
Europol zerschlägt internationales Netzwerk für betäubungsgestützte Vergewaltigungen – 57 Festnahmen
Die Operation „Project Medusa“ führte zu 57 Festnahmen und der Identifizierung von 156 Tatverdächtigen und Opfern in neun Ländern, darunter Deutschland und Großbritannien.
Ein von Europol koordinierter Schlag gegen organisierte sexualisierte Gewalt hat ein länderübergreifendes Netzwerk von Männern offengelegt, die ihre Partnerinnen betäubten und vergewaltigten. Wie die europäische Polizeibehörde mitteilte, wurden im Rahmen der Operation „Project Medusa“ 57 Personen festgenommen und 156 mutmaßliche Täter sowie Opfer identifiziert. Die Ermittlungen, an denen Behörden aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Ungarn, Brasilien, Kanada und den Vereinigten Staaten beteiligt waren, gehen auf eine journalistische Recherche in Deutschland aus dem Jahr 2025 zurück.
Die Täter nutzten nach Angaben der Ermittler verschlüsselte Messenger-Dienste, Foren und geschlossene Chatgruppen, um Erfahrungen auszutauschen, sich über die Beschaffung von Betäubungsmitteln und die Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen zu beraten sowie Aufnahmen der Taten zu teilen. Europol erklärte, die Kommunikation zeige eine detaillierte Planung und belege, dass es sich nicht um isolierte Vorfälle, sondern um ein organisiertes, vernetztes Verhaltensmuster handele. Die Opfer – fast ausschließlich Frauen – wurden demnach meist von Vertrauenspersonen im häuslichen Umfeld sediert und waren sich der Übergriffe oft nicht bewusst, ähnlich dem Fall Gisèle Pelicot in Frankreich.
Die britische National Crime Agency (NCA) gab bekannt, im Zuge der Ermittlungen zu einem einschlägigen Online-Forum und dessen Ablegern mehr als 270 Personen identifiziert zu haben. Acht Verdächtige wurden im Vereinigten Königreich festgenommen, acht mutmaßliche Opfer seien vor weiterem Schaden geschützt worden. Insgesamt leitete die NCA 15 Hinweispakete an britische Polizeidienststellen weiter. Parallel dazu steht in Manchester ein Mann vor Gericht, der gemeinsam mit zwölf weiteren Angeklagten beschuldigt wird, seine Ehefrau betäubt und vergewaltigt zu haben; ein Angeklagter hat sich in Teilen schuldig bekannt.
Die Behörden betonen, dass das wahre Ausmaß dieser Kriminalitätsform noch nicht absehbar sei. Die NCA spricht von einem „erheblich untererfassten und zu selten angezeigten“ Phänomen, das durch digitale Plattformen zunehmend organisiert werde. Die Ermittlungen dauern an, und die Strafverfolger rechnen mit weiteren Fällen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die britische National Crime Agency hat ein riesiges internationales Netzwerk von Männern aufgedeckt, die Frauen unter Drogen setzten und sexuell missbrauchten, oft in deren eigenen vier Wänden und ohne deren Wissen. Die Ermittlungen, die an den Fall Gisèle Pelicot erinnern, führten zu acht Festnahmen und zur Identifizierung von über 270 Verdächtigen, die mit Online-Foren in Verbindung stehen. Die Behörden warnen vor einem breiteren Muster organisierter, durch Drogen erleichterter sexueller Gewalt in mehreren Ländern.
Eine journalistische Recherche hat ein europäisches Netzwerk von Tätern aufgedeckt, die Online-Plattformen nutzten, um Frauen zu ködern, unter Drogen zu setzen und zu vergewaltigen. Die nach Medienenthüllungen eingeleiteten Ermittlungen führten zu acht Festnahmen im Vereinigten Königreich und Dutzenden weiteren auf dem gesamten Kontinent. Der Fall beleuchtet die düstere Realität der durch Drogen erleichterten sexuellen Gewalt, die durch digitale Foren ermöglicht wird.
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