
Gladbachs Neuaufbau, Cottbuser Tests und Atlas’ Rückholaktion: Transferbewegungen im Sommer
Borussia Mönchengladbach reagiert auf eine negative Marktwertentwicklung mit einem neuen Trainerteam und kostengünstigen Verpflichtungen, während Energie Cottbus einen ehemaligen HSV-Torhüter testet und der mexikanische Klub Atlas die Rückkehr des WM-Teilnehmers Jorge Sánchez vorantreibt.
Die Marktwertkurve von Borussia Mönchengladbach zeigt als einzige unter allen Bundesligisten der Saison 2025/26 über ein Jahrzehnt hinweg nach unten. Lag der Kaderwert im September 2016 noch bei 166 Millionen Euro und stieg bis 2020 auf 310 Millionen, beträgt er gegenwärtig nur noch 154 Millionen – ein Minus von 7,2 Prozent. Aus Sicht der Vereinsführung ist dies die Folge eines überteuerten Kaders, den der frühere Sportdirektor Max Eberl hinterließ, sowie ablösefreier Abgänge von Champions-League-Stammkräften und der finanziellen Belastungen durch die Corona-Pandemie. Der neue Sportchef Rouven Schröder hat in der Wintertransferperiode bereits 4,5 Millionen Euro eingespart und im Sommer sieben neue Spieler für insgesamt 9,5 Millionen Euro verpflichtet, deren Verträge niedrige Grundgehälter mit leistungsbezogenen Prämien kombinieren. Gleichzeitig erlöste der Klub durch Verkäufe wie den von Rocco Reitz für 20 Millionen Euro nach Leipzig und Gehaltseinsparungen bei Großverdienern bis zu 25 Millionen Euro. Das neu formierte Trainerteam um Cheftrainer Eugen Polanski wird durch Markus Gellhaus von Hansa Rostock und Jan-Moritz Lichte, zuletzt Nachwuchscheftrainer bei Manchester City, verstärkt; die Hoffnung ruht zudem auf Talenten wie dem 17-jährigen Wael Mohya, dessen Marktwert bereits auf 17 Millionen Euro taxiert wird.
In der 2. Bundesliga testet Energie Cottbus zum Trainingsauftakt den ehemaligen HSV-Torhüter Julian Pollersbeck. Trainer Claus-Dieter Wollitz sieht in dem 31-Jährigen, der zuletzt in Regensburg nur einen Pflichtspieleinsatz absolvierte, einen modernen, hochstehenden Keeper, der Druck auf Stammtorwart Marcel Lotka ausüben soll. Auch mit der ablösefreien Hertha-Legende John Brooks hat Wollitz telefoniert und ein Kennenlerntraining angeboten; eine Verpflichtung des 33-Jährigen ist jedoch an den Nachweis seiner Fitness geknüpft. Unterdessen steht Regionalliga-Meister Lok Leipzig vor der Verpflichtung von Stürmer Ricky Bornschein, dessen Vertrag bei Erzgebirge Aue auslief und der nach überstandener Krebserkrankung in den Profifußball zurückgekehrt ist. Trainer Torsten Ziegner, der auf Jochen Seitz folgte, begann die Vorbereitung mit einem überschaubaren Kader von 19 Spielern und testet vier Probespieler.
In der iranischen Liga steht Tractor Sazi vor einem Umbau in der Defensive. Der serbische Innenverteidiger Aleksandar Sedlar wird den Klub verlassen; als Ersatz ist Mohammad Daneshgar nach seiner Trennung von Sepahan nahezu einig mit den Täbrisern. Daneshgar hatte auch Gespräche mit Esteghlal geführt, doch Transfersperre und Budgetunsicherheiten beim Hauptstadtklub lassen den Wechsel zu Tractor als wahrscheinlich erscheinen. Eine parallele Verhandlung mit Ali Nemati von Foolad Khuzestan würde im Falle des Daneshgar-Abschlusses hinfällig. Aref Aghasi, der nach einer Saison bei Esteghlal als Rückkehrer galt, soll auf Wunsch von Trainer Sohrab Bakhtiarizadeh bleiben.
In Mexiko treibt Atlas Guadalajara die Rückholaktion von Jorge Sánchez voran. Der 28-jährige Außenverteidiger, der mit der mexikanischen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2026 teilnimmt und gegen Südkorea 90 Minuten bestritt, hat dem Wechsel von PAOK Saloniki zu den Rojinegros bereits zugestimmt. Eine formelle Offerte liegt dem griechischen Klub vor. Sánchez’ Karriere führte ihn über Santos Laguna, América, Ajax Amsterdam und Porto zu Celeste, ehe er 2025 zu PAOK wechselte. Sein Marktwert wird auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt.
Die geschilderten Vorgänge verbindet ein gemeinsames Muster: Vereine in unterschiedlichen Ligen setzen auf kostensenkende Kaderumstrukturierungen und die Rückkehr erfahrener Spieler, um sportliche Stabilität und wirtschaftliche Gesundung zu erreichen. Für Gladbach soll die Marktwertkurve nun wieder nach oben zeigen; in Cottbus, Leipzig, Täbris und Guadalajara stehen die finalen Entscheidungen über die anvisierten Verstärkungen noch aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Borussia Mönchengladbach ist der einzige Bundesligist, der im letzten Jahrzehnt eine negative Marktwertentwicklung verzeichnete: Der Kaderwert sank von 166 Millionen Euro im Jahr 2016 auf aktuell 154 Millionen, obwohl er 2020 einen Höchststand von 310 Millionen erreichte. Um den Abwärtstrend zu stoppen, baut der Verein den Trainerstab um und holt Co-Trainer von Hansa Rostock und Manchester City.
Traktor hat seine Sommertransferaktivitäten aufgenommen, um eine starke Mannschaft für die kommende Ligasaison und die AFC Champions League Elite aufzubauen. Der Verein sucht einen hochwertigen Innenverteidiger als Ersatz für den abwandernden Aleksandar Sedlar und hat Gespräche mit Spielern von Persepolis und Esteghlal geführt.
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