
Nach Portugals WM-Aus: Vorwurf des Boykotts gegen Cristiano Ronaldo
Ein französischer Weltmeister erhebt schwere Vorwürfe gegen die portugiesische Mannschaft – und entfacht eine Debatte über die Rolle des 41-jährigen Superstars.
Die sechste WM-Teilnahme Cristiano Ronaldos endete wie die fünf zuvor: ohne den Pokal des Weltmeisters. Im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 unterlag Portugal Spanien, und zum ersten Mal in seiner Karriere vergoss der Kapitän nach einem K.-o.-Spiel auf dem Platz Tränen. Drei Tore hatte der 41-Jährige in Nordamerika erzielt, zwei gegen Usbekistan, eines gegen Kroatien – sein erstes und einziges Tor in einer K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft überhaupt. Doch die Suche nach Gründen für das Scheitern nahm unmittelbar nach dem Abpfiff eine scharfe Wendung.
Aus französischer Perspektive meldete sich Youri Djorkaeff zu Wort, Weltmeister von 1998. In einem Interview mit RMC sagte er, Ronaldo sei von seinen eigenen Mitspielern „boykottiert“ worden. „Wenn man Cristiano Ronaldo mitnimmt, muss die Mannschaft für Cristiano Ronaldo spielen, und das geschah überhaupt nicht“, so Djorkaeff. Der Stürmer habe weder die nötigen Zuspiele erhalten, noch sei er in die besten Abschlusspositionen gebracht worden. Djorkaeffs Vorwurf gipfelte in der Forderung, ein Team müsse entweder um seinen Star herum gebaut werden – oder man verzichte auf seine Nominierung.
Die Zahlen der FIFA untermauern die begrenzte Durchschlagskraft des portugiesischen Angriffs. Ronaldos Torquote über alle sechs WM-Teilnahmen hinweg liegt bei 0,45 Treffern pro 90 Minuten. Mit 27 Einsätzen ist er der Spieler mit den zweitmeisten WM-Partien, nur Lionel Messi kommt auf mehr. Dass der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft bei diesem Turnier kaum prägend in Erscheinung trat, nährte in portugiesischen Medien eine Debatte, die bereits vor dem Turnier begonnen hatte: ob die Zeit des Ausnahmekönners im Nationaltrikot abgelaufen sei. Mehrere Blätter forderten nach dem Aus einen sofortigen Rücktritt.
Djorkaeffs Einlassung verlieh dieser Diskussion eine zusätzliche, taktische Dimension. Er argumentierte, Trainer Roberto Martínez hätte das Spielsystem konsequent auf Ronaldos Stärken ausrichten müssen, da dessen Spielweise seit Jahren bekannt sei und sich nicht plötzlich ändere. Die Verantwortung sah er nicht allein beim Stürmer, sondern bei einem Kollektiv, das in entscheidenden Momenten die Verantwortung auf den Kapitän abzuwälzen schien. „Man kann nicht erwarten, dass Cristiano alles allein macht“, sagte Djorkaeff und nannte dabei auch Mittelfeldspieler wie Vitinha, die mehr Risiko hätten übernehmen müssen.
Für Cristiano Ronaldo schließt sich mit dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko ein Kapitel. Eine siebte WM-Teilnahme hat er ausgeschlossen. Portugal hingegen steht vor der Aufgabe, eine Generation zu erneuern, die zwar drei Titel – eine Europameisterschaft und zwei Nations-League-Trophäen – gewann, der aber der letzte Schritt auf die höchste Stufe des Weltfußballs verwehrt blieb.
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
Die Anschuldigung, dass Portugals Spieler Ronaldo boykottiert haben, wird vermerkt, aber der Fokus bleibt auf Ronaldos unerfülltem WM-Traum und seinem statistischen Vermächtnis.
Indem der Block die Boykottvorwürfe als Tatsache berichtet und dabei Ronaldos leere Trophäenvitrine und seine 20-jährige Jagd betont, entsteht eine implizite Erzählung einer verratenen Legende, ohne explizit Partei zu ergreifen.
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Cristiano Ronaldo wurde von seinen eigenen Teamkollegen verraten; die Mannschaft hat nie für ihn gespielt und der Trainer hat sich nicht angepasst. Das ist ein Skandal, der verurteilt werden muss.
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Cristiano Ronaldos WM-Rekord ist unübertroffen: sechs Turniere, mindestens ein Tor in jedem und ein Halbfinaleinzug. Die Zahlen sprechen für sich.
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