
Globale Wohnungskrise: Spaniens Preisrekorde, Irans Kreditmangel und ein Mietstopp in Abu Dhabi
Während in Spanien die Immobilienpreise Rekordhöhen erreichen und der Iran nur einem Bruchteil der Mieter Kredite gewährt, offenbart Abu Dhabi, dass Mietstopps oft neue Mieter begünstigen.
In Spanien hat der Wohnungsmarkt ein Niveau erreicht, das selbst die Blase von 2007 übertrifft. Nach Daten des nationalen Statistikinstituts stiegen die Preise im ersten Quartal 2026 um 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und liegen nun 26 Prozent über dem damaligen Höchststand. Besonders Neubauten verteuerten sich rasant. Viele Mieter sehen sich daher dauerhaft vom Eigentum ausgeschlossen. Die Regierung reagierte mit einer Reform des Mietrechts, die es Mietern erlaubt, Verträge auch ohne Zustimmung des Vermieters zu verlängern – ein Eingriff, der Eigentümer erzürnt. Gleichzeitig besteuert das Finanzamt leerstehende Wohnungen, als ob sie vermietet wären, was Anreize zur Vermietung schaffen soll.
Im Iran wiederum dominieren galoppierende Inflation und eine dysfunktionale Kreditvergabe das Bild. In der Provinz Zandschan erhielten im vergangenen Jahr nur sechs Prozent der antragsberechtigten Mieter ein zinsgünstiges Mietdepot-Darlehen; die Banken agierten extrem vorsichtig. In Teheran klagen Bürger, dass die Mieten sich verdoppelt hätten und die staatlichen Obergrenzen wirkungslos blieben. Viele machen die Makler oder die Politik verantwortlich. Anders als in Spanien ist der Markt jedoch von einer gewissen Erstarrung geprägt: Mieter vermeiden kostspielige Umzüge, und auch Vermieter zeigen sich zurückhaltend mit überzogenen Forderungen, sodass die Fluktuation zurückgeht.
Ein bemerkenswertes Gegenmodell bietet Abu Dhabi. Die dortige Regierung hat einen generellen Mietstopp verhängt. Überraschenderweise profitieren davon nicht die Bestandsmieter am stärksten – sie zahlen zwar keine Erhöhung –, sondern neue Mieter, die in zuvor vermietete Einheiten einziehen. Branchenexperten zufolge kann der Mietstopp für sie einen einmaligen finanziellen Vorteil bedeuten, da die Mieten auf einem niedrigeren Niveau eingefroren werden.
Aus deutschsprachiger Perspektive illustrieren diese drei Beispiele, wie unterschiedlich regulatorische Eingriffe wirken können. Während die spanische Leerstandsteuer auch in deutschen Städten diskutiert wird, zeigt Irans Erfahrung, dass ohne funktionierende Verwaltung selbst gut gemeinte Hilfen verpuffen. Der Abu-Dhabi-Fall wiederum mahnt zur Vorsicht: Mietstopps können kontraintuitive Verteilungseffekte haben. Langfristig wird es darauf ankommen, Angebot und Nachfrage durch Neubau und Bodenpolitik ins Gleichgewicht zu bringen – eine Herausforderung, die von München bis Madrid und Teheran gleichermaßen drängt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Home prices keep rising sharply, surpassing the 2007 peak. INE data shows a 12.9% annual increase, making it ever harder for renters to save for a down payment. The narrative is technical and data-driven, with no explicit policy judgment.
New Spanish laws protect tenants, requiring landlords to comply and allowing renters to stay indefinitely under certain conditions. The narrative emphasizes the right to housing and the need for market regulation, defending tenants and criticizing speculators. Taxes on empty homes also push owners to rent.
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