
Islamisches Neujahr 1448: Indonesien feiert Hijra mit Obor-Paraden und Appellen zur Einheit
Am 16. Juni 2026 beging die muslimische Welt das Jahr 1448 Hijriah; in Indonesien standen landesweite Feiern und prominente Aufrufe zu gesellschaftlichem Wandel im Zeichen der Hijra im Mittelpunkt, während aus Beirut Präsident Aoun die nationale Geschlossenheit beschwor.
Am 16. Juni 2026, einem Dienstag, beging die muslimische Welt den ersten Tag des Monats Muharram und damit den Beginn des Jahres 1448 nach der Hijra. In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land, war der Tag ein nationaler Feiertag. Präsident Prabowo Subianto übermittelte Glückwünsche, während Religionsminister Nasaruddin Umar die Gläubigen zu einer „Hijra des Herzens“ aufrief: weg von gegenseitigem Misstrauen hin zu Vertrauen, von Spaltung hin zu Einheit, von Apathie hin zu Fürsorge für die Nation und die Menschheit. Der Begriff Hijra, der an die Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina erinnert, wurde so zum Leitmotiv eines Tages, der mehr sein sollte als ein kalendarischer Übergang.
Die Feierlichkeiten spiegelten diese Botschaft in einer Fülle lokaler Traditionen wider. In Cirebon führten Schüler eines Pesantren ein „Feuerfußballspiel“ auf; in Tasikmalaya zogen Tausende mit Fackeln (Obor) fünf Kilometer durch die Straßen. Im Bezirk Bekasi verwandelte sich ein Fackelzug in eine Kundgebung für nationale Einheit, während die Hauptstadt selbst auf eine moderne Variante setzte: Die Provinzregierung veranstaltete ein „Festival Nyebrang“ mit elektrischen Obor, um Brandgefahr zu vermeiden, ohne den symbolischen Charakter der Lichtprozession aufzugeben. Im Osten Jakartas schmückten 125 Fahrzeuge einen Autokorso mit islamischen Ornamenten. In Kediri, Ostjava, versammelten sich Tausende zu einer Istighotsah, einem gemeinsamen Bittgebet. Während in Europa das islamische Neujahr meist still in den Moscheen begangen wird, entfaltete sich in Indonesien ein öffentliches Spektakel, das spirituelle Einkehr mit volksfestartigen Elementen verband.
Die religiöse Dimension des Muharram, eines der vier heiligen Monate, stand ebenfalls im Zentrum. Gläubige wurden an die empfohlenen Fastentage Tasua und Asyura am 9. und 10. Muharram erinnert, die auf den 24. und 25. Juni fallen. Der Rektor der Staatlichen Islamischen Universität Jakarta, Asep Saepudin Jahar, deutete den Jahreswechsel als „Raum der gemeinsamen Reflexion“, um das Engagement für ein integres und gerechtes Indonesien zu stärken. Der Leiter eines Pesantren, KH Hambali, warnte vor Falschinformationen und rief zur Weisheit im Umgang mit sozialen Medien auf. Aus Westjava betonten Abgeordnete die Chance zur Selbstprüfung und zur Stärkung der Solidarität. Religionsminister Umar äußerte zudem die Hoffnung, Indonesien könne zum „Epizentrum der modernen islamischen Zivilisation“ werden.
Über Indonesien hinaus verlieh der libanesische Präsident Joseph Aoun dem Anlass eine geopolitische Note. Er verband die Hijra-Jahreswende mit der prekären Lage seines Landes und rief angesichts beschleunigter regionaler Entwicklungen zu nationaler Einheit und Solidarität auf, um die Souveränität und Stabilität des Libanon zu bewahren. Er äußerte die Hoffnung, dass jüngste Entwicklungen das Leid des Volkes beenden und das Land befreien mögen. Diese Worte aus Beirut unterstrichen, dass die Hijra-Botschaft des Aufbruchs und der Widerstandskraft weit über den indonesischen Archipel hinaus aktuell ist. Auch für muslimische Gemeinschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die das Neujahr mit Gebeten und innerer Einkehr begehen, bietet das Jahr 1448 die Chance, das Prinzip der Hijra – den Wandel zum Besseren – als Brücke zwischen religiöser Identität und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu leben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Indonesien begrüßt das islamische Neujahr mit ausgelassenen Feiern, von Feuerfußballspielen bis zu Fackelumzügen, in einer Atmosphäre kollektiver Freude. Religiöse und politische Führer nutzen den Anlass, um zu Besinnung, Stärkung der nationalen Einheit und Einsatz für eine bessere Zukunft aufzurufen. Das Fest wird so zu einem Moment spiritueller Erneuerung und sozialen Zusammenhalts.
Im Libanon verbindet das Staatsoberhaupt das islamische Neujahr mit der Hoffnung, dass die jüngsten Entwicklungen das Leid der Bevölkerung beenden und besetztes Land befreien, vor dem Hintergrund außergewöhnlicher Umstände und regionaler Herausforderungen. Aus Algerien kommen Wünsche für Gesundheit, Wohlstand und mehr Sicherheit, während die Notwendigkeit nationaler Einheit und Verantwortung betont wird. Der Anlass wird eher als Suche nach Erlösung denn als Feier erlebt.
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