
Abrupte Trainerwechsel in Teheran und Nottingham: Osmar und Pereira müssen gehen
Während Persepolis nach verpasster Asien-Qualifikation den Abschied von Osmar Vieira besiegelt, trennt sich Nottingham Forest per E-Mail von Vítor Pereira – Oliver Glasner steht als Nachfolger bereit.
Zwei Trainer, zwei Kontinente, ein Muster: Innerhalb weniger Stunden verloren am Dienstag sowohl Osmar Vieira bei Persepolis Teheran als auch Vítor Pereira bei Nottingham Forest ihre Posten – beide auf eine Art, die die fragile Machtarchitektur des modernen Fußballs offenlegt. In Teheran besiegelte eine 0:1-Niederlage gegen Chadormalu Ardakan in einem Drei-Nationen-Turnier das Ende einer kurzen Ära; in Nottingham genügte eine elektronische Nachricht um 23:58 Uhr, zwei Minuten vor Ablauf einer Ausstiegsklausel.
Aus iranischer Perspektive war die Trennung von Osmar Vieira die Konsequenz einer sportlichen Enttäuschung. Der Brasilianer, der die Mannschaft in der Rückrunde der Persian Gulf Pro League übernommen hatte, verpasste mit Persepolis die Qualifikation für die asiatischen Wettbewerbe. Iranische Medien berichten übereinstimmend, dass der Vertrag des Trainers an den Gewinn der Meisterschaft oder die ausdrückliche Zufriedenheit des Klubs geknüpft war – beides trat nicht ein. Nach dem entscheidenden Spiel erschien Vieira mit seinen Assistenten in der Geschäftsstelle, um die Trennung formell zu vollziehen. Klubchef Pyman Haddadi dankte ihm für seinen Einsatz. Als Nachfolger ist Dragan Skočić vorgesehen, der frühere Nationaltrainer Irans. Doch die Vertragsunterzeichnung stockt. Aus dem Umfeld des Hauptanteilseigners, der Bank Shahr, verlautet, man sei über die jüngsten Ergebnisse verärgert und zögere mit weiteren Investitionen. Gleichzeitig dementieren andere Quellen finanzielle Vorbehalte und verweisen auf ungeklärte administrative Fragen im Klub.
In England sorgte der Rauswurf von Vítor Pereira für Irritation. Der Portugiese hatte Nottingham Forest im Februar 2025 übernommen, zum Klassenerhalt in der Premier League und ins Halbfinale der Europa League geführt. Britische Medien berichten, der Klub habe eine im Juni greifende Ausstiegsklausel genutzt, um sich neu zu orientieren. Pereira selbst erklärte, die Entscheidung sei „völlig überraschend und ohne jede Vorwarnung“ gekommen. Dass die Kündigung per E-Mail und nicht im persönlichen Gespräch erfolgte, werteten Beobachter in Portugal und Brasilien als stillosen Umgang mit einem verdienten Trainer. Pereira hatte zuvor in Brasilien Corinthians und Flamengo trainiert, war dort aber jeweils nach kurzer Zeit und unter kontroversen Umständen ausgeschieden.
Für den deutschsprachigen Raum gewinnt der Fall Nottingham an zusätzlicher Bedeutung, weil als designierter Nachfolger Oliver Glasner gehandelt wird. Der Österreicher, der Crystal Palace am Saisonende verlassen hatte, soll laut übereinstimmenden Berichten aus England vor der Übernahme am City Ground stehen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. In Teheran drängt derweil die Zeit: Persepolis muss die Hängepartie um Skočić lösen, um die Kaderplanung für die neue Saison nicht zu gefährden. Beide Klubs stehen damit vor der Aufgabe, aus einer abrupten Trennung heraus rasch Stabilität zu schaffen – der eine mit einem österreichischen Trainer, der andere mit einem kroatischen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Osmar has officially left Persepolis after the season ended. The club thanked him for his efforts, but a recent defeat dashed Asian qualification hopes. The club is already in advanced talks with Dragan Skocic as the new coach.
Osmar Vieira has left Persepolis after mutual agreement. The club announced the end of his contract. Reports indicate that Dragan Skocic is likely to take over as head coach.
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