
Internationale Kondolenzbesuche nach dem Tod von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani
Staatschefs aus Indonesien, den Emiraten und dem Libanon reisten nach Doha, um dem früheren Emir die letzte Ehre zu erweisen – und bekräftigen dabei strategische Partnerschaften mit dem Golfstaat.
Der Tod von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, der Katar von 1995 bis 2013 als Emir regierte und das Land danach als „Vater-Emir“ prägte, hat eine Welle internationaler Anteilnahme ausgelöst. Der 74-Jährige war am 12. Juli 2026 verstorben, wie das Amiri Diwan, das Verwaltungsbüro des Emirs, bestätigte. In den Tagen darauf kondolierten Staats- und Regierungschefs aus Asien, dem Nahen Osten und Europa – teils persönlich in Doha, teils durch Botschaftsbesuche in ihren Hauptstädten. Die Trauerbekundungen spiegeln das weitgespannte Netzwerk wider, das Scheich Hamad während seiner Amtszeit und darüber hinaus knüpfte.
Aus Jakarta reiste Präsident Prabowo Subianto eigens zur katarischen Botschaft, um sich in das Kondolenzbuch einzutragen – ein Akt, den indonesische Regierungsvertreter als Zeichen der engen bilateralen Beziehungen werteten. Außenminister Sugiono erklärte, Scheich Hamad habe „eine große und aktive Rolle“ beim Aufbau der engen Partnerschaft gespielt, die nun von Emir Tamim bin Hamad Al Thani und Präsident Prabowo fortgeführt werde. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate entsandten hochrangige Delegationen: Sowohl Staatspräsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan als auch der Herrscher von Ras Al Khaimah kondolierten im Lusail-Palast in Doha. Diese Gesten unterstreichen aus Sicht von Beobachtern in der Golfregion die Normalisierung der Beziehungen nach der Beilegung der Katar-Blockade. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reiste ebenfalls nach Doha, um Beileidsbekundungen zu überbringen – ein Hinweis auf die anhaltende Nähe zwischen Teheran und Doha trotz der Spannungen am Persischen Golf. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erinnerte bei seinem Besuch an die Vermittlerrolle Scheich Hamads beim Doha-Abkommen 2008 und an die Wiederaufbauhilfe nach dem Krieg von 2006.
In der arabischen Öffentlichkeit wird Scheich Hamad vor allem als Architekt des Aufstiegs Katars zu einem globalen Akteur gewürdigt. Kommentatoren verweisen auf den Ausbau des Energiesektors, die Gründung des Nachrichtensenders Al Jazeera und eine unabhängige Außenpolitik, die Katar zu einem gefragten Vermittler in regionalen Konflikten machte. Besonders hervorgehoben wird sein Besuch im Gazastreifen im Jahr 2012, als er als erster arabischer Staatschef die israelische Blockade durchbrach. Vertreter der Hamas bezeichneten ihn daraufhin als „mutigen und prinzipienfesten Mann“, der die palästinensische Sache aktiv unterstützt habe. Diese außenpolitische Ausrichtung prägt das Emirat bis heute und bildet den Hintergrund für die gemeldeten amerikanisch-iranischen Gespräche in Doha, die in einem der Berichte erwähnt werden.
Die Trauerfeierlichkeiten dauern an. Der amtierende Emir Scheich Tamim empfängt weiterhin Kondolenzbesuche im Lusail-Palast. Aus indonesischer Sicht wird die strategische Partnerschaft mit Katar, die unter Scheich Hamad begründet wurde, als stabil und zukunftsgerichtet bewertet. Konkrete politische Kurswechsel sind nicht zu erwarten, da der Machtübergang bereits 2013 vollzogen wurde. Die nächsten protokollarischen Schritte umfassen die Fortsetzung der offiziellen Trauerperiode und voraussichtlich ein Staatsbegräbnis, zu dem weitere internationale Gäste erwartet werden.
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Indonesien drückt durch seinen Präsidenten und Außenminister tiefes Beileid aus und würdigt die Rolle von Scheich Hamad bei der Transformation Katars und der Stärkung der bilateralen Beziehungen. Es stellt sich auf die Seite des respektvollen Trauerns und der diplomatischen Solidarität.
Der persönliche Besuch des Präsidenten verkörpert den Respekt der Nation, macht die diplomatische Beziehung greifbar und emotional und stärkt so die Erzählung einer besonderen Freundschaft.
Der indonesische Block erwähnt keine internen politischen Dynamiken oder Kontroversen Katars, wie die Blockade von 2017, und konzentriert sich ausschließlich auf das positive Erbe.
Die Herrscher der VAE und von Ras Al Khaimah sprechen dem Emir von Katar direkt ihr Beileid aus, als Familie und Verbündete. Sie stellen sich auf die Seite der Golfbrüderlichkeit und des gemeinsamen Erbes.
Die Verwendung von Begriffen wie 'Vater-Emir' und die Kulisse der Palastbesuche verstärken die Idee einer familiären Bindung zwischen den Golfstaaten und naturalisieren politische Allianzen als Verwandtschaft.
Der Golfblock erwähnt keine früheren Spannungen zwischen Katar und einigen Golfstaaten (z. B. die Blockade von 2017) und präsentiert ein Bild ununterbrochener Einheit.
Der Iran drückt durch seinen Außenminister sein Beileid aus und bekräftigt sein Engagement für freundschaftliche Beziehungen zu Katar. Er stellt sich auf die Seite der nachbarschaftlichen Achtung und des diplomatischen Protokolls.
Durch die Entsendung eines hochrangigen Emissärs signalisiert der Iran, dass er Katar als wichtigen regionalen Partner behandelt, ideologische oder sektiererische Unterschiede herunterspielt und sich auf gemeinsame diplomatische Normen konzentriert.
Der iranische Block erwähnt keine eigenen regionalen Rivalitäten oder den breiteren geopolitischen Kontext, wie Spannungen mit Saudi-Arabien oder den USA, und konzentriert sich ausschließlich auf das bilaterale Beileid.
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