straßen mit einer großen lateinamerikanischen Gemeinschaft, darunter zahlreiche Brasilien- und Argentinien-Fans. Die BBC zitierte den Fan Dave Robertson mit der Einschätzung: „Diesmal werden wir in der Unterzahl sein.“ Gleichzeitig berichteten Anhänger von einem anderen Erlebnis: „Boston fühlte sich eher wie ein Fußballtrip an, Miami ist ein Urlaub mit einem Fußballspiel zwischendurch“, sagte Jamie Brown, der mit seinem Vater aus der Heimat angereist war.

Am Mittwoch trifft Schottland im Hard Rock Stadium auf Brasilien. Für die Schotten geht es um den Einzug ins Achtelfinale – ein Erfolg, der in acht vorherigen WM-Teilnahmen nie gelang. Die Polizei von Miami rechnet mit 2.000 bis 10.000 schottischen Fans und kündigte an, die Tartan Army „sicher zu empfangen und eine einladende Erfahrung zu bieten“. Unabhängig vom Ausgang der Partie dürfte die Stimmung in den Straßen Miamis jener in Boston in nichts nachstehen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

32%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseAtlantische / angloamerikanische Presse
Lateinamerikanische Presse
TriumphIronie

Die Tartan Army ist mit ihren Kilts und Dudelsäcken zu einer viralen Sensation geworden und hat die Herzen in Boston und nun in Miami erobert. Ihre festliche Invasion wird als fröhliche Eroberung amerikanischer Städte dargestellt, die den einzigartigen Charme der schottischen Fankultur hervorhebt.

Atlantische / angloamerikanische Presse
PragmatismusDistanz

Schottische Fans reisen von Boston nach Miami und erleben einen krassen Kontrast in Klima und Atmosphäre. Die Erzählung konzentriert sich auf ihre Anpassung an die Hitze und das andere WM-Erlebnis im Sonnenstaat, wobei der kulturelle Wandel thematisiert wird.

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Dienstag, 23. Juni 2026

Kilts, Dudelsäcke und leere Bierlager: Die Tartan Army erobert Nordamerika

Schottlands Fußballfans verwandeln Boston in ein zweites Glasgow und ziehen nun nach Miami weiter – mit einem Städtebündnis im Gepäck und der Hoffnung auf das erste Achtelfinale.

Der Marsch der schottischen Fans durch Miamis Stadtteil Little Havana zum LoanDepot Park, dem Stadion der Miami Marlins, markierte den vorläufigen Höhepunkt einer Reise, die in Boston begonnen hatte. Tausende in Kilts und mit Dudelsäcken zogen am Montagabend durch die Straßen, begleitet von Anwohnern, die aus Vorgärten jubelten. Ein Einheimischer, mit einem Verkehrshut auf dem Kopf, bedauerte laut BBC, dass sein eigener Kilt nicht rechtzeitig geliefert worden sei. Zuvor hatte die Tartan Army bereits ein Baseballspiel der Boston Red Sox in eine schottische Feierzone verwandelt und die Bürgermeisterin der Stadt, Michelle Wu, zu einer spontanen Städtepartnerschaft mit Glasgow bewogen.

Sportlich verlief die erste WM-Teilnahme Schottlands seit 28 Jahren bislang nach bekanntem Muster. Einem 1:0-Auftaktsieg gegen Haiti folgte eine 1:0-Niederlage gegen Marokko. Beide Partien fanden in Boston statt, wo nach Angaben der Tourismusbehörden rund 50.000 schottische Anhänger die Stadt bevölkerten. Die Mannschaft von Trainer Steve Clarke zeigte dabei, wie die Süddeutsche Zeitung notierte, „überbordenden Einsatzwillen und spielerische Armut“. Dennoch ließen sich die Fans die Laune nicht verderben – sie sangen „Flower of Scotland“, leerte die Bierlager unzähliger Pubs und mieteten ein Boot im Hafen, um das morgendliche Alkoholverbot im öffentlichen Raum zu umgehen.

Aus Sicht der US-amerikanischen Gastgeber hinterließ die Tartan Army einen tiefen Eindruck. Der Boston Globe widmete den Schotten eine ganze Seite und schrieb in einem offenen Brief: „Gäste wie euch haben wir noch nie empfangen.“ Die Zeitung dankte für „das Lachen, die Dudelsäcke und die Erinnerungen“. Bürgermeisterin Wu unterzeichnete eine Absichtserklärung zur Städtepartnerschaft mit Glasgow und stimmte in den Fan-Gesang „No Scotland, no party!“ ein. In Miami hingegen zeigte sich die Polizei weniger nachsichtig: Ein Video dokumentierte, wie Beamte einen Fan aufforderten, einen Verkehrshut von einer Statue zu entfernen, mit dem Hinweis, er sei „nicht mehr in Boston“.

Der Umzug von Massachusetts nach Florida bedeutet für die schottischen Anhänger einen Kulturschock. In Boston hatten sie eine kompakte „Mini-Schottland“-Atmosphäre geschaffen; in Miami verteilen sie sich auf ein weitläufigeres Stadtgebiet und teilen die Straßen mit einer großen lateinamerikanischen Gemeinschaft, darunter zahlreiche Brasilien- und Argentinien-Fans. Die BBC zitierte den Fan Dave Robertson mit der Einschätzung: „Diesmal werden wir in der Unterzahl sein.“ Gleichzeitig berichteten Anhänger von einem anderen Erlebnis: „Boston fühlte sich eher wie ein Fußballtrip an, Miami ist ein Urlaub mit einem Fußballspiel zwischendurch“, sagte Jamie Brown, der mit seinem Vater aus der Heimat angereist war.

Am Mittwoch trifft Schottland im Hard Rock Stadium auf Brasilien. Für die Schotten geht es um den Einzug ins Achtelfinale – ein Erfolg, der in acht vorherigen WM-Teilnahmen nie gelang. Die Polizei von Miami rechnet mit 2.000 bis 10.000 schottischen Fans und kündigte an, die Tartan Army „sicher zu empfangen und eine einladende Erfahrung zu bieten“. Unabhängig vom Ausgang der Partie dürfte die Stimmung in den Straßen Miamis jener in Boston in nichts nachstehen.

Divergenz der Quellen

Sport · 3 Quellen · 2 Sprachen

32%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig80%
Neutral20%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseAtlantische / angloamerikanische Presse
Lateinamerikanische Presse
TriumphIronie

Die Tartan Army ist mit ihren Kilts und Dudelsäcken zu einer viralen Sensation geworden und hat die Herzen in Boston und nun in Miami erobert. Ihre festliche Invasion wird als fröhliche Eroberung amerikanischer Städte dargestellt, die den einzigartigen Charme der schottischen Fankultur hervorhebt.

Atlantische / angloamerikanische Presse
PragmatismusDistanz

Schottische Fans reisen von Boston nach Miami und erleben einen krassen Kontrast in Klima und Atmosphäre. Die Erzählung konzentriert sich auf ihre Anpassung an die Hitze und das andere WM-Erlebnis im Sonnenstaat, wobei der kulturelle Wandel thematisiert wird.

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