
Apple plant über 220 Millionen iPhones und zehn Millionen faltbare Geräte
Trotz einer globalen Verknappung von Speicherchips setzt der US-Konzern auf eine aggressive Produktionsausweitung, um Marktanteile von chinesischen Rivalen zu gewinnen.
Apple hat seine Produktionsziele für das kommende Jahr deutlich nach oben korrigiert. Wie die Nikkei Asia unter Berufung auf Zuliefererkreise berichtet, sollen 2026 insgesamt mehr als 220 Millionen iPhones gefertigt werden. Besonders das erste faltbare iPhone – voraussichtlich iPhone Ultra genannt – wird nun mit einer Stückzahl von rund zehn Millionen Einheiten eingeplant, nach zuvor sieben bis acht Millionen. Die Aktie des Unternehmens legte im Handelsverlauf um 4,8 Prozent zu. Die Ausweitung erfolgt in einem Umfeld, in dem die gesamte Branche unter einem Mangel an Speicherchips leidet, ausgelöst durch die starke Nachfrage aus Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.
Apples Fähigkeit, trotz der Engpässe Komponenten in großem Umfang zu sichern, wird in Zuliefererkreisen auf die überlegene Verhandlungsmacht des Konzerns zurückgeführt. Während chinesische Hersteller wie Xiaomi, Oppo und Vivo ihre Jahresproduktion auf unter 100 Millionen Geräte senken mussten, hat Apple laut dem Bericht bereits Komponenten für rund 80 Millionen neue Modelle der zweiten Jahreshälfte 2026 reserviert. Aus Pekinger Sicht verschärft dies den Druck auf die heimischen Anbieter. Gleichzeitig prüft Apple nach Informationen von Bloomberg Gespräche mit den chinesischen Speicherchip-Herstellern Changxin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC), die vom Pentagon mit Sanktionen belegt sind – ein Schritt, der geopolitische Spannungen berühren könnte.
Die Produktoffensive umfasst neben dem faltbaren iPhone Ultra, dessen Preis auf 2.500 bis 3.000 US-Dollar geschätzt wird, die Modelle iPhone 18 Pro und Pro Max. Aus südkoreanischen und chinesischen Zuliefererkreisen verlautet, dass die Massenproduktion des faltbaren Geräts Ende Juli anlaufen soll, nachdem anfängliche Probleme mit dem Scharniermodul weitgehend behoben seien. Weitere Leaks deuten auf eine erhöhte Batteriekapazität von bis zu 5.425 mAh bei der eSIM-Variante des iPhone 18 Pro Max hin, während bei den 1-TB- und 2-TB-Versionen aus Kostengründen auf langsamere QLC-NAND-Speicher umgestellt werden könnte. Samsung bereitet unterdessen mit dem Galaxy Z Fold 8 eine breitere Modellpalette vor, um seine Marktführerschaft bei faltbaren Geräten zu verteidigen.
Die nächste entscheidende Wegmarke ist der für den 8. September 2026 erwartete Launch-Event, auf dem Apple voraussichtlich die neuen Pro-Modelle und das faltbare iPhone vorstellen wird. Für das erste Halbjahr 2027 sind zudem das Standard-iPhone 18 und ein neues iPhone Air geplant. Ob die ehrgeizigen Stückzahlen angesichts der anhaltenden Lieferkettenrisiken realisiert werden können, wird sich in den kommenden Monaten an den Bestellvolumina der Zulieferer ablesen lassen.
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