
Der 40-jährige Vozinha: Wie Kap Verdes Torhüter Spanien düpierte und zum viralen Helden wurde
Nach dem historischen 0:0 gegen den Europameister weinte der Man of the Match – auch weil seine Mutter wegen US-Visaproblemen fehlte, während seine Instagram-Follower in Stunden von 50.000 auf über fünf Millionen stiegen.
Als der Schlusspfiff im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta ertönte, brach für Josimar Dias, genannt Vozinha, eine Welt zusammen – und eine neue begann. Der 40-jährige Torhüter der kapverdischen Nationalmannschaft sank zu Boden, Tränen strömten über sein Gesicht, während seine Teamkollegen ihn umarmten. Soeben hatte er mit sieben Paraden gegen den übermächtigen Europameister Spanien ein 0:0 erzwungen und damit dem kleinsten Land, das je an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnahm, den ersten Punkt der Geschichte geschenkt. Spanien, das 74 Prozent Ballbesitz verzeichnete und 27 Torschüsse abgab, scheiterte immer wieder an dem Mann, der erst mit 25 Jahren Profi wurde und nun, ohne Verein und mit einem Marktwert von 50.000 Euro, zur globalen Sensation aufstieg.
Hinter den Tränen verbarg sich eine doppelte Tragik. Vozinha, aufgewachsen bei seinen Großeltern, musste deren Tod vor Jahren beklagen – sie konnten diesen Triumph nicht miterleben. Seine Mutter wiederum scheiterte an den US-Visabestimmungen; die Familie hatte das Geld für die Bearbeitung nicht rechtzeitig aufbringen können. „Ich habe mein ganzes Leben für diesen Moment gearbeitet, für diesen Traum“, sagte der Keeper später. „Viele Generationen vor uns haben davon geträumt, jetzt ist er Wirklichkeit geworden.“ Die Worte, aufgegriffen von Medien von Jakarta bis Mumbai, verliehen dem sportlichen Coup eine zutiefst menschliche Dimension.
Innerhalb weniger Stunden nach dem Abpfiff explodierte Vozinhas Popularität in den sozialen Netzwerken. Zählte sein Instagram-Konto vor der Partie rund 50.000 Abonnenten, waren es zehn Stunden später über fünf Millionen. Französische Beobachter sprachen von der „magie du Mondial“, spanische Zeitungen feierten den „héroe inesperado“, und indonesische wie indische Portale verfolgten minutiös den Anstieg der Follower-Zahlen. Die virale Welle erfasste einen Torhüter, der noch kurz zuvor ein Schattendasein in der zweiten portugiesischen Liga gefristet hatte – ein Beleg für die unvergleichliche Bühne, die eine Weltmeisterschaft selbst späten Karrieren bieten kann.
Der Fall wirft indes auch ein Schlaglicht auf die Schattenseiten des Turniers in den Vereinigten Staaten. Aus Washingtoner Sicht mögen die Visa-Probleme als bedauerlicher Einzelfall erscheinen, doch in der internationalen Berichterstattung verdichten sie sich zu einem Symbol für Zugangsbarrieren, die Angehörige aus wirtschaftlich schwächeren Nationen von der Teilhabe am größten Sportereignis ausschließen. Für Kap Verde und seinen späten Helden bleibt der Abend von Atlanta dennoch ein Wendepunkt: Vozinha, nun ohne Vertrag, dürfte Angebote erhalten, und die „Blauen Haie“ haben in einer Gruppe mit Spanien, Kanada und Saudi-Arabien bewiesen, dass mit Leidenschaft und einem überragenden Torhüter selbst die größten Favoriten zu bezwingen sind.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der 40-jährige kapverdische Torhüter Vozinha inspirierte seine Mannschaft zu einem historischen 0:0 gegen Spanien beim WM-Debüt. Freudentränen beim Schlusspfiff feierten den ersten WM-Punkt des Landes überhaupt und rissen Fans und Neutrale in einer Welle der Emotion mit. Die triumphale Leistung markiert den Einzug des winzigen Inselstaates auf die größte Fußballbühne.
Vozinha, der 40-jährige kapverdische Torwart, sollte fast Jorge Valdano nach dem argentinischen Star heißen, doch die Behörden lehnten ab; stattdessen wurde er nach einem brasilianischen Idol Josimar genannt. Seine heldenhaften Paraden gegen Spanien machten ihn zur viralen Sensation und unerwarteten WM-Ikone, wobei die kuriose Namensgeschichte und der niedrige Marktwert die Legende nähren.
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