
Erneute Sperrung der Straße von Hormus treibt Ölpreise – US-Iran-Gespräche stocken
Die Blockadeankündigung Teherans und Drohungen aus Washington lassen die Rohölnotierungen steigen, während die Verhandlungen in der Schweiz in eine Sackgasse geraten sind.
Die Rohölpreise sind zu Beginn der Woche gestiegen, nachdem der Iran erneut die strategisch wichtige Straße von Hormus für den Schiffsverkehr geschlossen hat. Der Preis für die Nordseesorte Brent kletterte am Montag um 0,67 Prozent auf 81,11 Dollar je Barrel, nachdem er im frühen Handel kurzzeitig 82,30 Dollar erreicht hatte. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich deutlicher um 2,64 Prozent auf 78,62 Dollar. Die Notierungen hatten in der Vorwoche noch deutlich nachgegeben, da Marktteilnehmer auf eine Entspannung und die Freigabe blockierter Öllieferungen gehofft hatten.
Die Islamische Republik begründete die erneute Blockade mit angeblichen Verstößen der USA und Israels gegen das erst kürzlich geschlossene Waffenstillstandsabkommen. Als unmittelbaren Auslöser nannte Teheran israelische Luftangriffe im Libanon, bei denen am Samstag mindestens 20 Menschen getötet wurden. Allerdings widersprechen sich die Signale: Nach Angaben der US-Armee passierten am Samstag trotz der iranischen Ankündigung 55 Schiffe mit rund 17 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, dass fünf Supertanker die Passage durchfuhren, bevor sie ihre Ortungssysteme abschalteten. US-Vizepräsident J.D. Vance erklärte, es gebe keine Belege für eine tatsächliche Unterbrechung des Verkehrs.
Inmitten dieser Spannungen begannen am Sonntag in Bürgenstock in der Schweiz die ersten direkten Gespräche zwischen Washington und Teheran seit Inkrafttreten der vorläufigen Friedensvereinbarung. Die Verhandlungen gestalteten sich schwierig: Die iranische Delegation verließ zeitweise den Raum, nachdem US-Präsident Donald Trump mit neuen Militärschlägen gedroht hatte, falls keine Einigung erzielt werde. Aus Teheraner Sicht hat Washington zudem seine Zusage nicht eingehalten, die Kämpfe im Libanon zu beenden. Der Iran betrachtet die Kontrolle über die Hormus-Straße als zentrales Druckmittel. Analysten warnen vor voreiligem Optimismus: Der Iran werde weiterhin Gründe finden, den Schiffsverkehr zu behindern, da dies sein einziges Faustpfand sei. Auch die Investmentbank Morgan Stanley sprach von einem „Wettlauf gegen die Zeit“ und wies auf niedrige globale Lagerbestände hin, die sich nur langsam wieder aufbauen ließen.
Die Gespräche in der Schweiz sollten bis zum späten Montagabend fortgesetzt werden. Sie umfassen neben der Passagefreiheit in Hormus auch das iranische Nuklearprogramm und die Waffenruhe im Libanon. Während die eskalierende Rhetorik kurzfristig die Preise stützt, könnten zusätzliche Lieferungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak den Druck mindern. Der Irak plant, seine Produktion schrittweise auf bis zu 4,3 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Der weitere Preisverlauf hängt maßgeblich davon ab, ob es den Diplomaten gelingt, die Blockade aufzuheben und eine belastbare Sicherheitsarchitektur für die für den Welthandel unverzichtbare Wasserstraße zu schaffen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Ölpreise stiegen, nachdem der Iran die Straße von Hormus erneut schloss und Israel sowie den USA vorwarf, das vorläufige Friedensabkommen zu verletzen. Schifffahrtsdaten zeigten einen starken Rückgang des Verkehrs. Brent-Rohöl erreichte 81,11 Dollar, WTI legte um über 2 % zu.
Die Spannungen eskalierten, als der Iran Hormus schloss und Trump mit neuen Militärschlägen drohte, was die Ölpreise in die Höhe trieb. Die ersten Gespräche im Rahmen des vorläufigen Abkommens begannen holprig, und der Iran verließ Berichten zufolge den Verhandlungstisch. Die Straße von Hormus, lebenswichtig für die globale Energieversorgung, steht erneut im Zentrum einer gefährlichen Konfrontation.
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