
G7-Gipfel in Frankreich: Trump schwenkt auf Unterstützungskurs für Kiew ein – Brasilien als Vermittler im Gespräch
Die Gruppe der Sieben verschärft den Druck auf Russland und sagt der Ukraine neue Militärhilfe zu; zugleich akzeptiert Kiew ein Vermittlungsangebot des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva.
Der Gipfel der Gruppe der Sieben im französischen Évian-les-Bains endete mit einer gemeinsamen Erklärung, in der die teilnehmenden Staaten – einschließlich der Vereinigten Staaten – eine Verstärkung der militärischen Unterstützung für die Ukraine sowie eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland zusagen. Konkret verpflichteten sich die G7, die Lieferung von Luftverteidigungssystemen, Abfangkapazitäten und weitreichenden Waffen auszuweiten und Kiew Lizenzen zur Steigerung der eigenen Rüstungsproduktion zu gewähren. Präsident Donald Trump signalisierte zudem die Bereitschaft, zuvor im Kontext des Iran-Konflikts ausgesetzte Sanktionen auf russisches Öl wieder in Kraft zu setzen. Aus europäischer Sicht markiert dies eine bemerkenswerte Rückkehr des Ukraine-Dossiers auf die Agenda Washingtons, nachdem die Administration über Monate hinweg primär auf die Auseinandersetzung mit Teheran fokussiert war.
Aus Washingtoner Sicht ist das erneuerte Engagement jedoch an Bedingungen geknüpft: Trump beharrt darauf, dass die europäischen Verbündeten die militärische und finanzielle Hauptlast der Ukraine-Hilfe tragen – eine Linie, die dem Grundsatz „America First“ und wiederholten Forderungen nach höheren Verteidigungsausgaben der NATO-Partner entspricht. Europäische Diplomaten, insbesondere aus Paris, drängten den US-Präsidenten gleichwohl, die festgefahrene Lage durch die Ausrichtung direkter Gespräche zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin in den Vereinigten Staaten aufzubrechen. Kiew nutzte den Gipfel nicht nur zur Wiederannäherung an Trump, sondern suchte auch die Vermittlung Brasiliens: Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bot an, Kontakte zu den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats zu aktivieren, und Selenskyj akzeptierte dieses Angebot nach Darstellung ukrainischer Regierungsvertreter. Aus Moskauer Sicht hingegen wurde der Gipfel als rein „negativ“ bewertet; ein Abgeordneter der Duma warf dem ukrainischen Präsidenten vor, Lula für eigene Zwecke instrumentalisieren zu wollen, und verwies auf eine vermeintliche „Nichtverhandlungsfähigkeit“ Kiews.
Die erklärte Rückkehr Washingtons zu einer konfrontativeren Sanktionspolitik gegenüber Moskau könnte die Finanzierung des russischen Kriegsapparats empfindlich treffen, sofern die Ölsanktionen tatsächlich reaktiviert werden. Die militärischen Zusagen der G7 zielen darauf ab, die jüngsten Geländegewinne der ukrainischen Streitkräfte zu verstetigen und den Druck auf Russland zu erhöhen. Die Vermittlungsinitiative Brasiliens eröffnet einen zusätzlichen diplomatischen Kanal: Lulas als vertrauensvoll geltendes Verhältnis zu Putin wird in brasilianischen Regierungskreisen als zentraler Beweggrund Kiews für diese Wahl genannt. Allerdings sind kurzfristig weder ein Telefonat noch ein Treffen Lulas mit Putin geplant; eine Begegnung könnte frühestens am Rande des BRICS-Gipfels im September in Neu-Delhi stattfinden.
Die Neuausrichtung der amerikanischen Haltung fällt in eine Phase, in der die Ukraine nach Darstellung westlicher Militäranalysten an der Front die Initiative zurückgewonnen hat und Selenskyj während der iranischen Eskalation Golfstaaten Unterstützung gegen Schahed-Drohnen anbot – ein Schritt, der in Washington als Beleg für den strategischen Nutzen Kiews gewertet wurde. Gleichzeitig sorgen Berichte über geplante Truppenreduzierungen der USA in Deutschland und eine mögliche Verringerung der NATO-Präsenz unter europäischen Sicherheitskreisen für Irritation, da sie die Abschreckungswirkung gegenüber Russland schwächen könnten. Das Dossier bleibt in Bewegung: Trump hat Gesprächsbereitschaft angedeutet, doch aus Moskau verlautet bislang kein Interesse an direkten Verhandlungen unter amerikanischer Ägide. Die Entscheidung über die Ölsanktionen wird in den kommenden Wochen erwartet, während die europäischen Partner auf einen Waffenstillstand entlang der gegenwärtigen Frontlinie drängen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der ukrainische Präsident Selenskyj hat versucht, den brasilianischen Staatschef Lula für seine eigenen Zwecke einzuspannen, indem er um Vermittlung mit Russland bat. Das ist ein unehrliches Spiel, denn Kiew weiß, dass es das Vertrauen der Europäer nicht genießt, und versucht, Lulas gute Beziehungen zu Putin auszunutzen. Moskau betrachtet dieses Manöver mit Skepsis, wohl wissend, dass Lula nicht vorhat, den Kreml anzurufen.
Die Ukraine rückt vor, und jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für Trump, die NATO zu stärken. Das positive Treffen zwischen Selenskyj und Trump beim G7-Gipfel in Frankreich markiert eine Kehrtwende: Trump sagt nun, Russland müsse eine Einigung erzielen, und setzt die Sanktionen gegen russisches Öl wieder in Kraft. Dies ist eine strategische Gelegenheit, das westliche Bündnis zu festigen und Moskau unter Druck zu setzen.
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