
Goldpreis fällt erstmals seit November unter 4000 Dollar je Unze
Ein fester Dollar und wachsende Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve haben den Goldpreis am Mittwoch auf ein Siebenmonatstief gedrückt und auch Silber, Platin und Palladium stark fallen lassen.
Der Goldpreis ist am Mittwoch unter die Marke von 4000 Dollar je Feinunze gefallen und notierte mit rund 3970 Dollar so niedrig wie zuletzt im November 2025. Auch Silber verbilligte sich um mehr als 5 Prozent auf unter 59 Dollar, Platin und Palladium gaben ebenfalls deutlich nach. Gegenüber dem Rekordhoch von Ende Januar bei 5600 Dollar hat das gelbe Metall damit mehr als 1600 Dollar oder rund 29 Prozent eingebüßt.
Als treibende Kraft hinter dem Ausverkauf gilt die Kombination aus einem auf ein 13-Monats-Hoch gestiegenen US-Dollar und einer markanten Neubewertung der geldpolitischen Aussichten in den Vereinigten Staaten. Nach der Sitzung der Federal Reserve in der vergangenen Woche, bei der der neue Vorsitzende Kevin Warsh einen restriktiven Ton anschlug, preisen die Terminmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein – eine Woche zuvor lag dieser Wert noch bei 29 Prozent. Steigende Zinsen machen das zinslose Gold für Anleger unattraktiver und stärken zugleich den Dollar, was das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.
Analysten großer Finanzhäuser haben ihre Preisprognosen daraufhin gesenkt. Goldman Sachs erwartet zum Jahresende nur noch 4900 Dollar statt zuvor 5400 Dollar, ING reduzierte die Schätzung für das dritte Quartal von 4850 auf 4300 Dollar. Stützend wirken weiterhin die Käufe der Notenbanken, doch die Investmentnachfrage über börsengehandelte Fonds bleibt schwach. Aus Schweizer Sicht verweist Giovanni Staunovo von UBS auf den „trägen Investitionsappetit“, während Ole Hansen von der Saxo Bank den Druck durch den starken Dollar und die technologiegetriebene Aktienverkaufswelle betont. In den arabischen Finanzzentren wird zudem auf die widersprüchlichen Signale aus den amerikanisch-iranischen Friedensgesprächen verwiesen, die den geopolitischen Risikoaufschlag schmelzen ließen.
Der weitere Kurs hängt nun maßgeblich von den am Donnerstag anstehenden US-Inflationsdaten (PCE-Deflator) ab. Sollte der von der Fed bevorzugte Preisindex eine anhaltend hohe Teuerung anzeigen, dürfte sich die Erwartung strafferer Geldpolitik verfestigen und den Druck auf die Edelmetalle aufrechterhalten. Umgekehrt könnte ein schwächerer Wert den Dollar dämpfen und eine Gegenbewegung einleiten. Auch die Entwicklung im Iran-Konflikt bleibt ein Unsicherheitsfaktor: Während Washington von unbefristeten Inspektionen spricht, dementiert Teheran entsprechende Zugeständnisse.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Gold fiel auf ein Zwei-Wochen-Tief, da der Dollar aufgrund der Erwartung weiterer Fed-Zinserhöhungen anstieg. Der Spotpreis gab um 0,5% auf 4.087,68 Dollar je Unze nach, die Futures um 1,1%, während der Dollar ein mehr als einjähriges Hoch erreichte und das Edelmetall für ausländische Käufer verteuerte. Händler preisen nun drei Zinsschritte in diesem Jahr ein, und widersprüchliche Signale zu den USA-Iran-Gesprächen dämpften die Stimmung zusätzlich.
Gold stürzte ab, da ein starker US-Dollar und steigende Treasury-Renditen seine Attraktivität als sicherer Hafen überwältigten, wobei der Ausverkauf durch einen Rückgang bei Technologieaktien verstärkt wurde. Wachsende Skepsis gegenüber überhöhten Bewertungen im Bereich der künstlichen Intelligenz trieb die Anleger zurück in den Dollar und ließ die traditionelle Zufluchtsrolle des Goldes verblassen. Das Metall verlor mehr als 1,3%, nachdem es kurzzeitig ein Tageshoch erreicht hatte, und machte frühere Gewinne zunichte.
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