
Erdbeben der Stärke 6,1 in Afghanistan – Erschütterungen bis Delhi und Islamabad
Das Beben in der Hindukusch-Region war am Samstagabend in weiten Teilen Südasiens zu spüren; über Opfer oder Schäden lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.
Am Samstagabend gegen 19:04 Uhr Ortszeit erschütterte ein starkes Erdbeben den Nordosten Afghanistans. Die Erschütterungen waren in weiten Teilen des Landes sowie in Pakistan, Nordindien und Zentralasien zu spüren. Die US-Erdbebenwarte (USGS) bezifferte die Magnitude auf 6,1 und verortete das Hypozentrum in einer Tiefe von 208 Kilometern. Das Indische Nationale Zentrum für Seismologie (NCS) meldete hingegen einen Wert von 6,2 bei 215 Kilometern Tiefe, während das Europäisch-Mediterrane Seismologische Zentrum (EMSC) von einer Magnitude 6,0 in 100 Kilometern Tiefe ausging. Unmittelbare Berichte über Opfer oder größere Schäden lagen zunächst nicht vor; ein AFP-Journalist in Kabul berichtete jedoch von einem Riss in einer Innenwand eines Gebäudes.
In Afghanistan selbst wurden die Erdstöße nach Zeugenberichten in der Hauptstadt Kabul sowie in den Provinzen Nangarhar, Khost, Balkh und Badachschan wahrgenommen. In Pakistan löste das Beben in der Region Swat in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa Panik aus; Bewohner verließen fluchtartig ihre Häuser. Auch in Islamabad waren die Erschütterungen zu spüren. In Indien meldeten Anwohner in Delhi und der National Capital Region, in Jammu und Kashmir sowie in Chandigarh leichte bis mäßige Beben. Aus Tadschikistan und Usbekistan berichteten Seismologen von spürbaren Erschütterungen; in usbekischen Regionen wie Surxondaryo, Qashqadaryo und Samarkand wurden Intensitäten von bis zu 4 auf der MSK-Skala registriert, in Taschkent lag der Wert bei 2 bis 3.
Die abweichenden Angaben zu Stärke und Tiefe sind bei Tiefherdbeben nicht ungewöhnlich und erklären die weite Ausbreitung der seismischen Wellen bei vergleichsweise geringen Oberflächenschäden. Die Region war bereits in den Stunden zuvor von einer Serie moderater Beben betroffen: In der pakistanischen Provinz Belutschistan hatte es am Samstagmorgen ein Beben der Stärke 5,4 (nach anderen Angaben 5,5) gegeben, dem seit Freitag mehrere schwächere Erdstöße vorausgegangen waren. Über Opfer oder Schäden aus dieser Sequenz lagen zunächst nur vereinzelte Meldungen über beschädigte Lehmhäuser und fünf Verletzte vor.
Afghanistan zählt zu den seismisch aktivsten Regionen der Welt. Das Land liegt an der Kollisionszone der Indischen und Eurasischen Platte, und die Hindukusch-Region ist von zahlreichen aktiven Verwerfungen durchzogen. In der jüngeren Vergangenheit forderten schwere Beben immer wieder zahlreiche Todesopfer: Im August 2025 starben bei einem Beben der Stärke 6,0 im Osten des Landes mehr als 2.200 Menschen; im April 2026 kamen in Badachschan 12 Menschen ums Leben. Viele Gebäude in dem von jahrzehntelangen Konflikten gezeichneten Land sind notdürftig errichtet, und die unzureichende Infrastruktur erschwert Rettungseinsätze in den schwer zugänglichen Bergregionen.
Die Behörden in den betroffenen Ländern erklärten, die Lage werde beobachtet. Gesicherte Erkenntnisse über Opfer oder größere Zerstörungen lagen bis zum Abend nicht vor. Die Bewertung der Lage in den entlegenen Gebieten Afghanistans könnte sich aufgrund der schwierigen Kommunikationswege jedoch verzögern.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein starkes Erdbeben in Afghanistan verursachte Erschütterungen, die in ganz Nordindien, insbesondere in Delhi und Kaschmir, zu spüren waren. Anwohner berichteten in sozialen Medien von schwankenden Gebäuden, doch die Behörden schlossen Opfer oder Schäden aus. Das Ereignis beherrschte die lokalen Nachrichten als Breaking News von nationalem Interesse.
Ein Erdbeben erschütterte den Osten Afghanistans nur wenige Tage nach den katastrophalen Beben in Venezuela, die über tausend Tote und Zehntausende Vermisste forderten. Während in Afghanistan keine Opfer gemeldet wurden, unterstreicht der Zufall eine Phase erhöhter globaler seismischer Aktivität. Der Kontrast zwischen den beiden Ereignissen verdeutlicht die unvorhersehbare und oft verheerende Natur solcher Katastrophen.
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