
Dollar-Stärke und Wetten auf die Fed treiben Schwellenländerwährungen auseinander
Spekulative Positionen auf einen festeren Dollar erreichen ein Jahrzehnthoch, während der mexikanische Peso nachgibt und der kolumbianische Peso von einer überraschenden Zinserhöhung profitiert.
Die Erwartung anhaltend hoher Leitzinsen in den Vereinigten Staaten hat die spekulativen Wetten auf einen stärkeren Dollar auf fast 40 Milliarden Dollar anschwellen lassen – den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. In der Folge gab der mexikanische Peso am Dienstag um 0,65 Prozent auf 17,50 je Dollar nach, während der Euro mit 1,1431 Dollar kaum verändert notierte, im Jahresvergleich jedoch 1,8 Prozent an Wert verloren hat. Aus Washingtoner Sicht stützt die von Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte Priorität der Preisstabilität die Erwartung, dass die Geldpolitik restriktiv bleibt, was Kapitalströme in den Dollar-Raum lenkt.
In Argentinien spiegelt sich der globale Druck in einer Vielzahl von Wechselkursen wider. Der offizielle Dollar notierte bei 1.510 Pesos, der Blue-Dollar im informellen Markt bei 1.515 Pesos, und die Finanzdollar MEP und CCL lagen bei 1.525 beziehungsweise 1.569 Pesos. Die vom Markt beobachtete Lücke zwischen offiziellem und Blue-Dollar blieb mit zwei Prozent schmal. Das jüngste Relevamiento de Expectativas de Mercado (REM) der Zentralbank zeigt jedoch, dass die Analysten ihre Jahresendprognose für den nominalen Wechselkurs auf 1.673 Pesos je Dollar angehoben haben – eine Korrektur um 35 Pesos gegenüber der Vormonatsumfrage. Als Treiber gelten die nachlassende Devisenliquidierung des Agrarsektors und ein geringeres Tempo beim Aufbau von Währungsreserven.
Eine gegenläufige Bewegung zeigt der kolumbianische Peso, der mit 3.362 Pesos je Dollar auf ein Niveau stieg, das zuletzt vor der Amtseinführung von Präsident Trump beobachtet wurde. Auslöser war eine überraschende Leitzinserhöhung der Banco de la República um 75 Basispunkte auf 12 Prozent, die den Zinsvorsprung gegenüber der Fed ausweitete und Carry-Trade-Kapital anzog. Beobachter in Bogotá verweisen zudem auf die marktfreundliche Ausrichtung der neu gewählten Regierung und die beschleunigte Emission von TES-Staatsanleihen, die ausländische Portfolioströme verstärkt. Die Aufwertung des Peso um mehr als 1.000 Pesos seit Januar 2025 wird daher sowohl geldpolitisch als auch politisch gestützt.
In Nigeria zeigte der Naira ein gemischtes Bild: Am offiziellen NFEM-Fenster notierte er stabil bei 1.367,29 je Dollar, während er am Parallelmarkt leicht auf rund 1.400 Naira nachgab. Die Zentralbank führt die relative Stabilität auf Deviseninterventionen und Zuflüsse aus Ölexporten zurück. In Venezuela setzte der Bolívar seine Talfahrt fort; der Dollar kostete 675 Bolívar, was einer Abwertung von 124 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Der uruguayische Peso und der nicaraguanische Córdoba verzeichneten moderate Tagesverluste, blieben im Jahresverlauf jedoch weitgehend stabil. Der nächste Impulsgeber für die globalen Devisenmärkte sind die am Mittwoch erwarteten Minuten der jüngsten Fed-Sitzung, die Aufschluss über den künftigen Zinspfad geben könnten.
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.10 | neutral |
Die lateinamerikanischen Märkte verzeichnen einen erstarkenden Dollar, der die lokalen Währungen unter Druck setzt, wobei mehrere Wechselkurse eine zunehmende Fragmentierung zeigen.
Die Vervielfachung der Wechselkurse (offiziell, blau, MEP, Karte) erzeugt den Eindruck eines weit verbreiteten und unkontrollierbaren Drucks und verstärkt die Wahrnehmung von Verwundbarkeit.
Es wird nicht auf die Stabilität anderer Schwellenländerwährungen wie des nigerianischen Naira eingegangen, die den Alarm mildern könnte.
Die nigerianische Zentralbank hält die Stabilität des Naira durch gezielte Interventionen aufrecht, während der Parallelmarkt die Restnachfrage widerspiegelt.
Der Kontrast zwischen dem stabilen offiziellen Kurs und der leichten parallelen Schwäche deutet auf eine wirksame Kontrolle hin und normalisiert die Spannungen als beherrschbar.
Es wird nicht auf den weit verbreiteten Druck auf lateinamerikanische Währungen eingegangen, der ein umfassenderes Bild der Schwäche der Schwellenländer zeigen würde.
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