
Getty Images-Aktien verdoppeln sich nach Lizenzdeal mit OpenAI
Die Ankündigung einer Inhaltepartnerschaft mit dem ChatGPT-Entwickler ließ den Kurs des zuvor stark gefallenen Fotobank-Werts um bis zu 200 Prozent steigen.
Die Aktien von Getty Images Holdings verzeichneten am Montag im vorbörslichen Handel einen Kurssprung von zeitweise 200 Prozent und notierten nach Handelsbeginn noch mit einem Plus von über 120 Prozent bei 1,35 Dollar. Auslöser war die Bekanntgabe eines Lizenzabkommens mit OpenAI, das die Einbindung der rund 477 Millionen Fotos und Videos umfassenden Bibliothek in die visuelle Suche des Chatbots ChatGPT vorsieht. Finanzielle Konditionen wurden nicht veröffentlicht; ebenso blieb offen, ob die Bilder auch für das Training künftiger KI-Modelle verwendet werden dürfen.
Der Kursanstieg markiert eine strategische Kehrtwende für das Unternehmen, das noch 2023 gegen Stability AI, den Entwickler des Bildgenerators Stable Diffusion, eine Urheberrechtsklage eingereicht hatte. Ein Londoner Gericht wies diese Klage im vergangenen November ab. Parallel hatte Getty einen eigenen KI-Bildgenerator entwickelt. Die nun geschlossene Vereinbarung reiht sich in eine Serie von Lizenzdeals ein, die OpenAI zuletzt mit Medienhäusern wie News Corp, Time, Condé Nast und Reddit abgeschlossen hat, um lizenzierte Inhalte für seine Produkte zu sichern.
Die Marktreaktion spiegelt die Neubewertung eines Geschäftsmodells wider, das durch generative KI zunehmend unter Druck geraten war. Seit Jahresbeginn hatte die Getty-Aktie rund 55 Prozent an Wert verloren, die Marktkapitalisierung war auf 253,5 Millionen Dollar gesunken – ein Bruchteil der 4,8 Milliarden Dollar, mit denen das Unternehmen 2022 an die Börse gegangen war. Die Furcht der Anleger, KI-Bildgeneratoren könnten das Lizenzgeschäft obsolet machen, wich nun der Erwartung neuer Erlösquellen. Dass das Interesse an KI-Exposure über den Einzeltitel hinausreicht, zeigt ein paralleler Vorgang in Brasilien: Die Plattform Hurst Capital meldete, 89 Prozent der Anteile eines Zertifikatsloses verkauft zu haben, das die wirtschaftliche Entwicklung von OpenAI abbildet, ohne direkte Aktienbeteiligung.
Der weitere Weg von Getty Images ist an zwei regulatorische und strategische Meilensteine geknüpft. Zum einen steht die kartellrechtliche Genehmigung der geplanten 3,7 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Rivalen Shutterstock aus. Zum anderen bleibt abzuwarten, ob OpenAI die lizenzierten Inhalte künftig auch für das Modelltraining nutzen wird und wie sich die Partnerschaft auf die Quartalserlöse des Fotobanks auswirkt, die zuletzt hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben waren.
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Die Aktien von Getty Images stiegen nach einer Lizenzvereinbarung mit OpenAI, die ChatGPT die Nutzung der Bildinhalte erlaubt. Die finanziellen Bedingungen wurden nicht bekannt gegeben, doch Analysten werten den Deal als strategischen Schritt.
Der Appetit der Anleger auf KI-Engagement boomt: Eine brasilianische Plattform verkaufte rasch Anteile mit Bezug zu OpenAI. Unterdessen stieg die Getty-Images-Aktie nach dem eigenen Deal mit dem KI-Entwickler und untermauert die Sicht auf KI als neue Anlageklasse.
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