
Nullnummer mit politischen Untertönen: Iran und Belgien trennen sich 0:0
Beiranvands Paraden retten Iran ein 0:0 gegen Belgien; aus Teheran wird das Remis zur Metapher für die Verteidigung des Landes.
Das zweite Gruppenspiel der Gruppe G endete mit einem torlosen Remis zwischen Iran und Belgien. In einer umkämpften Partie im SoFi-Stadion von Los Angeles avancierte der iranische Torhüter Alireza Beiranvand mit mehreren spektakulären Paraden zum Matchwinner – und wurde folgerichtig zum Spieler des Spiels gewählt. Eine frühe belgische Drangphase, ein aberkanntes Tor der Iraner und ein Platzverweis für den belgischen Verteidiger Nathan Ngoy in der 67. Minute prägten den Abend.
Belgien, angeführt von Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku, setzte die iranische Defensive zunächst unter Druck. Beiranvand entschärfte einen wuchtigen Distanzschuss De Bruynes und einen Kopfball von Timothy Castagne. Iran konterte über Mehdi Taremi, dessen Treffer in der 24. Minute nach Videobeweis wegen Abseits keine Anerkennung fand. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel intensiv: Irans Offensive scheiterte an Thibaut Courtois, während Beiranvand auf der Gegenseite einen Schuss von Maxim De Cuyper mit einer als „Parade des Spiels“ bezeichneten Reaktion abwehrte. Der Platzverweis gegen Ngoy, der einen aussichtsreichen iranischen Angriff unterband, brachte Belgien in Unterzahl, doch die Roten Teufel drängten in der Schlussphase noch einmal – Dodi Lukebakios Schuss in der Nachspielzeit strich knapp am Pfosten vorbei.
Abseits des Rasens nutzten führende iranische Politiker die Partie für symbolische Botschaften. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf veröffentlichte auf der Plattform X ein Bild von Beiranvands Parade und kommentierte: „So schützen wir unser Land.“ Außenminister Abbas Araghchi teilte dasselbe Motiv und fügte Bilder von Opfern eines Angriffs auf eine Mädchenschule in Minab hinzu, die als Engel das Tor bewachten. Die iranische Mannschaft bestreitet das Turnier vor dem Hintergrund eines Kriegszustands mit den USA, dem Co-Gastgeber, und hat ihr Quartier im mexikanischen Tijuana bezogen. Die Spiele in den Vereinigten Staaten finden somit in einem politisch aufgeladenen Umfeld statt.
In der Tabelle der Gruppe G führt Ägypten mit vier Punkten nach einem Sieg gegen Neuseeland und einem Remis gegen Belgien. Iran und Belgien liegen mit je zwei Zählern gleichauf, Neuseeland hat einen Punkt. Die Gruppe bleibt vor den abschließenden Spieltagen völlig offen: Alle vier Mannschaften haben noch Chancen auf die direkten Qualifikationsplätze oder den Umweg über die Rangliste der Gruppendritten. Für Iran steht als nächstes die Begegnung mit dem Spitzenreiter Ägypten an, während Belgien auf Neuseeland trifft.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das torlose Unentschieden gegen Belgien wird als heroischer Abwehrkampf gefeiert, wobei Beiranvands Paraden zum Symbol für den Schutz des Heimatlandes erhoben werden. Politische Akteure verknüpften das Spiel mit dem größeren Kampf gegen die USA und stellten es als Teil der Verteidigung iranischer Ehre und Würde dar. Das aberkannte Tor von Taremi sorgt für Bedauern, überschattet aber nicht die mutige Leistung.
Iranische Funktionäre nutzten das WM-Spiel, um ein politisches Narrativ zu verbreiten, indem sie das Bild einer Torwartparade teilten und es mit der Verteidigung des Landes gegen Amerika verglichen. Der Bericht hebt hervor, dass der Außenminister sogar Fotos von Opfern eines Schulangriffs einfügte und so Sport mit Propaganda vermischte. Die Darstellung vermittelt eine kritische Sicht auf die Politisierung des Sportereignisses.
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