
US-Ölblockade treibt Kubas Stromnetz in den dritten Totalausfall binnen zehn Tagen
Die Karibikinsel erlebte am Dienstag den fünften landesweiten Blackout des Jahres – eine direkte Folge der verschärften Treibstoffsanktionen Washingtons und maroder Infrastruktur.
Am Dienstag brach das kubanische Stromnetz um 11:05 Uhr Ortszeit zum dritten Mal innerhalb von neun Tagen vollständig zusammen. Für die rund zehn Millionen Einwohner der Insel bedeutete dies den fünften landesweiten Blackout seit Jahresbeginn. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft UNE sprach von einer „vollständigen Abschaltung des nationalen Stromsystems“. In den beiden vorangegangenen Ausfällen in der Vorwoche hatte die Wiederherstellung der Versorgung jeweils mehr als 24 Stunden gedauert; in den Aussenprovinzen blieb der Strom teils über mehrere Tage aus.
Als unmittelbare Ursache gilt eine fatale Kombination aus jahrzehntelang vernachlässigter Kraftwerksinfrastruktur und akutem Treibstoffmangel. Seit Januar unterbindet eine von Präsident Donald Trump verhängte Ölblockade nahezu alle wichtigen Treibstofflieferungen auf die Insel. Zuvor hatte Washington den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, dessen Land traditionell als Hauptversorger Kubas fungierte, am 3. Januar abgesetzt. Auch Mexiko stellte unter dem Druck der US-Sanktionen seine Ölexporte ein. Ein im März eingetroffener russischer Tanker mit 100.000 Tonnen Rohöl konnte die Lücke nur vorübergehend schliessen; die Reserven sind inzwischen aufgebraucht.
Zeitgleich weitete das US-Aussenministerium am Montag die Sanktionen erheblich aus. Neu auf der Liste stehen das kubanische Tourismusministerium sowie neun weitere Staatsunternehmen und Organisationen, darunter Import-Export-Firmen für Treibstoffe, die Handelsmarine und paramilitärische Milizen. Aussenminister Marco Rubio erklärte, die USA würden „alle verfügbaren Mittel“ einsetzen, um das „kommunistische Regime“ zu wirtschaftlichen und politischen Reformen zu zwingen. Aus Havanna hiess es dagegen, die Massnahmen träfen gezielt die Lebensbedingungen der Bevölkerung; Aussenminister Bruno Rodríguez sprach von einer „kriminellen und völkermörderischen Absicht“. Die seit Monaten laufenden bilateralen Gespräche seien ohne Fortschritte geblieben.
Die sozialen Spannungen nehmen zu. In Havanna kam es nach dem jüngsten Blackout erneut zu Protesten mit Kochtopfschlagen und brennenden Müllhaufen. Der Tourismus, jahrelang prioritärer Investitionsschwerpunkt des Staates, bricht ein: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 besuchten nur 360.000 Ausländer die Insel – ein Rückgang von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Hotelauslastung lag im ersten Quartal unter 13 Prozent. Aus Washingtoner Sicht sind selbst die von Havanna angekündigten Wirtschaftsreformen lediglich „kosmetische Signale“. Parallel dazu kursieren Berichte über ein geplantes Luxusresort mit dem Namen „Isla Trump“ auf Cayo Santa María, das mit arabischen Investoren und der stillschweigenden Duldung von Teilen des kubanischen Machtapparats vorangetrieben werden soll – ein Widerspruch, der die Komplexität der Beziehungen unterstreicht.
Der nächste Belastungstest steht bevor, sobald die Treibstoffreserven endgültig erschöpft sind und die veralteten Kraftwerke ohne Notstromaggregate auskommen müssen. Die Gespräche zwischen Washington und Havanna gelten als festgefahren; eine Entspannung ist kurzfristig nicht absehbar.
| Russische & GUS-Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | −0.90 | critical |
Cuba, a Russian ally, is being strangled by US sanctions that have caused the third blackout in nine days. The US blockade is the sole cause of the energy collapse.
The bloc presents the blackout as a direct consequence of US sanctions, omitting any internal factors, thereby projecting all responsibility onto the United States.
The bloc omits the role of Cuba's aging infrastructure and the fact that authorities have not disclosed the cause, focusing exclusively on US sanctions.
The blackout is a fact; no cause is assigned. The event is reported without attribution.
By omitting any causal explanation, the bloc presents the event as an isolated incident without political context, maintaining neutrality.
The bloc omits any mention of US sanctions or the aging infrastructure, leaving the event unexplained.
The US oil blockade is directly causing the repeated blackouts in Cuba, crippling its aging infrastructure.
The bloc establishes a clear causal chain from US sanctions to infrastructure collapse, using the phrase 'as a consequence' to make the link seem inevitable.
The bloc omits the role of internal Cuban factors such as lack of maintenance or the recent Turkish aid, focusing solely on US responsibility.
Washington's blockade is directly responsible for the suffering of the Cuban people, as the third blackout in nine days shows.
The bloc uses emotional language ('suffers', 'paralyze') and directly attributes the crisis to US sanctions, creating a narrative of victimhood and external aggression.
The bloc omits any mention of internal Cuban factors such as infrastructure age or lack of maintenance, and also omits the fact that the government has not disclosed the cause, instead assuming blame.
Erweitere deinen Horizont
Ungarns Präsident unterzeichnet Verfassungsänderung zur eigenen Amtsenthebung
5 Sprachen · 8 Quellen
Aus Economy & MarketsÖlpreis durchbricht 90-Dollar-Marke: Eskalation am Hormuz treibt Rohöl auf Höchststand seit Juni
8 Sprachen · 21 Quellen
Aus TechnologyChinas neues KI-Modell Kimi K3 erschüttert Märkte und entfacht Regulierungsdebatte
4 Sprachen · 7 Quellen