
Das 1000. WM-Spiel: Japan und Tunesien schreiben in Monterrey Geschichte
Im Estadio Monterrey treffen am Samstag zwei Mannschaften mit gegensätzlichen Ausgangslagen aufeinander – und krönen damit fast ein Jahrhundert Weltmeisterschaftsgeschichte.
Wenn der ungarische Schiedsrichter István Kovács am Samstagabend (Ortszeit) im Estadio Monterrey die Partie zwischen Japan und Tunesien anpfeift, wird ein statistischer Meilenstein erreicht: Es ist das 1000. Spiel in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften. Fast 96 Jahre nach dem ersten Turnier in Uruguay mit 13 Teilnehmern markiert die Begegnung einer asiatischen mit einer afrikanischen Mannschaft auf nordamerikanischem Boden die globale Expansion des Sports. Die FIFA hat eine Zeremonie und ein Sonderabzeichen vorbereitet; für Monterrey, das „Gigante de Acero“, bedeutet dies den Eintrag in die Annalen des Weltfußballs.
Für Japan geht es jedoch um mehr als Symbolik. Der viermalige Asienmeister hatte im Auftaktspiel der Gruppe F gegen die Niederlande ein 2:2 erkämpft, zweimal einen Rückstand aufgeholt und dabei taktische Flexibilität sowie schnelles Umschaltspiel gezeigt. Trainer Hajime Moriyasu betonte, sein Team sei mit dem Remis nicht zufrieden und benötige nun einen Sieg gegen Tunesien, um die Chancen auf das Achtelfinale – bei 48 Teilnehmern nun die erste K.-o.-Runde – entscheidend zu verbessern. Die Bedingungen in Monterrey unterscheiden sich deutlich vom klimatisierten Stadion in Dallas: Temperaturen um 30 Grad und mögliche Gewitter verlangen Anpassung. Moriyasu verwies auf ein vorbereitendes Trainingslager in der Region. Verzichten muss er auf den verletzten Offensivspieler Takefusa Kubo, während Stürmer Ayase Ueda rechtzeitig fit wurde.
Tunesien steht unter Schock und zugleich unter neuer Führung. Die 1:5-Niederlage gegen Schweden – die höchste der eigenen WM-Geschichte – führte zur sofortigen Entlassung von Sabri Lamouchi, dem ersten Trainer, der nach nur einem WM-Spiel entlassen wurde. Als Nachfolger wurde Hervé Renard verpflichtet, jener französische Coach, der 2022 mit Saudi-Arabien den späteren Weltmeister Argentinien bezwang. Renard, in Tunis als „Zauberer“ bezeichnet, wies diesen Titel zurück: „Ich bin kein Zauberer. Im Fußball steckt viel Arbeit.“ Er forderte ein perfektes Kollektivspiel, Disziplin und Basics. Kapitän Ellyes Skhiri sprach von Revanchegelüsten und der Hoffnung, dass im Weltcup alles möglich sei – auch mit Verweis auf das überraschende Remis der Kapverden gegen Spanien.
Die Ausgangslage in Gruppe F ist nach dem ersten Spieltag offen: Schweden führt mit drei Punkten, Japan und die Niederlande haben je einen, Tunesien null. Ein japanischer Erfolg würde die Moriyasu-Elf mit vier Zählern in eine komfortable Position bringen, während Tunesien bei einer weiteren Niederlage praktisch ausgeschieden wäre. Entsprechend hoch ist der Druck auf die Nordafrikaner, die in den vergangenen drei Partien elf Gegentore kassierten und nun mit einer Viererkette statt der bisherigen Dreierformation antreten dürften.
Unabhängig vom Ausgang wird das 1000. WM-Spiel als Zäsur in die Chronik eingehen. Für Japan und Tunesien aber zählen allein die Punkte: Der Sieger darf auf die K.-o.-Phase hoffen, der Verlierer gerät in akute Gefahr, die Reise vorzeitig zu beenden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Japan geht das historische 1000. WM-Spiel mit Vorsicht an, wohl wissend, dass Tunesien nach der Demütigung durch Schweden und mit einem neuen Trainer hochmotiviert sein wird. Die Japaner erwarten ein deutlich intensiveres Duell als das Unentschieden gegen die Niederlande.
Das Duell zwischen Japan und Tunesien in Monterrey wird das 1000. Spiel der WM-Geschichte sein, ein Meilenstein, der die Globalisierung des Fußballs über die traditionelle Dominanz Europas und Südamerikas hinaus widerspiegelt. Japan will gegen ein tunesischen Team in tiefer Krise nach einer schweren Niederlage und einem plötzlichen Trainerwechsel einen entscheidenden Schritt Richtung K.-o.-Runde machen.
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