
Belgien entgeht Blamage: Lukaku erzwingt Eigentor zum 1:1 gegen Ägypten
Ein von Romelu Lukaku provoziertes Selbsttor rettete den favorisierten Belgiern nach frühem Rückstand durch Emam Ashour einen Punkt zum WM-Auftakt in Seattle.
Die belgische Nationalmannschaft ist am Montagabend nur knapp einer empfindlichen Auftaktniederlage bei der Weltmeisterschaft 2026 entronnen. Im Seattle Stadium erzwang der erst Sekunden zuvor eingewechselte Romelu Lukaku ein Eigentor des ägyptischen Verteidigers Mohamed Hany und sicherte den „Roten Teufeln“ damit ein 1:1-Unentschieden gegen mutig aufspielende Nordafrikaner. Der Treffer fiel in der 66. Minute, nachdem Emam Ashour die von Mohamed Salah glänzend in Szene gesetzten „Pharaonen“ bereits in der 20. Minute in Führung gebracht hatte. Ägypten, das bei seiner vierten WM-Teilnahme weiter auf den ersten Sieg wartet, dominierte die erste Stunde der Partie und ließ den belgischen Starspielern um Kevin De Bruyne kaum Raum zur Entfaltung.
Aus europäischer Perspektive offenbarte der Auftritt der Belgier erhebliche strukturelle Probleme. Die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia kontrollierte zwar über weite Strecken den Ballbesitz, fand aber gegen die disziplinierte ägyptische Defensive kein offensives Rezept. Ein Freistoß De Bruynes an den Pfosten (53.) blieb die gefährlichste Aktion vor dem Ausgleich. Dass der Napoli-Stürmer Lukaku, von einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung genesen, nur 28 Sekunden nach seiner Einwechslung mit physischer Wucht das entscheidende Eigentor erzwang, unterstrich die Abhängigkeit der Belgier von ihrem Rekordtorschützen. Für die Überreste der sogenannten goldenen Generation, die 2018 in Russland Platz drei erreichte, dürfte dieses Turnier die letzte Gelegenheit sein, den ersehnten Titel zu gewinnen.
In Kairo und der arabischen Welt wurde der Auftritt dagegen als moralischer Sieg gefeiert. Ägypten, das zuvor in acht WM-Partien nie gewonnen und insgesamt nur 29 Minuten in Führung gelegen hatte, kontrollierte das Spiel über weite Strecken mit taktischer Reife. Der 34. Geburtstag von Mohamed Salah, der nach seinem Abschied vom FC Liverpool derzeit ohne Verein ist, verlieh dem Abend zusätzliche Symbolkraft. Salah bereitete das Tor mustergültig vor und war als zentrale Spitze ständiger Unruheherd. Dass der Sieg am Ende durch ein unglückliches Eigentor verwehrt blieb, änderte nichts an der Erkenntnis, dass diese ägyptische Mannschaft das Potenzial besitzt, in der Gruppe G gegen Iran und Neuseeland den historischen ersten WM-Erfolg zu erringen.
Für die Gastgeber in den Vereinigten Staaten bot die Partie im ausverkauften Lumen Field mit 66.775 Zuschauern ein atmosphärisches Highlight. Die leidenschaftliche Unterstützung der ägyptischen Fans an der Westküste verwandelte das Stadion phasenweise in ein Heimspiel für die Afrikameister. Die Begegnung reihte sich ein in einen Tag der Überraschungen, nachdem zuvor bereits Spanien gegen Kap Verde nicht über ein torloses Remis hinausgekommen war. Aus Sicht der Turnierorganisation unterstreichen solche Ergebnisse die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit vermeintlich kleinerer Fußballnationen.
Mit dem Remis bleibt die Gruppe G weit offen. Belgien muss nun gegen Iran und Neuseeland zwingend nachlegen, um die Favoritenrolle zu untermauern. Ägypten hingegen hat bewiesen, dass es mit den Großen mithalten kann, und darf auf das Ende seiner historischen Durststrecke hoffen. Der weitere Turnierverlauf wird zeigen, ob der Punktgewinn für die Belgier ein Weckruf oder ein Vorbote größerer Enttäuschungen war.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ägypten erreichte ein historisches Unentschieden gegen Belgien und zeigte eine widerstandsfähige Leistung, die den Europäern trotz Lukakus Einfluss den Sieg verwehrte. Die Pharaonen starteten traumhaft mit einem Tor von Emam Ashour und hielten stand, bis ein Eigentor das 1:1 besiegelte. Dieses wertvolle Ergebnis verlängert Ägyptens Warten auf einen ersten WM-Sieg, unterstreicht aber ihre Fortschritte.
Ägypten spielte Belgien an die Wand und hätte weit mehr als ein Unentschieden verdient, nur Momente von einem historischen WM-Sieg entfernt. Erst die Not-Einwechslung von Romelu Lukaku rettete Belgien einen verzweifelten, glücklichen Punkt durch ein Eigentor. Die Pharaonen dominierten ihre europäischen Gegner über weite Strecken und machten dieses 1:1 trotz einer hervorragenden Leistung zu einem bitteren Ergebnis.
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