
Gold erholt sich zum Wochenschluss – steigende Zinserwartungen trüben Wochenbilanz
Die Aussicht auf ein Abkommen zwischen den USA und Iran zur Beendigung des Golfkriegs treibt den Goldpreis am Freitag, während Inflations- und Zinssorgen die zweite Verlustwoche in Folge besiegeln.
Am Freitag stieg der Goldpreis an der New Yorker Comex für den August-Kontrakt um 3,03 Prozent auf 4.238,8 Dollar je Feinunze, nachdem US-Präsident Donald Trump ein baldiges Abkommen mit Teheran zur Beendigung des Golfkonflikts in Aussicht gestellt hatte. Auch im Spotmarkt legte das Edelmetall leicht zu. Dennoch summiert sich das Wochenminus auf über zwei Prozent – die zweite Verlustwoche in Folge. Hintergrund sind widersprüchliche Signale: Während aus Washingtoner Sicht der Durchbruch unmittelbar bevorstehen soll, dementierte die iranische Nachrichtenagentur Fars umgehend entsprechende Spekulationen.
Der seit Ende Februar andauernde Krieg im Golf hat die Ölpreise zeitweise stark steigen lassen und damit Inflationsängste geschürt. Die Aussicht auf eine Entspannung ließ die Rohölnotierungen am Freitag um mehr als drei Prozent fallen. Gold, das üblicherweise als Inflationsschutz dient, profitierte von der nachlassenden geopolitischen Risikoprämie nur kurzfristig, denn die anhaltend hohen Teuerungsraten erhöhen zugleich den Druck auf die Notenbanken, ihre Leitzinsen weiter zu straffen.
Analysten aus den USA und Europa teilen diese Einschätzung. Peter Grant, Chefmetallstratege bei Zaner Metals, sieht die Inflation selbst bei sinkenden Ölpreisen noch längere Zeit auf erhöhtem Niveau. Peter Fertig von Quantitative Commodity Research mit Sitz in Deutschland verweist auf die Erwartung, dass sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Federal Reserve in den kommenden Monaten an der Zinsschraube drehen werden. Steigende Renditen mindern die Attraktivität des zinslosen Goldes erheblich. Sollte sich der Preisauftrieb in den USA beschleunigen, hält Fertig sogar einen Einbruch unter die Marke von 4.000 Dollar für möglich.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die Lage damit zweischneidig. Ein Ende des Golfkriegs könnte den zuletzt stark gestiegenen Öl- und Energiepreisen entgegenwirken, was der deutschen und europäischen Konjunktur zugutekäme. Zugleich entfiele ein Stützungselement für das Gold. Die Märkte richten ihren Blick nun auf die nächsten Inflationsdaten und die Sitzungen der großen Zentralbanken. Sollten die Währungshüter einen restriktiveren Kurs einschlagen, droht dem Goldpreis ein weiterer Test der jüngsten Tiefststände – unabhängig von geopolitischen Schlagzeilen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Gold-Futures stiegen am Freitag um 3 % auf 4.238,80 Dollar pro Unze, beflügelt von der Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Entspannung der geopolitischen Lage. Trotz des Tagesgewinns schloss das Metall die Woche mit einem Minus, da die Aussicht auf höhere US-Zinsen seine Attraktivität minderte. Der Markt bleibt auf geldpolitische Signale und deren Auswirkungen auf renditelose Anlagen fokussiert.
Die Goldpreise stiegen vorübergehend aufgrund der Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges, doch der Wochentrend blieb negativ. Analysten warnen, dass die Inflation selbst bei fallenden Ölpreisen anhalten wird, und die Märkte erwarten weitere Zinserhöhungen durch EZB und Federal Reserve. Der Konflikt wird als ein dem Iran aufgezwungener Krieg dargestellt, was ein Gefühl der Opferrolle unterstreicht, während die breiteren wirtschaftlichen Zwänge anerkannt werden.
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