
Festnahmen und Gewalt bei Protesten gegen Prabowos Wirtschaftspolitik in Surabaya
In der ostjavanischen Stadt Surabaya eskalierte eine Demonstration gegen Treibstoffpreiserhöhungen und das kostenlose Schulessen-Programm; mindestens 24 Personen wurden festgenommen.
Bei einer nicht angemeldeten Kundgebung vor dem Regierungsgebäude Grahadi in Surabaya ist es am Freitagabend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Nach übereinstimmenden Berichten von Nachrichtenagenturen und lokalen Medien warfen Teilnehmer Steine und Feuerwerkskörper auf Polizeikräfte und zündeten Abfall auf der Fahrbahn an. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Bereitschaftseinheiten ein, um die Menge zu zerstreuen. Das Rechtshilfenetzwerk KontraS Surabaya und das Anwaltsbüro LBH Surabaya dokumentierten bis Samstagfrüh 24 Festnahmen, darunter eine Frau. Der Polizeichef von Surabaya, Luthfie Sulistiawan, sprach von „dutzenden“ Festnahmen und begründete das Vorgehen mit Steinwürfen und Sachbeschädigung nach Einbruch der Dunkelheit, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dargestellt hätten.
Die Protestierenden, die sich als „Front Anti Kapitalisme“ und „Warga Surabaya Turun Jalan 031 Melawan“ bezeichneten, trugen nach Augenzeugenberichten einheitlich schwarze Kleidung und Masken. In Sprechchören und auf Transparenten kritisierten sie das von Präsident Prabowo Subianto initiierte Programm für kostenlose Mahlzeiten (MBG) als „systemische Korruption“ und forderten eine Senkung der Preise für Grundnahrungsmittel und Treibstoff. Ein breiter Forderungskatalog, der von CNN Indonesia dokumentiert wurde, umfasste zudem die Rücknahme des Polizei- und des Militärgesetzes, die Auflösung der Territorialkommandos der Streitkräfte, die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen. Parallel dazu demonstrierten in Wonosobo (Zentraljava) Hunderte Angehörige des Bündnisses „Aliansi Wonosobo Melawan“ vor dem Büro des Regierungsbezirks, wo sie von lokalen Amtsträgern empfangen wurden und ähnliche nationale wie regionale Forderungen vortrugen.
Aus Sicht der Menschenrechtsorganisationen KontraS und LBH Surabaya erfolgten die Festnahmen willkürlich und ohne klare Rechtsgrundlage. Sie kritisierten, dass auch unbeteiligte Passanten von zivil gekleideten Beamten ergriffen worden seien, und forderten die sofortige Freilassung aller Festgehaltenen sowie den Verzicht auf Gewalt. Die Polizei entgegnete, man habe nach wiederholten Aufforderungen zur Mäßigung eingegriffen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die Festgenommenen wurden bis in die frühen Morgenstunden vernommen, jedoch bislang nicht angeklagt.
Die Protestwelle richtet sich gegen zwei zentrale wirtschaftspolitische Entscheidungen der Regierung Prabowo. Zum einen erhöhte die Administration die Preise für nicht subventioniertes Benzin um rund 30 Prozent, um den Haushalt angesichts gestiegener globaler Energiekosten infolge des Nahostkonflikts zu entlasten. Zum anderen steht das milliardenschwere MBG-Programm, ein Kernstück von Prabowos politischer Agenda, nach Massenvergiftungen und Korruptionsvorwürfen in der Kritik. Wie die arabischsprachige Nachrichtenagentur Al-Manar unter Berufung auf Wirtschaftsexperten berichtet, hat die Regierung das Programm für die Ferienzeit vom 22. Juni bis 13. Juli ausgesetzt, um umgerechnet rund 168 Millionen Dollar einzusparen. Präsident Prabowo entließ im vergangenen Monat den Leiter der zuständigen nationalen Ernährungsbehörde sowie zwei Stellvertreter wegen „administrativer Vergehen“. Ökonomen sehen in den populistischen und interventionistischen Maßnahmen der Regierung eine Verunsicherung der Investoren; die indonesische Rupiah hat an Wert verloren, und der Aktienmarkt ist seit Jahresbeginn um etwa ein Drittel eingebrochen. Die Weltbank warnt, dass das Wirtschaftswachstum unter dem Regierungsziel von 5,4 Prozent bleiben dürfte.
Die jüngsten Ausschreitungen reihen sich in eine Serie von Protesten ein, die das Land seit dem Amtsantritt Prabowos im Jahr 2024 erschüttern. Bereits im August und September 2025 kam es landesweit zu Demonstrationen gegen luxuriöse Abgeordnetenbezüge, die nach dem tödlichen Unfall eines Lieferfahrers durch ein Polizeifahrzeug in eine Welle der Gewalt gegen Sicherheitskräfte umschlugen. Menschenrechtsgruppen dokumentierten damals zehn Tote und Tausende Festnahmen. Die aktuelle Lage bleibt angespannt; die Behörden haben für die kommenden Tage weitere Kundgebungen angekündigt, während die juristische Aufarbeitung der Festnahmen in Surabaya noch aussteht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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In Surabaya eskalierte ein Protest gegen steigende Kraftstoffpreise und das kostenlose Essensprogramm, als Demonstranten Steine warfen und Feuer legten. Die Polizei nahm 24 Personen fest, darunter eine Frau, und verhörte sie bis spät in die Nacht. Der Protest war Teil einer Reihe regierungsfeindlicher Kundgebungen in ganz Indonesien.
In Indonesien brachen Proteste aus, als die Bürger mit einer schweren Wirtschaftskrise kämpfen, die durch explodierende Kraftstoffpreise und die Aussetzung des kostenlosen Essensprogramms verschärft wird. Die Krise steht im Zusammenhang mit dem Nahostkrieg, der die Rupiah abstürzen und die Börse um ein Drittel einbrechen ließ. Demonstranten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei und forderten Erleichterung angesichts der sich verschlechternden Lebensbedingungen.
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