
Iran wirft USA Bruch des Waffenstillstandsabkommens vor – Vergeltungsschläge auf US-Basen
Die US-Angriffe auf iranische Küstenanlagen gefährden das Waffenstillstandsabkommen vom 18. Juni; Teheran antwortet mit Raketenangriffen auf Stützpunkte in Kuwait und Bahrain und droht mit dem Abbruch aller diplomatischen Kanäle.
In der Nacht zum Sonntag, dem 28. Juni 2026, haben US-Kampfflugzeuge nach Angaben des amerikanischen Zentralkommandos (CENTCOM) zehn militärische Ziele im Süden Irans bombardiert, darunter Überwachungs-, Kommunikations- und Luftabwehreinrichtungen. Das iranische Außenministerium verurteilte die Angriffe als „barbarisch“ und warf Washington vor, das erst am 18. Juni unterzeichnete Memorandum of Understanding zur Beendigung des viermonatigen Krieges gebrochen zu haben. Wenige Stunden später meldete die iranische Revolutionsgarde einen kombinierten Raketen- und Drohnenangriff auf acht amerikanische Militäreinrichtungen in Kuwait und Bahrain, darunter die Luftwaffenbasis Ali al-Salem und den Stützpunkt der Fünften Flotte im Hafen Salman.
Aus Teheraner Sicht stellen die US-Luftangriffe einen offenkundigen Verstoß gegen Artikel 2(4) der UN-Charta sowie gegen den ersten Artikel des sogenannten Islamabad-Memorandums dar, der eine sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen vorsieht. Das iranische Außenministerium erklärte, die Vereinigten Staaten zeigten damit erneut, dass sie ihren Zusagen keinerlei Glaubwürdigkeit beimäßen und „Wortbruch Teil ihrer Natur“ sei. Das US-Zentralkommando hingegen rechtfertigte die Operation als Vergeltung für anhaltende iranische Angriffe auf die Handelsschifffahrt im Persischen Golf – zuletzt soll der Tanker M/T Kiku attackiert worden sein. Ein amerikanischer Regierungsvertreter erklärte laut Reuters, durch die iranischen Gegenschläge seien keine US-Soldaten zu Schaden gekommen und es habe keine nennenswerten Schäden an den Basen gegeben.
Der militärische Schlagabtausch gefährdet den fragilen Waffenstillstand und legt die diplomatischen Bemühungen der vergangenen Wochen lahm. Die Revolutionsgarde warnte, jede weitere amerikanische Aggression werde eine „vernichtende Antwort“ nach sich ziehen und das gesamte diplomatische Verfahren zum Stillstand bringen. Zudem kündigte Teheran an, im Schiffsverkehr in der Straße von Hormus künftig noch konsequenter gegen mutmaßliche Regelverstöße vorzugehen. Für die europäischen Volkswirtschaften, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, rückt damit die Gefahr einer neuen Störung der globalen Ölversorgung in den Blick, da ein erheblicher Teil des Rohöls den Persischen Golf passiert.
Das fernmündlich geschlossene Abkommen sah einen 60-tägigen Verhandlungszeitraum vor, in dem auch Irans Nuklearprogramm und die Aufhebung von US-Sanktionen geregelt werden sollten. Bereits vor der Unterzeichnung hatten amerikanische Streitkräfte am 28. Mai iranische Drohnen abgeschossen und eine Bodenstation bei Bandar Abbas angegriffen; im Juni folgten israelische Luftangriffe auf iranische Atomanlagen, die Teheran als mit Washington abgestimmt wertete. Angesichts der jüngsten Eskalation forderte das iranische Außenministerium den UN-Sicherheitsrat und Generalsekretär Guterres auf, ihrem Mandat zur Friedenswahrung nachzukommen. Eine öffentliche Stellungnahme aus Washington stand zunächst aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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