
Dramatisches 3:3: Österreich und Algerien im Achtelfinale, Iran ausgeschieden – Rangnick vergleicht Spiel mit Hitchcock
Ein irrwitziger Schlussspurt mit zwei Toren in der Nachspielzeit besiegelte das Weiterkommen beider Mannschaften und ließ den Iran scheitern; Vorwürfe einer Absprache wiesen die Trainer zurück.
Im Arrowhead Stadium von Kansas City trennten sich Österreich und Algerien 3:3 – ein Ergebnis, das beide Teams ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 hievte und den Iran ausscheiden ließ. Die Partie verdichtete sich zu einem Drama, das selbst Ralf Rangnick an Alfred Hitchcock erinnerte. Österreich war durch Marko Arnautović und Marcel Sabitzer zweimal in Führung gegangen, Algerien glich durch Rafik Belghali und Riyad Mahrez jeweils aus. In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse: Mahrez traf in der 93. Minute zum 3:2, doch der eingewechselte Sasa Kalajdzic rettete Österreich in der sechsten Minute der Nachspielzeit mit dem Ausgleich.
Beiden Teams genügte ein Unentschieden, um hinter Gruppenkopf Argentinien in die Runde der letzten 32 einzuziehen – Österreich als Zweiter, Algerien als einer der besten Dritten. Diese Konstellation nährte in Teheran den Verdacht einer „Packelung“. Iranische Medien und Kommentatoren verglichen das Geschehen mit dem „Nichtangriffspakt von Gijón“ 1982, als Deutschland und Österreich ein 1:0 vorgetäuscht hatten, das Algerien aus dem Turnier warf. Damals wurde die Regel eingeführt, die letzten Gruppenspiele parallel anzupfeifen. Dass nun erneut Algerien und Österreich in einem entscheidenden Spiel aufeinandertrafen und ein für beide günstiges Resultat zustande kam, wurde in Iran als Muster gedeutet – zumal der Iran bei einem Sieger in dieser Partie selbst weitergekommen wäre.
Die Trainer wiesen solche Spekulationen entschieden zurück. „In einem Spiel, das 3:3 endet, kann niemand von einer Absprache sprechen – erst recht nicht nach dem, was wir in den letzten 90 Sekunden sahen“, sagte Rangnick. Der 67-jährige Deutsche, der seit fast 40 Jahren als Trainer arbeitet, betonte, er habe noch nie ein Spiel mit einem derart unvorhersehbaren und dramatischen Verlauf erlebt. „Hätte Alfred Hitchcock diese Geschichte geschrieben, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, fügte er hinzu. Auch Algeriens Trainer Vladimir Petković, der von 2014 bis 2021 die Schweiz betreut hatte, zeigte sich erleichtert: „Ich bin glücklich, dass am Ende der Fußball gesiegt hat. Das 3:3 spricht für sich.“ Rangnick bekräftigte zudem, seine Spieler hätten bis zum Schluss den Sieg gesucht; es habe keinerlei Anzeichen eines stillschweigenden Einverständnisses gegeben.
Österreich erreichte damit erstmals seit 44 Jahren wieder eine WM-K.o.-Runde und triff nun am 2. Juli in Kalifornien auf Europameister Spanien. Algerien, das in der Gruppe hinter Argentinien und Österreich Dritter geworden war, bekommt es am 3. Juli mit der Schweiz zu tun – für Petković eine besondere Begegnung. Rangnick gestand, noch immer zwischen Erleichterung und Unglauben zu schwanken: „Ich muss gezwickt werden, um aus diesem Traum zu erwachen.“
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iranische Medien prangern eine angebliche Absprache zwischen Österreich und Algerien an, die zum Ausscheiden Irans führte, und bezeichnen das 3:3 als arrangierten „Biscotto“. Trotz Dementis des österreichischen Trainers herrscht Empörung, und Iran wird als Opfer sportlicher Ungerechtigkeit dargestellt.
Europäische Kontinentalmedien berichten distanziert über das wilde Spiel und Rangnicks klares Dementi jeglicher Absprache. Das Weiterkommen beider Teams wird als Resultat des Chaos auf dem Platz dargestellt, mit Skepsis gegenüber Verschwörungstheorien und einem Fokus auf Fakten und offizielle Aussagen.
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