
Iran attackiert US-Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait nach amerikanischen Luftschlägen
Die iranischen Revolutionsgarden reklamieren Vergeltungsschläge gegen 85 Ziele als Antwort auf US-Bombardements, die wiederum auf Angriffe gegen Handelsschiffe im Persischen Golf folgten.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch mit Raketen und Drohnen 85 militärische Einrichtungen der Vereinigten Staaten in Bahrain und Kuwait angegriffen. Betroffen waren nach Darstellung Teherans das Hauptquartier der 5. US-Flotte im Hafen Salman in Bahrain sowie die Luftwaffenbasis Ali Al-Salem in Kuwait. Kuwaitische Behörden bestätigten die Aktivierung der Luftabwehr und sprachen von abgefangenen feindlichen Raketen und Drohnen; auch in Bahrain heulten Warnsirenen. Die IRGC erklärten, bei der Operation sei zudem eine amerikanische MQ-9-Drohne abgeschossen worden, die den Einsatz habe stören sollen.
Die iranische Offensive folgte unmittelbar auf eine Serie von US-Luftangriffen gegen mehr als 80 Ziele im Süden Irans. Das Zentralkommando der US-Streitkräfte (CENTCOM) teilte mit, man habe Luftabwehrsysteme, Kommandozentralen, Küstenradar, Anti-Schiffs-Raketen sowie über 60 Schnellboote der IRGC getroffen. Washington begründete die Schläge als Reaktion auf iranische Attacken gegen drei Handelsschiffe im Golf von Oman, darunter den katarischen LNG-Tanker Al Rekayyat. Aus Sicht der US-Regierung stellen diese Angriffe eine klare und gefährliche Verletzung der seit Juni geltenden Waffenruhe dar. Das katarische Außenministerium machte Teheran für den Beschuss seines Schiffes verantwortlich und forderte rechtliche Konsequenzen.
Die wechselseitigen Militärschläge gefährden das fragilen Memorandum of Understanding, das Washington und Teheran Mitte Juni unter Vermittlung der Schweiz unterzeichnet hatten. Das 14-Punkte-Papier sah unter anderem eine sechzigtägige Aussetzung iranischer Transitgebühren in der Straße von Hormus sowie die befristete Lockerung von US-Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor vor. Das US-Finanzministerium widerrief am Dienstag die entsprechende Ausnahmegenehmigung und setzte Teheran eine Frist bis zum 17. Juli zur Abwicklung laufender Ölgeschäfte. Die Rohölpreise stiegen daraufhin um mehr als drei Prozent. Aus Teheraner Sicht hat Washington mit den neuen Sanktionen, den Luftangriffen und der anhaltenden israelischen Militärpräsenz im Libanon das Abkommen mehrfach gebrochen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, die „Ära der Einschüchterung und Erpressung“ sei vorbei.
Die Eskalation fällt in die Trauerzeremonien für den Ende Februar bei einem gemeinsamen US-israelischen Angriff getöteten iranischen Obersten Führer Ali Khamenei. Die IRGC warfen Washington vor, mit den Bombardements von den Massenprotesten ablenken zu wollen. Die Beisetzung Khameneis ist für den 9. Juli in Maschhad vorgesehen. Beobachter in der Region weisen darauf hin, dass die für die Zeit nach dem Begräbnis geplanten Verhandlungen über ein dauerhaftes Friedensabkommen nun in Frage stehen. Der Iran beharrt auf einer dauerhaften Kontrolle der Straße von Hormus und lehnt einen von Oman vorgeschlagenen temporären Schifffahrtskorridor ab. Aus europäischer Sicht wächst die Sorge vor einer dauerhaften Blockade der für die globale Energieversorgung zentralen Wasserstraße. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die US-Angriffe als „absolut notwendig“, während das US-Außenministerium erklärte, die Verhandlungsteams arbeiteten weiterhin nach Treu und Glauben an einer umfassenden Lösung. Der weitere Verlauf dürfte maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die Kampfhandlungen vor dem geplanten Beginn der Gespräche einzudämmen.
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Der Iran hat das Recht, sich gegen die US-Aggression zu verteidigen. Die Vereinigten Staaten haben den Waffenstillstand verletzt und müssen die Konsequenzen tragen.
Indem der iranische Angriff als direkte und proportionale Reaktion auf die US-Aggression dargestellt wird, entsteht eine Symmetrie, die Teherans Handeln legitimiert.
Der russische Block erwähnt nicht die iranischen Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus, die die USA als Rechtfertigung für ihre Bombardierungen anführten. Er berichtet auch nicht über Zweifel an der Wahrhaftigkeit der iranischen Behauptung, 85 Ziele getroffen zu haben.
Der Konflikt ist eine Spirale der Gewalt, für die beide Seiten verantwortlich sind. Die internationale Gemeinschaft sollte sich über den Zusammenbruch des Waffenstillstands Sorgen machen.
Indem die Fakten als eine Abfolge von Aktionen und Reaktionen ohne Schuldzuweisungen dargestellt werden, wird der Konflikt universalisiert und eine Parteinahme vermieden, wobei die Folgen für die regionale Stabilität betont werden.
Der lateinamerikanische Block lässt das Detail aus, dass der Iran behauptete, 85 Anlagen 'zerstört' und eine MQ-9-Drohne abgeschossen zu haben, sowie die russische Charakterisierung der US-Aggression als Waffenstillstandsverletzung. Er konzentriert sich auf die Chronologie der Ereignisse.
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